Software

01.12.2004

Kurz notiert

  • Der langjährige Leiter des Suse Press Verlags, Nicolaus Millin, gründete sein eigenes Verlagshaus mit dem Namen Millin Verlag (http://www.millin.de). Er übernimmt ab Anfang Oktober das komplette Produkt-Portofolio von Suse Press. Der Verlag plant, distributionsunabhängiges, praxisnahes und kompetentes Know-How aus erster Hand zu vermitteln. Den Anfang macht dabei die dritte, erweiterte Auflage des Firewall-Buchs von Wolfgang Barth.
  • Im Rahmen einer Sponsoring-Aktion offeriert die Software-Schmiede SoftMaker (http://www.softmaker.de) ihre aktuelle Office-Suite SoftMaker Office 2004 allen Bildungseinrichtungen gegen eine Schutzgebühr von 12 Euro. Erstmalig kommen Universitäten und Fachhochschulen in den Genuss dieses Angebots; Schüler, Lehrer und Studenten sind ohnehin berechtigt. Bei der angebotenen Lizenz handelt es sich um eine sogenannte Campus-Lizenz, dass heißt, für 12 Euro darf die Software auf jedem Rechner der gesamten Schule oder des Lehrstuhls zum Einsatz kommen. In Zeiten knapper Bildungsbudgets eine interessante Alternative.
  • Anfang Oktober erkannte der ClamAV-Virenscanner (http://clamav.net) die GNU Public License und damit sich selbst auf Grund eines Signaturfehlers als Virus. Die Entwickler beseitigten das Problem umgehend. Verschiedene Online-Medien schlugen daraufhin ClamAV ironischerweise vor, die GPL-Signatur durch eine Signatur zu ersetzen, die Office-Dokumente von Microsoft grundsätzlich als Virus erkennt. Das Unternehmen griff den Vorschlag jedoch nicht auf.
  • Das Angebot von Jeff Merkey, 50.000 Dollar zu zahlen, wenn eine einzige Version des Linux-Kernel unter BSD-Lizenzveröffentlicht wird, brach Mitte Oktober eine hitzige Debatte über den Wert von Linux vom Zaun. Einige Entwickler begannen daraufhin mit dem Versuch, basierend auf der Anzahl der Codezeilen im Linux-Kernel dessen Wert zu berechnen. Beträge zwischen 175 und 612 Millionen Dollar waren das Ergebnis und zeigen, wieviel Mühe im Kernel steckt. Die gebotenen 50.000 Dollar erschienen allen Entwicklern als zu gering. Einig waren sich jedoch alle darin, dass der Linux-Kernel unbezahlbar ist.
  • Vor etwas mehr als einem Jahr berichteten wir schon einmal ausführlich über den Newsreader Slrn (http://slrn.sourceforge.net). Die jetzt erschienene Version 0.9.8.1 zählt zu den sogenannten Minor Updates und korrigiert eine große Anzahl nicht kritischer Fehler. Neu ist außerdem das automatisierte Herunterladen von Artikeln, die im Modus "true offline" eine hohe Trefferzahl erhalten haben. Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, die Belegung von Funktionstasten in der Konfigurationsdatei mit symbolischen Namen zu versehen.

Downhill mit PP-Racer

PP-Racer (http://www.planetpenguin.de/bereich-20.html) ist ein Renn- und Geschicklichkeitsspiel basierend auf der freien Version von Tux-Racer 0.61. Da die neueren Tux-Racer-Versionen nicht mehr unter der GPL stehen, wollen die Entwickler von PP-Racer ein freies und Tux-Racer funktionell ebenbürtiges Spiel schaffen. Ziel des Spiel – auch in der neuen Variante – ist es, einen Pinguin in schneller Fahrt durch eine Ebene zu steuern und dabei verschiedene punktbringende Gegenstände einzusammeln.

Die jetzt erschienene Version 0.1 von PP-Racer glänzt besonders durch ein vereinfachtes System zur Themenverwaltung. Als Streckenplaner dürfen Sie jetzt bis zu 64 Hintergründe für ein Terrain definieren. Terrain und Texturen legt das Programm im PNG-Format ab, was die Datenpaketgröße erheblich reduziert.

Neu ist auch ein rudimentäres Konfigurationsmenü, das manuelle Änderungen an der Konfigurationsdatei unnötig macht. Für künftige Versionen ist ein Ausbau dieses Tools geplant.

Abbildung 1: Bei PP-Racer kommt der Pinguin richtig in Fahrt.

First-Person-Shooter Doom 3

Für die Windows-Plattform ist Doom 3 (http://www.idsoftware.com) seit längerem erhältlich. Nun erscheint der First-Person-Shooter in einer Demo- sowie einer Vollversion für Linux. Als Systemanforderungen empfiehlt der Hersteller einen Pentium III mit 1 GHz, 256 MB Arbeitsspeicher sowie eine OpenGL-fähige Grafikkarte mit 64 MB RAM. Wie üblich gilt: Mehr ist besser. Besitzen Sie eine ATI-Grafikkarte, müssen Sie sich gedulden, da Doom 3 mit ATIs Linux-Treiber nicht fehlerfrei funktioniert. Der Hersteller arbeitet aber bereits an einer korrigierten Version.

Zur Sound-Ausgabe verwendet Doom 3 noch die alte OSS-API und bietet damit lediglich Stereoklang. Das Alsa-Soundsystem wird augenblicklich noch nicht unterstützt. Beitzen Sie bereits eine Windows-Vollversion, laden Sie einfach die 7,5 MB große Linux-Engine direkt vom FTP-Server des Herstellers. Dort liegt außerdem eine 485 MB große Demoversion bereit, die alle Komponenten enthält.

Datei löschen mit Keep

Bei komplexen Dateilöschungen kommen Sie meist nicht um reguläre Ausdrücke herum. Die Platzhalter sind aber nicht immer einfach zu bedienen, jeder Fehler ist verhängnisvoll – gerade wenn einige wenige Dateien erhalten bleiben sollen. Hier hilft das Programm Keep (http://keep.sourceforge.net/). Statt wie gewohnt die zu entfernenden Dateinamen anzugeben, teilen Sie der Software mit, welche Dateien nicht gelöscht werden soll.

Die dabei verwendeten Parameter lehnen sich an den Unix-Befehl rm an, was eine intuitive Bedienung ermöglicht. Im Augenblick ist Keep in Version 0.51 verfügbar. Wichtigste Neuerung dieser Version ist die Ausgabe einer Hilfestellung, wenn Sie Keep ohne Parameter aufrufen. Damit arbeitet das Perl-Skript Unix-konformer.

Abbildung 2: Mit Keep löschen Sie sehr einfach selektiv Dateien aus einem Verzeichnis.

Freigaben verwalten mit dem SMB Commander

Für den Zugriff auf ein freigegebenes Samba-Laufwerk bietet sich alternativ zu Smbclient die Software Samba Commander (http://smbc.airm.net/en/) an. Das Konsolen-Programm glänzt durch eine übersichtliche Oberfläche, die sich in der Aufteilung in zwei Bereiche an den Midnight Commander anlehnt ist. Zudem enthält Samba Commander mehr Funktionen als Smbclient, das sich lediglich mit einem einfachen FTP-Client vergleichen lässt.

Auf der linken Seite finden Sie alle Dateien des lokalen Verzeichnisses, auf der rechten Hälfte die Liste aller verfügbaren SMB-Netzwerke. Nach Auswahl des entsprechenden Netzwerks zeigt das Programm auf den nächsten Hierarchie-Ebenen alle Rechner sowie deren verfügbare Freigaben an.

Je nach dem, für welche Freigabe Sie sich entscheiden, führen Sie alle weiteren Dateioperationen auf dieser Ressource aus. So könne Sie etwa nach bestimmten Dateien suchen und selbstverständlich auch Dateien zwischen lokalem Laufwerk und dem Remote-Rechner austauschen. Ein Statusfenster erteilt Auskunft über den Stand der Dateiübertragung. Die aktuelle Version 1.0 von Samba Commander besticht besonders durch die verbesserte Dokumentation. Hierzu zählt die lang erwartete neue Manpage.

Abbildung 3: Durch die zweigeteilten Anzeige wirkt der Samba Commander sehr übersichtlich.

Bequem scannen mit Xsane

Mit der grafischen Oberfläche Xsane (http://www.xsane.org/) scannen Sie selbst remote über ein Netzwerk bequem Dokumente oder Bilder. In Punkto Funktionalität und Komfort steht das Programm dabei den vergleichbaren Windows-Pendants in nichts nach. In einem Vorschaubereich legen Sie den gewünschten Ausschnitt sowie die Auflösung fest und passen außerdem Helligkeit, Kontrast und die Farbe an.

Das Ergebnis des Scans schreibt die Software entweder direkt in eine Datei oder übergibt es an einen Bildbetrachter. Selbstverständlich besitzt das Programm eine Kopierfunktion, die ein gescanntes Dokument sofort auf einem Drucker ausgibt. Darüber hinaus können Sie eingelesene Dokumente direkt faxen (installierte Fax-Software vorausgesetzt) oder den Scan sofort als E-Mail-Anhang verschicken. Bei der aktuellen Version 0.96 verbesserten die Entwickler die Fax- und Mail-Funktionalität und fanden im übrigen noch Zeit, die Übersetzungen von Xsane auf den aktuellen Stand zu bringen.

Mit JFDraw auf allen Plattformen zeichnen

Bei Vektorzeichenprogrammen denken die meisten sofort an native Programm wie Gestalter, Skencil oder Inkscape. Mit JFDraw (http://www.jfimagine.com) stößt jetzt eine Java-Applikation in diese Domäne vor. Das Programm verfügt über alle wichtigen Funktionen, wie beispielsweise verschiedene Arten von Linien und geometrischen Figuren. Diese Objkte können Sie bei Bedarf auch zu Gruppen zusammenfassen.

Wie die zu Beginn genannten Programme legt JFDraw vektorisierte Bilder nur in einem eigenen Format ab. Andere vektorbasierte Formate kennt die Software bislang nicht. Sie haben jedoch die Möglichkeit, Bilder in einem pixelbasierten Format wie JPG, PNG oder GIF zu speichern. Eine vektorbasierte Nachbearbeitung ist dann aber nicht mehr möglich. Die jetzt erschienene Version 1.2.1 bringt vor allem Verbesserungen bei der Verwaltung und Gruppierung geometrischer Figuren und Objekte mit sich. (Uwe Vollbracht/agr)

Abbildung 4: Zwar noch kein echter Corel-Draw-Konkurrent, bietet JFDraw trotzdem umfangreiche Funktionen.

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