Software

01.11.2004

Kurz notiert

  • Die Treiberunterstützung von Linux durch den Hardware-Hersteller ist nach wie vor ein Problem. Dem will die Web-Seite linux.org (http://www.linux.org) jetzt Abhilfe schaffen. Die von Y+-Entwickler Florian Becker betriebene Website sammelt Treiber, Hardware-Spezifikationen und weiterführende Unterlagen. Tipps und Lösungsvorschläge lassen sich im WiKi der Seite nachschlagen. Zur Offline-Recherche stehen außerdem alle Unterlagen in einer Druck- und PDF-Version bereit. Augenblicklich ist der Informationsgehalt noch etwas mager, Florian Becker vertraut jedoch auf die Mithilfe der Community, die das WiKi mit Daten füllen soll.
  • Nach nur zwei Monaten erscheint mit Version 3.4.2 die nächste Version des GCC, die wie ihr Vorgänger lediglich Fehlerkorrekturen, aber keine neuen Funktionen enthält. Neben zahlreichen Fehlern in der C++ Implementierung beseitigten die Entwickler Fehler, die bei Verwendung der Remap-Option und beim Einsatz der verschiedenen Optimierungsstufen auftraten. Ein Update auf die aktuelle Version ist somit empfehlenswert.
  • Auf Grund des überragenden Erfolgs des Open Source Jahrbuch2004, soll es 2005 wieder ein Jahrbuch geben, das pünktlich zur CeBit erscheint. Wie im letzten Jahr behandelt die kommende Ausgabe Open-Source-Themen und akademische Abhandlungen aus den Bereichen Recht, Politik, Ökonomie, Open Content und Open Innovation. Erstmalig ruft die Redaktion dieses Jahr einen Hacker-Wettbewerb aus. Dem Einsender des besten, maximal 500 Zeilen langen, gut kommentierten und strukturierten Open Source Codes winken die Veröffentlichung des Quellcodes im kommenden Jahrbuch und die Jahrbücher 2004 und 2005 in gedruckter Form. Wer schonmal einen Blick in das Jahrbuch 2004 werfen will, kann es von der Web-Seite (http://www.think-ahead.org) als PDF-Dokument herunterladen.
  • Ab Oktober wird die aktuelle Version der Enzyklopädie Brockhaus Multimedial 2005als DVD für Linux erhältlich sein. Im Gegensatz zu den Windows-Versionen verkauft der Duden-Verlag für Linux nur die 99,95 Euro teuren Premium Edition, die als Zusatz zur Standardversion unter anderem einen Zugriff auf die Online-Datenbank der Deutschen Presse-Agentur ermöglicht. Darüber hinaus steht dem Anwender ein umfassendes Nachschlagewerk mit 315000 Stichworten, 19500 Abbildungen sowie je 120000 Artikeln und Wörterbucheinträgen zur Verfügung. Animationen, Videos und Tondokumente runden das Sortiment ab.
  • Wie eine jetzt veröffentliche Studie des norwegischen Consulting Unternehmens Refsnes zeigte, sind Mozilla und Linuxweiter auf dem Vormarsch. Im Gegensatz zum Vorjahr verdoppelte sich die Verbreitung des Mozilla; derzeit nutzen über 16 Prozent aller Surfer das Programm. Linux breitete sich im selben Zeitraum nicht ganz so rasant aus. Es reicht aber immerhin um, den Vorsprung zu Mac OS als populärstes Nicht-Microsoft-System weiter auszubauen.

Mit CCal Termine verwalten

Wer schon immer einen einfachen Terminplaner ohne viel Schnick-Schnack wollte, für den ist CCal (http://www.jamiehillman.co.uk/ccal/) genau das Richtige. Das kleine Programm ist in Python entwickelt und läuft ressourcenschonend in einem Terminalfenster oder auf der Konsole. Es verwaltet Termine und bietet dem Benutzer die Möglichkeit, Aufgaben in einer TODO-Liste zu organisieren.

Die Bedienung ist überaus simpel: Als Editor zum Bearbeitung der Einträge verwendet die Software Vim. Da dies nicht jedermanns Sache ist, lässt sich der Standard-Editor mittels Konfigurationsdatei .ccalrc durch jeden beliebigen Editor ersetzen.

Alle gespeicherten Daten legt CCal in einem eigenen binären Datenbankformat ab. Der Datenaustausch mit anderen Programmen erfolgt hingegen über das Ical-Format. In der aktuellen Version 0.6 haben Benutzer des Mail-Clients Mutt außerdem die Möglichkeit, über eine Pipe-Verbindung E-Mails direkt an CCal zu übergeben. Importierten Mails fügt das Programm als Eintrag in die To-Do Liste ein.

Abbildung 1: Obwohl CCal keine grafische Oberfläche besitzt, ist die Aufteilung der einzelenen Bereiche sehr übersichtlich.

Effiziente Projektplanung mit Ganttproject

Mit dem Java-basierten Projektplanungsprogramm Gnattproject (http://ganttproject.sourceforge.net/) behält der Anwender selbst bei großen Projekten den Überblick. Anhand sogenannter Gantt-Tabellen kann der Projektleiter alle Aufgaben in einzelne Arbeitsabschnitte aufteilen und entsprechende Personalressourcen zuweisen. Dabei legt er nach Möglichkeit die Abhängigkeiten zwischen einzelnen Abschnitten fest und definiert dadurch sogenannte Milestone-Termine.

Das Programm legt jedes Projekt in einer eigenen XML-Datei ab und konvertiert diese zu Berichtszwecken in die Formate PDF, PNG, CSV oder HTML. Als Importformat kommt jedoch nur das Gantt eigene Format oder eine Textdatei in Frage. Ein besonderer Pluspunkt ist die integrierte Unterstützung des WebDAV-Protokolls. Der Projektleiter stellt beispielsweise die Planung passwortgeschützt auf einem zentralen Web-Server bereit und ermöglicht damit ein verteiltes Arbeiten an einem gemeinsamen Projekt.

In der aktuellen Version 1.10.1 verfügt das Programm über eine verbesserte WebDAV-Unterstützung und glänzt durch eine aktualisierte portugiesische Übersetzung. Da Ganttproject über 20 Sprachen unterstützt, ist es auch für eine internationale Projektverwaltung geeignet. Den Entwicklern gelang es außerdem, noch einige Fehler in der PDF-Implementierung und der Resource-ID Zuordnung zu beheben.

Abbildung 2: Ganttproject stellt jedes Projekt mit einer Gantt-Tabelle übersichtlich dar.

Scrounge NTFS rettet Daten auf NTFS-Laufwerken

Verabschiedet sich das Windows-System ins Daten-Nirvana, ist bei der Datenrettung guter Rat oft teuer. Mit Scrounge NTFS (http://memberwebs.com/nielsen/software/scrounge/) steht dem Benutzer jetzt Linux bei der Datenrettung hilfreich zur Seite. Das Programm liest die Festplatte blockweise aus und versucht dabei die Verzeichnisstruktur samt der Dateien auf einer anderen Partition zu rekonstruieren.

Die zur Wiederherstellung notwendigen Informationen ermittelt Scrounge NTFS aus der Partitionstabelle der Festplatte. Schlägt dies fehl, muss der Anwender die benötigten Daten wie Cluster-Größe, Start- und Endsektor manuell angeben. Auf der Internet-Seite des Entwicklers befindet sich dazu eine kurze Anleitung, die jedoch nur in englischer Sprache vorliegt.

Die jetzt veröffentlichte Version 0.8.6 quittiert im Gegensatz zu früheren Versionen auf der Festplatte vorhandene fehlerhafte Sektoren nicht mit einem Absturz. Ein Start ohne Angabe des MFT-Offset ist jetzt ebenfalls möglich. In diesem Fall stellt Scrounge NTFS jedoch nur die Dateien, aber nicht die Verzeichnisstruktur wieder her.

Nameswechsel im Stapelbetrieb

Eine einzelne Datei umzubenennen ist in der Regel kein Aufwand. Bei einem Dutzend Dateien sieht das schon anders aus. Hier helfen die Rename-Utilities (http://www.student.lu.se/~nbi98oli/renameutils.html) bei der Arbeit. Die Tool-Sammlung besteht aus den drei Programmen qmv, imv und deurlname.

Mit qmv benennt der Benutzer den Inhalt ganzer Verzeichnisse automatisiert um. Dazu bietet qmv eine interaktive Shell, mit der der Benutzer alle Dateien einer Verzeichnisstruktur in einer Tabelle erfassen und mit einem Editor seiner Wahl umbenennen kann. Sind alle Änderungen vorgenommen, arbeitet das Programm diese Liste ab.

Für die bequeme Umbenennung einzelner Dateien ist imv gedacht. Übergibt der Anwender beim Programmaufruf die umzubenennende Datei als Parameter, kann er den Namen interaktiv ändern. Im Gegensatz zur herkömmlichen Methode mit mv ist dies in einigen Fällen einfacher. Das Tool deurlname komplettiert die Programmsammlung und eignet sich besonderes dazu Dateien, mit UTF-8-kodierten Zeichen, wie sie nach einem Download vorkommen, wieder in normale Zeichen umzuwandeln.

Nach drei Jahren der Entwicklung liegt die Rename-Utils jetzt in der Version 0.5.1 vor, die aber im Vergleich zum Vorgänger nur marginale Änderungen im Code enthält und jetzt mit deaktivierter nationaler Unterstützung problemlos kompiliert.

Abbildung 3: Die QMV-Shell erleichtert die Arbeit im Umgang mit Dateien.

Mondflug mit Apollo Guidance Computer

So mancher hatte als Kind den Wunsch, Astronaut zu werden. Wem die ESA-Karriere verwehrt blieb, der kann mit Virtual AGC (http://www.ibiblio.org/apollo/) ab sofort die Funktionsweise der Apollo-Navigations-Computer studieren und diese sogar programmieren. Virtual AGC simuliert Prozessor und Ein-/Ausgabe Feld der alten Apollo-Computer. Ebenfalls im Paket enthalten ist die Programmierung des Apollo-Kommandomoduls und der Mondlandefähre. Beides kann wahlweise geladen werden.

Wer jedoch jetzt eine Flugsimulation erwartet, sieht sich getäuscht: Ziel des gesamten Projektes ist, die Programmierung der AGC Computer zu erlernen und diese Technik damit zu erhalten. Dank der umfangreichen Dokumentation lernt der Benutzer nebenher Grundlegendes über den generellen Aufbau von Rechnern.

Die aktuelle Version 20040923 von Virtual AGC behebt einige Fehler in der Programmierung des Apollo-Moduls. Außerdem ist das gesamte Paket jetzt unter Mac OS X lauffähig. Binäre Dateien stehen für Linux diesmal nicht zum Download bereit. Der Anwender erstellt mittels configure, make und make install ist aber unproblematisch. (Uwe Vollbracht/agr)

Abbildung 4: Die Benutzerschnittstelle des Apollo Computer wirkt für heutige Verhältnisse bescheiden.

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