qlwm

Taskbar und Menü inklusive

Wer bei der Qt-Bibliothek gleich an KDE denkt, kennt qlwm noch nicht. Auch dieser schnelle und ressourcen-schonende Fenstermanager basiert auf dem Toolkit von Trolltech.

deskTOPia

Wie Ihr Linux-Desktop aussieht, bestimmen allein Sie. Mit deskTOPia nehmen wir Sie regelmäßig mit auf die Reise ins Land der Window-Manager und Desktop-Umgebungen, stellen Nützliches und Farbenfrohes, Hingucker und hübsches Spielzeug vor.

Es ist ein Kampf, sich unter Linux den richtigen Desktop zusammenzubauen. Zwar liefern die Distributionen unzählige Window-Manager mit, doch trotzdem ist nicht für jeden der richtige dabei. Wer immer noch auf der Suche nach einer performanten und dennoch komfortablen Arbeitsoberfläche ist, sollte sich den auf Qt basierten qlwm [1] ansehen: Dieser schnelle Window-Manager bringt alles mit, was einen gut ausgestatteten Desktop ausmacht: eine Task-Leiste mit Mail-Monitor und Uhr, ein Startmenü und virtuelle Desktops.

Installation

qlwm gibt es ausschließlich im Quellcode: der Griff zum Compiler ist daher Pflicht. Damit das problemlos klappt, müssen die Qt-Bibliothek und das entsprechende Entwicklerpaket installiert sein. Sind diese Pakete vorhanden, entpacken Sie das qlwm-Archiv von unserer Heft-CD oder der Homepage des Projekts mit dem Befehl tar -xzf qlwm-3.1.tar.gz. Wechseln Sie in das dabei entstandene Verzeichnis qlwm-3.1 und übersetzen Sie den Fensterherrscher mit make. Ein abschließendes su -c "make install" installiert ihn nach /usr/local/qlwm/. Dabei erzeugt make install zusätzlich den symbolischen Link /usr/local/bin/qlwm. Ein abschließendes make install-config kopiert die qlwm-Grundkonfiguration in Ihr Home-Verzeichnis. Neben dem Fenstermanager selbst hat der make-Befehl gleich noch zwei Applets für die qlwm-Taskbar übersetzt: die unvermeidliche Uhr und ein Tool, das Sie über neue E-Mails informiert.

Erster Start

Melden Sie sich im Textmodus am System an, sorgen Sie mit der Zeile

exec /usr/local/bin/qlwm

in der Datei ~/.xinitrc dafür, dass startx den neuen Window-Manager startet. Beim grafischen Login über KDM oder GDM ist die Sache etwas komplizierter: Wie Sie einen neuen Fenstermanager in die Auswahl dieser grafischen Anmeldeprogramme integrieren, verraten wir im Artikel Hereinspaziert in dieser Ausgabe.

Nach dem ersten Start präsentiert sich qlwm mit einer aufgeräumten Oberfläche, die eine Task-Leiste am unteren Bildschirmrand ziert (Abbildung 1). Darin integriert warten mehrere Tools: von links nach rechts ein Pager, eine Schaltfläche, die die Fensterliste auf den Plan ruft, und der Menü-Button. Rechts unten sitzen die Uhr und der Mail-Monitor. Der Post-Melder überwacht die Datei /var/spool/mail/benutzername und färbt sich rot, sobald eine neue Nachricht eintrudelt. Anwender, die ihre Post mit fetchmail [2] vom Provider abholen, haben so den Status ihrer Mailbox immer im Blick.

Abbildung 1: qlwm bietet eine Task-Leiste mit Startmenü, Mail-Monitor, Uhr und Pager.

Die Fensterdekoration ist schlicht und besteht aus zwei Anfassern am unteren Rand zum Vergrößern und Verkleinern sowie einer Titelleiste. Hinter dem Button links oben verbergen sich gleich drei Funktionen, die Sie abhängig von der verwendeten Maustaste aufrufen. Ein Linksklick minimiert das Fenster, ein Rechtsklick maximiert es. Denselben Effekt erreichen Sie mit einem Rechtsklick auf eine beliebige Stelle der Titelleiste. Klicken Sie den Button mit der mittleren Maustaste an, aktivieren Sie den Kachelmodus: Dann ordnet qlwm alle Fenster nebeneinander statt übereinander an, so dass Sie auch mehrere Fenster optimal im Blick haben. Der rechte Knopf dient zum Schließen des Fensters. ÜberDrag & Drop mit der linken Maustaste können Sie Fenster an der Titelleiste packen und verschieben. Ein Klick mit der mittleren Maustaste auf diese Leiste öffnet das Fenstermenü (Abbildung 2), in dem Sie z. B. festlegen, ob Sie ein Fenster auf allen drei Desktops haben wollen. Der richtige Schalter dafür ist Sticky (klebrig).

Abbildung 2: In diesem Menü legen Sie die Fenstereinstellungen fest.

Unter Distributionen mit einer zu hohen Version von Qt, etwa Suse Linux 9.1, gibt es leider einen kleinen Schönheitsfehler: Die Uhr und der Mail-Monitor starten in einem eigenen Fenster und nicht wie vorgesehen als Applet in der Task-Leiste. Das liegt daran, dass sich die Klassenbezeichner geändert haben; sie beginnen jetzt mit einem Großbuchstaben. Um qlwm davon zu überzeugen, die Uhr in die Task-Leiste einzubetten, bearbeiten Sie die Datei ~/.qlwm/appdefaults. Öffnen Sie sie mit einem Text-Editor und ändern Sie dclock ToolBar in Dclock ToolBar. Ebenso versehen Sie biff mit einem führenden Großbuchstaben.

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