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Fedore Core 3 Preview

Alte Schale, neuer Kern

Red Hats freie Community-Distribution Fedora Core erscheint demnächst in Version 3. Oberflächlich hat sich nicht viel geändert, aber einige Neuerungen machen das des Endusers leichter. Ein Blick auf den letzten Release-Kandidaten gibt einen Vorgeschmack.

Was ist eigentlich Fedora? Viele Linux-Benutzer sind skeptisch, wenn sie von der Distribution diesen Namens hören. Fedora [1] beruht zwar auf bewährte Red-Hat-Technologie, was der Namen aber nicht verrät. Die Firma Red Hat hat die Entwicklung der End-User-Version vor einiger Zeit offiziell an die freie Software-Community übergeben. Trotzdem arbeiten Red-Hat-Entwickler weiterhin an wichtigen Bestandteilen der Distribution. Die Erfahrungen mit Fedora fließen teilweise wieder in das Red-Hat-Enterprise-Linux ein.

Update oder Neuinstallation

Im Test brachten wir ein laufendes Fedora Core 2 mit Yum auf den Stand Core 3 Release-Kandidat 5 (siehe [2]). Die endgültige Version (Final Release) soll am 8. November erscheinen. Von Fehlerbehebungen (Bugfixes) abgesehen werden sich die beiden aber kaum unterscheiden.

Das Update, wie in [3] beschrieben, verlief ohne größere Probleme. Wir mussten lediglich einige Paketabhängigkeiten von Hand auflösen, was vor allem mit Nicht-Fedora-Paketen zusammenhing. Auch eine Neuinstallation mit einer selbstgebrannten DVD funktionierte reibungslos. Ein Update auf die endgültige Fassung wird genauso vonstatten gehen.

Ob man auch einen Release-Kandidaten updaten kann, wurde auf der Mailing-Liste diskutiert, allerdings mit offenen Ergebnis: Mit etwas Know-How kann es klappen. Garantie gibt es aber keine, denn es ist kein offizieller Weg. Mit Erscheinen dieses Hefts wird die Final-Release ohnehin auf allen Servern und Mirrors liegen.

Hardwareverwaltung einfacher

Das Leben des Endbenutzers soll ein neues Hardwaremodell erleichtern, der Hardware Abstraction Layer (HAL). Wie man das von Windows kennt, erscheint ein passendes Icon auf dem Desktop, wenn der Anwender zum Beispiel eine Kamera im PC einsteckt. Im Test zeigte der Gnome-Desktop dann auch den eingesteckten USB-Stick als Icon an (Abbildung 1). Dafür sorgen die entsprechenden hal-Pakete, der gnome-volume-manager und das neue Gerätedateisystem udev.

Abbildung 1: Das neue Fedora mountet automatisch den eingesteckten USB-Stick und zeigt unter Gnome das passende Icon auf dem Desktop

Bisher besaß jedes Stück Hardware eine feste Gerätedatei im Verzeichnis dev. Weil die Distributor nicht wissen konnten, welche Hardware der User besitzt, legten sie sicherheitshalber für jedes bekannte Gerät eine solche Datei an. Deshalb liegen dort meist um die 1500 Dateien – nicht gerade sehr übersichtlich. Das neue Udev legt für neue Hardware nach Bedarf Gerätedateien an. Natürlich lassen sich mit Udev auch fixe Einträge anlegen, was im Test für den Nvidia-Treiber nötig war. Mit dem gibt es übrigens bislang auch noch andere Schwierigkeiten: Weil der offizielle Treiber eine Kernelvariable nutzt, die die Kernelentwickler entfernt haben, lässt er sich nun nicht mehr kompilieren. Im Internet findet man Anleitungen, den Treiber selbst so zu verändern, dass das klappt. Nvidia bot bis Redaktionsschluss jedenfalls keine aktualisierte Software an.

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