Telefonflirt
Acht Bluetooth Mobiltelefone im Test
OBEX-Direktzugriff
Der Zugriff auf das Dateisystem von Series60-Telefonen funktioniert auch ohne NFS-Server. Geben Sie dazu in der URL-Leiste des Konqueror die Adresse bluetooth:/ ein, wählen Sie Ihr Telefon aus und klicken Sie dann auf das Symbol OBEX File Transfer (siehe Abbildung 2).
Je nach Gerät lassen sich dann Dateien per Drag'n'drop in Konqueror auf das Handy oder vom Handy auf den PC verschieben. Im Gegensatz zum P3nfs-Server ist hier auch der parallele Transfer von mehreren Dateien möglich. Den Obex-Dateitransfer bieten mit Ausnahme des Sharp GX15 auch die übrigen Telefone an, wobei es in den Tests zu kleinen Problemen mit dem K700i und dem V600 kam. Bei der Kontaktaufnahme mit dem Vodafone-Gerät brachte Konqueror die Meldung Authentication required. Nach dem Wegklicken der Fehlermeldung ließen sich zwar Dateien auf das Handy verschieben, das Browsen klappte hingegen nicht. Hierbei handelt es sich um einen Fehler in Kdebluetooth, der in den neuesten CVS-Versionen bereits behoben ist. Sie sehen dann die Ordner Andere, Bilder, Displayprofile, Töne und Videos.
Das O2-Handy zeigt nach einem Klick auf OBEX File Transfer die Verzeichnisse audio, picture und video an, die Sie über einen weiteren Klick öffnen. Um aber zum Beispiel eine MIDI-Datei als Klingelton auf das Handy zu verschieben, dürfen Sie nicht in das Verzeichnis audio wechseln. Stattdessen ziehen Sie die Datei einfach in das Fenster, in dem die drei Verzeichnisse zu sehen sind. Das Telefon sortiert dann die entsprechenden Dateien automatisch nach Dateiendung in den jeweiligen Ordner.
Das Überhandy
Auf dem teuersten Handy des Testfeldes läuft Windows CE. Mit 128 MByte Speicher, Wireless-LAN und seinem 240 x 320 Punkten großen Display gehört der MDA III eigentlich schon in die Kategorie Handheld-PCs. Nach dem Einschalten des Gerätes erscheint zuerst ein Windows-Wizard, um den Bildschirm zu justieren. Danach fordert ein weiterer Helfer Sie auf, die Bedienung des Touchscreens zu erlernen. Haben Sie diesen Schritt absolviert, dann installiert Windows einige Dateien und richtet die Arbeitsoberfläche ein. Diese Vorgänge nehmen rund drei Minuten in Anspruch. Da der interne Speicher des MDA III nicht ohne permanente Stromversorgung auskommt, müssen Sie die eben geschilderten Arbeitsschritte nach jeder Unterbrechung der Stromversorgung wiederholen – auch bei einem Akkuwechsel. Windows vergisst dann auch sämtliche Einstellungen, inklusive Bluetooth-Setup.
Während alle übrigen Handys einen Menüpunkt Senden via Bluetooth anbieten, sucht man diese Funktion unter Windows CE vergebens. Hier müssen Sie zunächst mit Start | Programme | Bluetooth-Manager das Bluetooth-Kontrollzentrum starten. Über Verbindungen | Neu | Dateien übertragen wählen Sie dann die zu übertragenden Dateien aus. Im Test funktionierte dies jedoch oft nicht. Statt dessen brachte Windows die Fehlermeldung, dass der ausgewählte Rechner den Dienst nicht bereitstelle. Überprüfen Sie in diesem Fall, ob unter Bluetooth | Dienste | Dateiübertragung die Option Kennwortschlüssel erforderlich aktiviert ist, und deaktivieren Sie sie gegebenenfalls.
AT-Befehle, wie sie zum Beispiel Kmobiletools zum Abfragen des Akkuzustands oder Versenden von SMS verwendet, beherrscht das Gerät leider nicht. Auch der Umfang freier Software für den MDA III hält sich in Grenzen. Immerhin gibt es unter [10] einen Ogg-Player und unter [11] einen SSH-Client (beide auch auf der Heft-CD). Eine zu Bemused oder Bluemote ähnliche Fernsteuerung ist der Redaktion nicht bekannt.
Gut funktioniert hingegen der OBEX-Dateitransfer. Er ermöglicht Lese- und Schreibzugriff auf alle Ordner, die Sie auf dem Handy freigegeben haben (standardmäßig Dokumente). Mit Hilfe des SyncCE-Projektes [12] greifen Sie auch auf das Windows-eigene Synchronisations-Protokoll zu. Über entsprechenden Plugins für Multisync und Kitchensync sollte auch der Datenabgleich mit Evolution oder dem KDE-Adressbuch funktionieren.



