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USB funkt

Sieben USB WLAN-Adapter im Test

01.12.2004 Elektronikgeräte werden immer kleiner, so auch WLAN-Adapter, die es neuerdings auch als USB-Sticks gibt. Dieser Artikel zeigt Ihnen, worauf Sie beim Kauf achten sollten, und wie Sie die unterstützten Geräte in Betrieb nehmen.

Die Biergarten-Zeit ist zwar bereits vorbei, aber ein Wireless-LAN-Adapter leistet nicht nur im Freien gute Dienste, sondern auch in der eigenen Wohnung, am Arbeitsplatz, auf Flughäfen und an immer mehr Orten mit öffentlichem WLAN-Zugang. Seit einiger Zeit gibt es auch WLAN-Karten mit USB-Schnittstelle, die nicht größer als handelsübliche USB-Memorysticks sind und somit auch in der kleinsten Tasche Platz finden.

Beim Kauf dieser Adapter ist jedoch noch Vorsicht geboten. Vor allem die neuen 54 Mbit-Sticks unterstützt Linux noch kaum, aber auch bei älteren Modellen kann es zu Schwierigkeiten kommen.

Tabelle 1: Testgeräte im Überblick.

Name

Hersteller

Chip

Modul

Geschwindigkeit

Linuxtreiber

Acces Point

Ad-Hoc

Preis ca.

MA111 Netgear Prism2 prism2_usb 11 Mbit/s x x x 30 Euro
DWL-122 D-Link Prism2 prism2_usb 11 Mbit/s x x x 25 Euro
DWL-G122 D-Link Ralink rt2570 54 Mbit/s x1 x 0 55 Euro
WL-U356 Planet ZyDAS ZD1211 zd1211 54 Mbit/s x 0 0 40 Euro
WG111 Netgear Prism Frisbee? ? 54 Mbit/s 0 0 0 55 Euro
C54RU Conceptronic Intersil/Prism ? 54 Mbit/s 0 0 0 30 Euro
SMC2862W-G SMC Networks Prism Frisbee prism54u 54 Mbit/s x 0 0 50 Euro
1 Treiber noch nicht offiziell erhältlich

Auf der sicheren Seite

Mit der Verbreitung von WLAN-Geräten steigt auch die Zahl der Hersteller und Anbieter von USB-WLAN-Sticks. Quasi out-of-the-box funktionieren zur Zeit allerdings nur 11 Mbit USB-Adapter mit Prism2-Chipsatz, wie die von der Redaktion getesteten Geräte Netgear MA111 und D-Link DWL-122 (siehe Tabelle 1). Eine Liste sämtlicher von Linux-wlan-ng zur Zeit unterstützten Geräte finden Sie unter [1].

Am einfachsten geht die Inbetriebnahme dieser zwei Adapter unter SuSE Linux ab Version 9.0. Nach dem Anschliessen des Adapters starten Sie in YaST das Modul zum Einrichten der Netzwerkkarte, markieren den Punkt Andere (nicht erkannte) und klicken auf Konfigurieren.... Unter Gerätetyp wählen Sie den Eintrag Drahtlos aus und klicken dann unten rechts auf Auswahl aus Liste. Hier nehmen Sie den untersten Eintrag Wireless Device, das das Kernel-Modul prism2_usb.o verwendet und bestätigen mit OK (siehe Abbildung 1). Klicken Sie dann auf Einstellungen für Funkverbindungen und stellen Sie die ESSID und den Betriebsmodus ein.

Abbildung 1: Einrichten eines USB WLAN-Adapters mit Prism2-Chipsatz unter SuSE Linux 9.1.

Möchten Sie über den WLAN-Adapter auf einen Access-Point (zum Beispiel im englischen Garten in München) oder einen WLAN-DSL-Router zu Hause zugreifen, ist der entsprechende Modus Verwaltet (managed) bereits eingestellt. Sie brauchen nur noch die ESSID einzugeben und auf OK zu klicken (siehe Abbildung 2). Sie gelangen dann zum Bildschirm Manuelle Konfiguration der Netzwerkkarte zurück. Läuf auf Ihrem Access-Point ein DHCP-Server (die Regel), können Sie Weiter / Beenden drücken und lossurfen. Läuft auf dem Access-Point kein DHCP-Server müssen Sie eine statische Netzwerkadresse eingeben. Die nötigen Informationen dazu finden Sie in der Dokumentation Ihres Access-Points oder WLAN-Routers.

Abbildung 2: Ohne richtige ESSID finden die Wireless-Geräte nicht zueinander.

Haben Sie vor, eine direkte Verbindung mit einem anderen PC aufzubauen benötigen Sie den Modus Ad-Hoc. In diesem Fall müssen Sie unbedingt auch den Kanal angeben, über den Sie kommunizieren möchten. Da das Linux-wlan-ng-Projekt in der Grundeinstellung Kanal 6 benutzt, sind Sie damit auf der sicheren Seite. Klicken Sie dazu in dem auf Abbildung 2 zu sehenden Dialog auf Einstellungen für Experten und wählen Sie den entsprechenden Kanal aus der Liste aus. Nach Bestätigung über OK und Weiter gelangen Sie zum Dialog, in dem Sie die Netzwerkadresse festlegen können. Hier wählen Sie den Punkt Konfiguration der statischen Adresse und geben die entsprechende IP-Adresse ein. Wählen Sie beispielsweise 192.168.1.1 auf dem einen Rechner und 192.168.1.2 auf dem PC, mit dem Sie die Verbindung aufbauen möchten.

Nach einem Klick auf Weiter ist Ihr USB-Adapter betriebsbereit. Unter anderen Distributionen müssen Sie den Adapter von Hand einrichten. Wie das geht, lesen Sie in Kasten 1.

Kasten 1: Prism2_usb nachrüsten

Um einen USB-WLAN-Adapter mit Prism2 Chipsatz in Betrieb nehmen zu können brauchen Sie linux-wlan-ng [2] und die wireless-tools [3]. Während die meisten Distributionen dafür zwei verschiedene Pakete vorsehen, ist unter SuSE Linux linux-wlan-ng Teil des wireless-tools Paketes und Sie müssen die Tools nicht nachinstallierren. SuSE benutzt zudem einen leicht anderen Weg um die Prism2-USB-Adapter einzurichten, so dass SuSE-Benutzer einfach YaST dazu benutzen können.

Um die wireless-tools zu kompilieren entpacken Sie die tar.gz-Datei auf der Heft-CD, wechseln dann ins entsprechende Verzeichnis und geben dann einfach den Befehl make aus. Per Default installiert root mit make install die Tools nach /usr/local. Möchten Sie einen anderen Pfad wählen (zum Beispiel /usr), müssen Sie das Makefile editieren. Die Installation von linux-wlan-ng erfolg ähnlich. Hier startet make config einen Konfigurations-Dialog, in dem Sie festlegen, welche Treiber Sie benötigen. Für den USB-Stick verneinen Sie die ersten drei Fragen und antworten nur bei Build Prism2.5 USB (_usb) driver? (y/n) mit [y] und [Enter]. Alle weiteren Fragen können Sie mit [Enter] abschliessen. Sind die Kernelquellen installiert und richtig konfiguriert startet danach make den Übersetzungsvorgang und make install als root installiert das Programm.

Nach der Installation fügen Sie die Zeile

alias wlan0 prism2_usb

am Ende Ihrer /etc/modprobe.conf respektive /etc/modules.conf (für Kernel 2.4.x) ein und laden dann mit modprobe prism2_usb das entsprechende Kernelmodul. Nun sollte iwconfig die Karte bereits als wlan0 aufführen (siehe Kasten 2).

Um Ihren Adapter in Betrieb zu nehmen müssen Sie zwei Dateien im Verzeichnis /etc/wlan/ editieren. Damit sich zwei Wireless-Karten im Ad-Hoc-Modus überhaupt sehen, brauchen sie nebst einer IP-Adresse auch eine eindeutige Netzwerk-ID, die ESSID. Setzen Sie deshalb in /etc/wlan/wlan.conf einen entsprechenden Wert für die Variable SSID_wlan0 ein (um Zeile 80), zum Beispiel

SSID_wlan0="drahtlos"

Danach müssen Sie die Datei /etc/wlan/wlancfg-DEFAULT auf den Namen Ihrer ESSID umbenennen (dem Beispiel entsprechend also nach wlancfg-drahltlos), und um Zeile 31 IS_ADHOC=n nach IS_ADHOC=y ändern, um den Ad-Hoc-Modus benutzen zu können. Starten Sie jetzt den WLAN-Dienst mit /etc/init.d/wlan start. Ist alles gut gegangen, weisen Sie dem Gerät zum Beispiel über ifconfig wlan0 192.168.1.1 netmask 255.255.255.0 eine IP-Adresse zu und pingen dann den Partnerrechner mit ping 192.168.1.2 (die IP-Adressen müssen Sie Ihren Gegebenheiten entsprechend anpassen).

Um auf einen Access-Point zuzugreifen wählen Sie anstelle des Ad-Hoc Modus den Modus managed. Das heisst, dass Sie den Eintrag in /etc/wlan/wlancfg-drahltloswieder auf IS_ADHOC=n ändern müssen. Da im verwalteten Modus der Access-Point den Kanal festlegt, müssen Sie noch den Channel-Scan aktivieren, damit der WLAN-Adapter alle Kanäle durchsucht. Setzen Sie dazu die Variable WLAN_SCAN in der Datei /etc/wlan/wlan.conf auf WLAN_SCAN=y. Wissen Sie, welchen Kanal Ihr Access-Point benutzt, können Sie auch unter ChannelList die nicht benötigten Kanäle löschen, damit der Scan schneller geht.

Fehlersuche

Klappt die Verbindung nicht auf Anhieb, lohnt es sich zunächst mit iwconfig zu überprüfen, ob das System den Wireless-LAN-Adapter überhaupt erkannt hat. Eine entsprechende Ausgabe ist in Kasten 2 zu sehen. Zeigt der Befehl keine Wireless-Geräte an, überprüfen Sie mit /sbin/lsmod | grep prism ob das Modul prism2_usb überhaupt geladen ist. Laden Sie notfalls das Modul mit modprobe prism2_usb von Hand nach. Aufschlussreich sind auch die Kernelmeldungen während des Anschließens des USB-Sticks. Geben Sie dazu in einem Terminalfenster als root den Befehl tail -f /var/log/messages ein und beobachten Sie die Meldungen im Terminalfenster währenddem Sie den Stick ein- oder ausstecken. Unter Systemen mit Hotplug-Unterstützung (zum Beispiel Fedora, Mandrake und SuSE) sollte Linux das Modul automatisch laden, wenn Sie den WLAN-Stick anschließen.

Weiter lohnt es sich auch die Firewall zu überprüfen. SuSE Linux startet zum Beispiel seit Version 9.2 automatisch eine Firewall, wenn ein Netzwerkgerät aktiviert wird. Passen Sie deshalb die Einstellungen der Firewall auf das neue Device an, oder deaktivieren Sie die Firewall zunächst, um Fehler auszuschließen.

Kasten 2:Beispielausgabe von iwconfig

Ohne Verschlüsselung im Ad-Hoc Modus

suse92:/home/marcel # iwconfig
lo        no wireless extensions.
eth0      no wireless extensions.
wlan0     IEEE 802.11-DS  ESSID:"drahtlos"  Nickname:"suse92"
          Mode:Ad-Hoc  Frequency:2.442 GHz  Cell: 02:0F:DA:B5:C1:3E
          Bit Rate:2 Mb/s   Tx-Power:2346 dBm
          Retry min limit:8   RTS thr:off   Fragment thr:off
          Encryption key:off
          Link Quality=0/92  Signal level=-100 dBm  Noise level=-100 dBm
          Rx invalid nwid:0  Rx invalid crypt:0  Rx invalid frag:0
          Tx excessive retries:0  Invalid misc:0   Missed beacon:0
sit0      no wireless extensions.

Mit Verschlüsselung im Managed Modus

client:/home/otto # iwconfig
lo        no wireless extensions.
eth0      no wireless extensions.
wlan0     IEEE 802.11-b  ESSID:"drahtlos"  Nickname:"drahtlos"
          Mode:Managed  Frequency:2.462 GHz  Access Point: 00:09:5B:2D:B8:98
          Bit Rate:11 Mb/s   Tx-Power:2346 dBm
          Retry min limit:8   RTS thr:off   Fragment thr:off
          Encryption key:3BFA-1658-F26F-65BB-1015-0222-49   Security mode:open
          Link Quality=92/92  Signal level=-40 dBm  Noise level=-95 dBm
          Rx invalid nwid:0  Rx invalid crypt:0  Rx invalid frag:0
          Tx excessive retries:0  Invalid misc:0   Missed beacon:0
sit0      no wireless extensions.
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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

Zum Blog von Marcel Hilzinger →


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LinuxUser 06/2012

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