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Telefonflirt

Acht Bluetooth Mobiltelefone im Test

IrMC-Synchronisation

Den besten Eindruck unter den Handys der ersten Gruppe hinterließen die Sony Ericsson Testgeräte T610 von E-Plus und K700i von Vodafone. Beide Handys lassen sich einfach handhaben und bieten Linux-Usern vergleichbaren Komfort, wie ihn auch Windows-Benutzer erwarten dürfen. Als einzige Testgeräte unterstützen sie das IrMC-Synchronisations-Protokoll, das den Datenabgleich zwischen dem Telefon und den PIM-Anwendungen Kaddressbook und Korganizer ermöglicht. Über das Programm Multisync funktioniert dieser Abgleich auch mit dem GNOME-Mailer Evolution. Für die Version 2.0 des Mail-Clienten existiert jedoch noch kein entsprechendes Plugin, weshalb sich der Artikel im weiteren auf die Synchronisation des KDE-Adressbuches mit Kitchensync bezieht.

Da sich Einrichtung von Kitchensync relativ komplex gestaltet, verzichtet der Artikel auf eine Beschreibung des Kompiliervorganges. Die Zusammenarbeit von KDE Bluetooth und Kitchensync setzt voraus, dass das KDE Bluetooth Framework mit dem Irmcsynckonnector kompiliert wurde. Fertige RPM-Pakete, die diesem Anspruch genügen, liefert SuSE Linux 9.2. Hier funktionierte Kitchensync in unseren Tests ohne weiteres Zutun. Vor der erstmaligen Synchronisation empfiehlt es sich dennoch, vom Telefon- und vom KDE-Adressbuch eine Sicherheitskopie zu erstellen.

Starten Sie Kitchensync über [Alt]+[F2] und die Eingabe von kitchensync. Nun klicken Sie auf Settings | Configure KitchenSync und wählen unter Resources den Eintrag konnector aus. Dann fügen Sie über Add... folgende Konnektoren hinzu:

  • IrmcSync-Konnector
  • Lokaler Konnector

Bei der Irmcsync-Resource wählen Sie unter Bluetooth-Device Ihr Telefon aus. Anschließend legen Sie unten links fest, ob Sie das Adressbuch oder den Kalender synchronisieren möchten. Pro Konnektor ist jeweils nur eines von beiden möglich (siehe Abbildung 5a). Um bei Tests zu verhindern, dass Kitchensync in Ihr Telefonbuch auf dem Handy schreibt, kreuzen Sie zusätzlich die Option Read-only an. Sehen Sie Ihr Mobiltelefon nicht in der Auswahl, bietet es vermutlich keine IrMC-Synchronisation an (siehe Tabelle 1), oder es ist nicht auf sichtbar eingestellt.

Im lokalen Konnector (siehe Abbildung 5b) müssen Sie eine Adressbuch- und eine Kalenderdatei angeben. Am einfachsten geht dies, wenn Sie auf Select From Existing Resources klicken. Dann wählt Kitchensync automatisch das Standard-Adressbuch von KDE und den Korganizer-Kalender aus. Auch hier lässt sich über die Checkbox Read-only verhindern, dass Kitchensync Einträge ins lokale Adressbuch schreibt. Sind die entsprechenden Konnektoren bereits angelegt, klicken Sie auf Edit... und stellen dann die benötigten Parameter ein.

Abbildung 5a: Unter den Irmcsync-Resourcen sollten Sie Ihr Handy aufgelistet finden.

Abbildung 5b: Einstellen des KDE-Addressbuches über den lokalen Konnector.

Jetzt legen Sie über Settings | Configure Profiles fest, welche Profile Kitchensync ausführen soll. SuSE Linux 9.2 gibt bereits die Profile Syncing und Restore Backup vor. Sind noch keine Profile vorhanden, wählen Sie Add..., geben dem Profil einen Namen und fügen dann folgende Komponenten (Parts) hinzu:

  • OverView-Komponente
  • Konnector Backup
  • Synchronizer-Komponente

Mit den übrigen Komponenten experimentieren Sie am besten selbst. Die angelegten Profile erscheinen im Kitchensync-Hauptfenster unter der Menüleiste im Klappmenü. Wählen Sie hier das Profil Syncing aus, dann signalisieren die Symbole am linken Fensterrand, dass es aus den Komponenten Overview, Konnector Backup und Synchronizer besteht. Beim Profil Restore Backup erscheint hingegen nur die Komponente Konnector Backup. Für die Synchronisation benötigen Sie Syncing. Klicken Sie jetzt auf das Icon neben dem ausklappbaren Menü (siehe Abbildung 6). Je nach Größe des Telefonbuches dauert es unter Umständen einige Minuten, bis Kitchensync die erste Synchronisation zu Ende geführt hat. Die weiteren Synchronisationen gehen wesentlich schneller.

Findet das Programm einen Eintrag, der ähnlich in beiden Adressbüchern vorkommt, erscheint ein entsprechendes Fenster (siehe Abbildung 7). Hier legen Sie fest, welchen Eintrag Kitchensync übernehmen soll. Leider ist unter SuSE Linux 9.2 auf dem Button für das Handy keine Aufschrift zu sehen – der Knopf funktioniert aber. Gibt es während der Synchronisation andere Probleme, fügen Sie am besten auch die Debugger-Komponente zu Ihrem Profil hinzu. Damit lassen sich die einzelnen Schritte des Synchronisationsvorganges einzeln ausführen und detailliert verfolgen.

Abbildung 6: Einstellen des KDE-Addressbuches über den lokalen Konnector.

Abbildung 7: Kitchensync hat die unterschiedlichen Telefonnummern und Schreibweisen von Spaß bemerkt.

Aus der Ferne

Schlicht begeistert hat uns auch Remote Control Software Bluemote [2], mit der sich Xmms und OpenOffice-Präsentationen über das Handy fernsteuern lassen. Den Quellcode, ein fertiges Binärpaket und eine minimale Konfigurationsdatei finden Sie auch auf der Heft-CD. Bevor Sie mit der Fernsteuerung loslegen, müssen Sie mit Ihrem Handy über rfcomm bind 0 <bt-adresse> eine serielle Verbindung aufbauen (siehe Kasten 1). Die entsprechende Adresse liefert Ihnen der Befehl hcitool scan:

kim:~ # hcitool scan
Scanning …
      00:0E:07:37:60:03   T610

Danach starten Sie bluemote und überprüfen, ob auf dem Display Ihres Handys die Aufschrift Bluemote erscheint. Wählen Sie jetzt auf dem Mobiltelefon Verbindungen | Zubehör | PC Remote sehen Sie die einzelnen Menüpunkte der Fernsteuerung. Um über Volume die Lautstärke des Players einzustellen, benötigen Sie das Programm aumix-minimal. Es befindet sich ebenfalls auf der Heft-CD.

Von den gestesteten Geräten funktionierte Bluemote leider nur mit den Sony Ericsson Telefonen. Für das Sharp GX 15 und das Motorola V600 gibt es leider keine vergleichbaren Linux-Tools, auch sonst ist Ihr Funktionsumfang sehr beschränkt.

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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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