K-Splitter

01.12.2004

Kurz notiert

  • Update für KDE: Vor kurzem haben die Entwickler KDE 3.3.1freigegeben. Die neue Version behebt Fehler im KDE-Browser Konqueror, der KDE JuK Box sowie dem Edutainment-Paket Kdeedu. Die Tuning-Arbeiten am Plastik-Stil verliefen so erfolgreich, dass der Stil richtig schnell arbeitet und damit ein ernster Anwärter auf den Standardstil in KDE 3.4 ist. Im Web-Entwicklungsumgebung Quanta steht mit dieser Version der Modus Visual Page Layout (VPL) ähnlich WYSIWYG zur Verfügung.
  • Das Projekt-Management-Tool Taskjugglererhält ein Unterprojekt namens Taskjuggler IDE. Dieses ersetzt künftig Ktjview. Für das ehrgeizige Projekt suchen die Maintainer derzeit Entwickler, Tester und Übersetzer. Außerdem braucht das neue Frontend für Taskjuggler noch einen besseren Namen – Vorschläge sind ausdrücklich erwünscht. Die täglichen CVS-Schnappschnüsse stehen auf der Homepage zum Download (http://www.taskjuggler.org/download/taskjuggler-cvs.tar.bz2) bereit.
  • Einen informativen Akademy-Nachklapp haben Christian Fredrik Kalager Schaller und Scott Wheeler online gestellt. Es handelt sich dabei um eine GStreamer und KDE-Einführungmit den dazugehörigen Folien, Texten und Videos. Sie finden die Dokumente und Dateien ab sofort auch im Netz. An die Links zu den betreffen Seiten gelangen Sie am einfachsten über das CVS-Degist (http://cvs-digest.org/index.php?issue=oct152004).

Neuer Look für KDE auf dem Mac

Für eingefleischte Apple-Nutzer ist der Weg zum KDE-Desktop jetzt noch leichter geworden: Vor kurzem hat Terra Soft Solutions die Final-Version seiner Linux-Distribution Yellow Dog Linux 4.0 für PowerPC veröffentlicht. Mit von der Partie: KDE 3.3.

Allerdings hat der Terra-Soft-Grafiker Jake Fedie der KDE-Oberfläche in dem auf Fedora Core 2 basierenden Yellow Dog ein der Distribution angepasstes neues Aussehen spendiert. Dieses lässt KDE und das ebenfalls enthaltene Gnome einheitlich aussehen und kommt auch für den auf Anaconda beruhenden Installer zum Einsatz. An der Funktionalität der Komponenten ändert das jedoch nichts.

Yellow Dog 4.0 beinhaltet außerdem OpenOffice 1.1.1, Rhythmbox 0.8.3 und Mozilla 1.7. Getestet wurde auf Apples G3-IBooks, diversen IMac-Modellen, G4-PowerBooks und G4-Power-Macs. Laut Hersteller soll das System zudem auf den aktuellen Power Macs G5 laufen.

Die Anzahl der CDs ist in dieser Version auf acht angewachsen, mittels des mitgelieferten Mac-On-Linux können zudem Applikationen für Mac OS 9 und Mac OS X unter Linux ausgeführt werden. Erhältlich ist das Software-Paket (inklusive Handbuch und Aufkleber) ab sofort im Onlineshop des Herstellers (http://www.terrasoftsolutions.com/store/). Für Mitglieder der kostenpflichtigen Online-Community (http://www.ydl.net/) stehen außerdem ISO-Images zum Download bereit.

Novell verabschiedet sich vom Hybrid-Desktop

Novell stellt Anwender weiterhin vor die Wahl: KDE oder Gnome heißen die Alternativen für den Desktop. Entgegen ersten Ankündigungen zu Beginn des Jahres gibt es künftig doch keinen Desktop, der die besten Eigenschaften aus Gnome und KDE vereinigt. Bei der Installation darf der Benutzer zwischen Gnome 2.6 oder KDE 3.3 auswählen.

Als Begründung führte das Unternehmen vor allem die geografisch klar zu trennenden Vorlieben der Linux-Nutzer an: Während in ganz Europa und inbesondere in Deutschland klar KDE die populärste Desktop-Umgebung sei, dominiere in den USA unter anderem aufgrund der Bemühungen von Red Hat und Sun Microsystems das GTK-basierte Gnome, so Novell.

Das Ergebnis dieser Bemühungen bekommen ungeduldige Anwender wahrscheinlich eher zu Gesicht als erwartet. Erweckten Novell-Verantwortliche im Sommer auf der Linux World Conference in San Francisco noch den Eindruck, mit dem Linux Desktop sei frühestens 2005 zu rechnen, befindet sich dieser jetzt bereits im dritten Beta-Stadium und ziert vielleicht schon Anfang Dezember als vorgezogenes Weinachtsgeschenk so manchen Rechner.

Neue Amarok-Version freigegeben

Der Mediaplayer Amarok ist eine der beliebtesten Anwendungen der KDE-Familie und ihr Quellcode wächst von allen Applikationen im KDE-CVS-Baum mit am schnellsten. Daher wundert es niemanden, dass die Entwickler regelmäßig neue Versionen veröffentlichen.

Unverändert zur Vorversion bleibt der modulare Aufbau des Players ein wichtiges Merkmal der Software. Derzeit unterstützt das Programm die Backends Arts, Xine und Gstreamer zur Tonausgabe auf die Sound-Karte. Als brandneues Feature im aktuellen Release mit dem Codename "I am a rock") integrierten die Entwickler den automatische Album-Cover-Download via Amazon samt Cover-Manager (Abbildung 1).

Ein Einrichtungsassistent erleichtert mit diesem Release den einfachen Einstieg in Amarok. Außerdem erlaubt das Programm nun den Zugriff auf einen Media Applikation Server (MAS). Ein Zusatzprogramm hilft bei der Organisation der Playlisten. Ebenfalls neu: Über ein Plugin lassen sich MP3-/Ogg- oder Audio-CDs direkt in K3B brennen. Mittels optional animiertem Systray-Icon steuern Sie die Anwendung mit wenigen Mausklicks.

Doch damit nicht genug: Die aktuelle Version 1.1 enthält ein Bewertungssystem, Crossfading für das Gstreamer-Backend, einen erweiterten Tag-Dialog mit Musicbrainz und Unterstützung für Massen-Tagging sowie ein neues Handbuch mit Tipps und vielen Abbildungen. Zu guter Letzt übernimmt das Player-Fenster nun die aktuellen KDE-Farben.

Abbildung 1: Amarok verfügt ab sofort über einen wohldurchdachten Cover-Manager.

Desktop-Tuning

Für einen echten Performance-Schub beim Gebrauch von KDE sorgt in der Regel zwar letztlich nur ein Hardware-Update, aber der ein oder andere kleine Geschwindigkeitszuwachs lässt sich mit cleverem Drehen an der Konfigurationsschraube erreichen. Tricks und Tipps zum Desktop-Tuning liefert das Dokument "The KDE Performance Tips" (http://wiki.kde.org/tiki-index.php?page=Performance%20Tips), das vor kurzem überarbeitet und erweitert wurde. Es behandelt das Startverhalten sowie die Dienste der Desktop-Umgebung und nennt mögliches Einsparpotiential im Ressourcenverbrauch.

Wenn Sie weitere Tipps hinzufügen, bereits vorhandene Tipps aktualisieren oder über vorhandene diskutieren möchten, tauschen Sie sich am einfachsten mit Gleichgesinnten auf der Mailing-Liste KDE-Optimize (https://mail.kde.org/mailman/listinfo/kde-optimize) aus. Die Maintainer des Dokumentes weisen in diesem Zusammenhang jedoch ausdrücklich darauf hin, dass diese Liste lediglich zum Arbeiten an Optimierungen von KDE gedacht ist und nicht als Beschwerde-Forum erboster Anwender.

Abbildung 2: Tricks zum Desktop-Tuning grafisch hübsch aufbereitet.

Nokia setzt auf HTML-Renderer von KDE

Gtk+ Webcore heißt die jüngste Portierung der HTML-Rendering-Engine KHTML auf GTK. Der Name kommt nicht von ungefähr, denn das neue Produkt aus dem Hause Nokia setzt auf Apples WebCore auf. Dieses basiert wiederum auf der Rendering-Engine des KDE-Projekts. Gtk+ Webcore umfasst den Javascript-Interpreter KJS, die Rendering-Engine KHTML, einen Qt-Porting-Layer, ein Webkit-API zur Einbettung sowie einen Referenz-Browser (Abbildung 3).

Das Nokia Research Center versucht mit dieser Software das Design von KHTML mit den Verbesserungen von Apples Webcore zu verbinden und das Resultat daraus für Gnome verfügbar zu machen.

Das Projekt befindet sich derzeit in der Alpha-Phase. Alle Bestandteile des Software-Paketes stehen auf Sourceforge (http://sourceforge.net/projects/gtk-webcore) im Quelltext zum Download bereit. Weitere Informationen zu den Portierungsbemühungen und Entwicklungsfortschritten finden Sie auf der passenden Homepage (http://gtk-webcore.sourceforge.net/).

Abbildung 3: Nokias Referenzbrowser liefert bereits im Alpha-Stadium ein scharfes Bild.

Konqi lernt laufen

Einen tollen Einstand gab KDE-Artist-Newcomer Bastian Salmela (Spitzname Basse): Sehr zur Freude seiner Mitstreiter präsentierte er auf der Mailing-Liste KDE-Artist eine Reihe neuer Grafiken von Konqi, dem Drachen sowie das erste Konqi-Video. Im Gegensatz zu bereits bestehenden Versionen erstellte Salmela dieses mit der freien Software Blender. Die KDE-Gemeinde zögerte da nicht lange und setzte Basses Video "Magical Rope of Curiosity" Anfang Oktober auf der Linux World Conference & Expo 2004 in London als Hingucker ein.

Das Video inklusive aller anderen Grafiken samt deren Quellen finden sich auf Bastians Web-Seite (http://www.kimppu.org/basse/kde/) sowie auf der Clipart-Seite (http://www.kde.org/stuff/clipart.php) des KDE-Projektes. Und die wohl beste Neuigkeit: Basse arbeitet bereits an weiteren Videos und verbessert nebenbei das Konqi-Model, so dass die KDE-Community künftig nicht auf bewegte Bilder ihres Maskottchens verzichten muss. (Stefanie Teufel/agr)

Glossar

CVS-Baum

Wenn mehrere Entwickler an einem Software-Projekt arbeiten, ist ein Verfahren nötig, das verhindert, dass jemand Änderungen seiner Mitprogrammierer aus Versehen überschreibt oder die einzige funktionsfähige Version zerstört. Viele Projekte – darunter KDE – verwenden daher ein Versionskontrollsystem, im speziellen das Concurrent Version System (CVS). Aus einem CVS-Dateibaum lässt sich ein älterer Entwicklungsstand jederzeit rekonstruieren, doch am häufigsten wird er natürlich verwendet, um den aktuellen Programmcode zu erhalten.

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