Sideboard für den Desktop

deskTOPia: SuxPanel

01.12.2004
Platz für ein Panel ist auf dem kleinsten Desktop. Hat der Fenstermanager kein passendes im Gepäck, rüsten Sie einfach selbst eines nach: zum Beispiel das SuxPanel.

deskTOPia

Wie Ihr Linux-Desktop aussieht, bestimmen allein Sie. Mit deskTOPia nehmen wir Sie regelmäßig mit auf die Reise ins Land der Window Manager und Desktop-Umgebungen, stellen Nützliches und Farbenfrohes, Hingucker und hübsches Spielzeug vor.

Eine Seitenleiste, auch Panel genannt, fasst platzsparend mehrere praktische Arbeitsplatz-Erweiterungen wie etwa eine Uhr und ein Startmenü zusammen. Was bei den großen Desktop-Umgebungen KDE und Gnome zur Standardausstattung gehört, müssen Nutzer der meisten einfachen Window Manager zusätzlich installieren. Das SuxPanel [1] von Leandro Pereira ragt mit Features wie einer erweiterten Zwischenablage, Plugins und einem automatisch erzeugten Menü aus der Masse externer Seitenleisten heraus.

Her damit!

RPM- oder Debian-Pakete mit dem SuxPanel gibt es bislang nicht. Sie müssen es daher aus dem Quelltext übersetzen. Das gelingt, wenn mindestens gtk2 in Version 2.0 und das dazu passende Entwicklerpaket installiert ist. Letzteres erkennen Sie bei den meisten Distributionen am Namenszusatz -devel oder -dev. Entpacken Sie das Archiv suxpanel-0.3.tar.bz2 von der Heft-CD und wechseln Sie in das dabei entstandene Verzeichnis suxpanel-0.3. Mit den Kommandos

./configure
make
su -c "make install"

übersetzen und installieren Sie die Seitenleiste. Der Installationsbefehl kopiert das Panel grundsätzlich in die Verzeichnisse unterhalb von /usr. Das können Sie selbst durch den Aufruf von ./configure mit dem Parameter --prefix=/anderer/installationsordner nicht ändern. Wollen Sie das SuxPanel später einmal loswerden, löschen Sie von Hand die ausführbare Datei /usr/bin/suxpanel und den Ordner /usr/share/suxpanel.

Gnome-Menü auf Kommando

Bevor Sie Ihre Neuerwerbung das erste Mal starten, gilt es mit dem Skript suxpanel-install.sh im Quellcode-Verzeichnis eine Benutzerkonfiguration im Ordner ~/.suxpanel anzulegen. Dabei verpasst Ihnen das Skript nicht nur eine Konfigurationsdatei mit den Standardeinstellungen, sondern es durchforstet zusätzlich den Ordner /usr/share/applications nach Menüeinträgen des Gnome-Desktops. Für jede Datei, die auf .desktop endet, erzeugt es einen Eintrag im SuxPanel-Startmenü. Sofern Sie Gnome installiert haben, legen Sie gleich mit einer gut sortierten Programmauswahl los (Abbildung 1).

Abbildung 1: Mit dem Skript "suxpanel-install.sh" übernimmt SuxPanel die Menüeinträge des Gnome-Desktops.

Unter Suse Linux haben Sie damit keinen Erfolg: Diese Distribution installiert Gnome-Programme nach /opt/gnome, wo suxpanel-install.sh nicht nachschaut. Mit einem Text-Editor passen Sie das Skript so an, dass es auch unter Suse Linux die Startmenüeinträge findet. Tauschen Sie in den Zeilen 75, 81, 87 und 107 /usr gegen /opt/gnome aus. Die anderen Vorkommen der Zeichenkette /usr ändern Sie nicht; sie verweisen auf SuxPanel und sein Plugin-Verzeichnis.

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