KDM und GDM konfigurieren

Hereinspaziert

Sowohl KDE als auch GNOME bringen einen eigenen Display-Manager mit. Welche Funktionen KDM und GDM bieten und wie man die beiden konfiguriert, erklärt dieser Artikel.

Auf vielen Systemen ist er das erste grafische Programm, das der Benutzer sieht: der Display- oder Login-Manager. Standardmäßig starten nahezu alle großen Distributionen automatisch das X Window System. Dort melden Sie sich mit Ihrem Benutzernamen und Passwort am System an, wählen eine Arbeitsumgebung aus und haben oft weitere Optionen wie den Computer herunterzufahren oder neu zu starten.

Die verbreitetsten Display-Manager sind KDM vom KDE-Projekt und das Gnome-Pendant GDM. Daneben gibt es noch einige Alternativen, wie etwa den Klassiker XDM oder den schlanken WDM. Der Login-Manager ist unabhängig von der später gestarteten Arbeitsumgebung. Selbst eingefleischte KDE-Fans können sich am GDM anmelden, um ihre Lieblingsumgebung zu starten. Der einzige Nachteil ist, dass dabei zusätzlich viele Gnome-Bibliotheken auf der Festplatte landen und wertvollen Speicherplatz belegen. Dieser Artikel erklärt, wie Sie unter Fedora Core 2, Suse Linux 9.1 und Mandrake Linux 10.0 den Display-Manager wechseln und konfigurieren und wie Sie zusätzliche Fenstermanager in seinen Auswahldialog integrieren.

Grundlagen

Schon wenn man Linux installiert, spielen die meisten Distributionen einen Display-Manager ein. Suse und Mandrake Linux setzen standardmäßig auf den KDM (Abbildung 1), Fedora benutzt den GDM (Abbildung 2). Will man die jeweilige Alternative testen, gilt es, sie erst einmal nachzuinstallieren. Während sich GDM bei Fedora Core 2, Suse und Mandrake Linux überall im Paket gdm verbirgt, steckt der KDM in unterschiedlich benannten RPM-Paketen. Unter Suse Linux heißt das passende Päckchen kdebase3-kdm, Mandrake Linux nennt es kdebase-kdm, und Fedora-Nutzer landen mit kdebase einen Treffer.

Abbildung 1: Der KDM-Anmeldebildschirm von Suse Linux.
Abbildung 2: Unter Fedora Core 2 empfängt GDM den Benutzer.

Unter Mandrake und Suse Linux bekommt man den Display-Manager gar nicht zu Gesicht, wenn man bei der Installation die automatische Anmeldung aktiviert hat. Das ist zwar für Einzelplatzrechner, auf denen der Benutzer nur mit einer Oberfläche arbeitet, akzeptabel, hat jedoch mehrere Nachteile: Zum einen ist die Auswahl einer alternativen Oberfläche ziemlich umständlich, zum anderen kann nach dem Start des Systems jeder problemlos auf die Daten des angemeldeten Benutzers zugreifen.

Um unter Suse Linux das Autologin zu deaktivieren, benutzen sie YaST und den Editor für /etc/sysconfig/-Dateien im Abschnitt System. Ändern Sie den Eintrag DesktopDisplay managerDISPLAYMANAGER_AUTOLOGIN so, dass in der rechten Fensterhälfte die leere Zeichenkette anstelle des Benutzernamens steht [1].

Unter Mandrake Linux hilft das Konfigurations-Tool drakconf. Im Abschnitt Systemstart sind Sie bei dem Punkt Automatisch anmelden am richtigen Ort. Ändern Sie dort einfach die Auswahl auf Nein, ich will kein Autologin. Deaktivieren Sie nicht versehentlich die Checkbox Arbeitsoberfläche nach dem Hochfahren automatisch starten. Diese Einstellung bewirkt, dass das grafische System gar nicht mehr automatisch startet, sondern dass Sie sich auf einer Textkonsole anmelden müssen. Erst der Befehl startx bringt Sie von dort zum KDE-Desktop.

Zwischen GDM und KDM umschalten

Um den voreingestellten Display-Manager zu ändern, bedarf es bei Mandrake Linux und Fedora Core 2 manueller Eingriffe in Konfigurationsdateien. Beide benutzen die Datei /etc/X11/prefdm, um das Login-Programm zu starten. Welches das ist, liest prefdm aus der Umgebungsvariable DISPLAYMANAGER. Worauf sie gesetzt ist, steht in der Datei /etc/sysconfig/desktop. Dort hinein gehört entweder die Zeile DISPLAYMANAGER="kdm" oder DISPLAYMANAGER="gdm". Nach dem nächsten Start der grafischen Oberfläche begrüßt Sie der gewünschte Anmeldemanager.

Unter Mandrake Linux wartet noch eine zusätzliche Besonderheit. Die französische Distribution bringt von Haus aus zwei Varianten des KDM mit: Eine Mandrake-spezifische, die standardmäßig zum Einsatz kommt (Abbildung 4), und den klassischen, unveränderten KDM. Setzt man die Variable DISPLAYMANAGER auf kdm meldet sich nach dem Start des grafischen Systems der Original-KDM. Der von Mandrake Linux modifizierte Login-Manager kommt beim Eintrag DISPLAYMANAGER="KDE" in /etc/sysconfig/desktop zum Zuge.

Suse-Linux-Nutzer verwebden wiederum den Editor für /etc/sysconfig/-Dateien in YaST. Er ist nichts anderes als ein Frontend, mit dem Sie die Textdateien im Verzeichnis /etc/sysconfig/ bearbeiten. Nutzen Sie lieber einen Text-Editor als YaST, modifizieren Sie die Variable DISPLAYMANAGER unter Suse Linux in der Datei /etc/sysconfig/displaymanager.

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