K-Splitter

01.11.2004

Kurz notiert

  • Englisch-sprachige QT-Foren gibt es zwar einige – alle Anwender, die jedoch nicht ganz so sattelfest in dieser Sprache sind, sahen bisher zumindest auf Deutsch bei Fragen und Problemen in die Röhre. Das wird jetzt anders, denn seit kurzem gibt es das qtforum.deganz in deutscher Sprache (http://www.qtforum.de/forum/). Laut Gründer Michael Gebhart soll dort angefangen von allgemeinen Themen bis hin zu speziellen Fragen zur Programmierung in QT alles diskutiert werden. Weitere Informationen finden sich in Gebharts Kick-Off Posting auf der Homepage der Linux-Community (http://www.linux-community.de/Neues/story?storyid=14185).
  • Practical QTheißt das neue Werk von Jesper K. Pedersen und Matthias Kalle Dalheimer, einem der Gründerväter von KDE. Wen wundert es daher, dass von den Vorbestellungen/Verkäufen auf dem Akademy-Treffen von jedem verkauften Exemplar neun Euro an das KDE-Projekt gingen. Auszüge aus dem Buch in PDF-Form finden sich mittlerweile auch online (http://www.kdab.net/practicalqt).
  • "And the Winner is…" – Waldo Bastian, langjähriger KDE-Progammierer, ist der Sieger des aKademy-Programmierwettbewerb. Preis der Bemühungen: viel Applaus der Community und das O'Reilly-Buch "Hackers and Painters" von Paul Graham, feierlich überreicht durch Phil Rodrigues vom KDE-Dokumentationsteam.
  • Gleich zwei neue Plugins spendierten die Entwickler dem Programm Digikam. Ab sofort verfügt der Digikam Image-Editor sowohl über einen Plugin-Filter für Ölmalerei als auch für Kohlezeichnungen. Ebenfalls implementiert wurde eine EXIF basierte Rotation. Und so ganz nebenbei wurden auch noch einige Bugs bei den Tooltipps beseitigt.

Das Beste aus beiden Welten

Auf das Beste aus den beiden derzeit wohl populärsten Desktop-Welten – KDE und Gnome – dürfen sich die User seit der diesjährigen KDE-Entwicklerkonferenz aKademy freuen. Denn ein Ergebnis des Developer-Gipfeltreffens Ende August in Ludwigsburg ist die Portierung der Gecko-Rendering-Engine des Mozilla-Webbrowsers nach QT.

Bei der Portierung selbst gehen die Entwickler sehr vorsichtig vor: "Die Gecko-Engine parallel zum bestehenden Renderer zu implementieren öffnet eine Menge Türen – ohne einen Kompromiss eingehen zu müssen, was das saubere Design von KHTML angeht", versprach Lars Knoll vom KHTML-Projekt in einem Statement (http://dot.kde.org/1094924433/) auf dot.kde.org. Wer also schon immer lieber mit dem Mozilla arbeitet, statt mit dem Konqueror, dem steht dieser Weg künftig offen – und zwar im gewohnten KDE Look & Feel.

Erste Erfolge ließen nicht lange auf sich warten, da Lars Knoll und Zack Rusin vom KHTML-Team noch während der Konferenz den Mozilla-Code unter die Lupe nahmen. Nicht zuletzt dank KDEs ausgefeilter Komponenten-Architektur präsentierten die beiden bereits vier Tage später einen ersten lauffähigen Port von Gecko. Damit steht zumindest aus technischer Sicht der Verbindung vom Konqueror mit der Gecko-Engine nichts mehr im Wege.

Auch die Mozilla-Entwickler bekundeten ihre Unterstützung: "Wir freuen uns mit der KDE-Community zusammen zu arbeiten. QT als neue Plattform für Mozilla und Gecko als Option für KDE ist ein Gewinn für Nutzer und Entwickler", kommentierte Mitchell Baker, der Präsident der Mozilla Foundation, die Migrationsfortschritte.

Neuer Kaffee

Jürgen Kofler hat einen ersten Release Kandidaten für Kaffeine in der Version 0.5 veröffentlicht. Die neue Version wartet mit einer überarbeiteten grafischen Oberfläche auf, die Player, Playliste und Schnellstarter in einem Fenster vereint. Über Reiter ist dann der Zugriff auf das jeweilige Element möglich. Toolbars und Stausanzeigen lassen sich neu individuell zusammenstellen und einrichten.

Über den Schnellstarter lässt sich eine DVD, VCD eine bestehende Playliste oder eine Audio-CD mit einem einzigen Mausklick starten. Neu kann Kaffeine auch andere Engines als Xine verwenden, so gibt es einen Kaffeine Part für Kaboodle und für Mplayer. Kaffeine kann sowohl in Konqueror als auch in Mozilla Videos im Browser integriert abspielen. Für Mozilla ist dafür allerdings ein separates Programm notwendig.

Akademy Live-CD veröffentlicht

Noch KDE-lastiger präsentiert sich ab sofort die Live-Linux-CD Knoppix oder besser gesagt der Knoppix-Ableger von Fabian Franz. Auf Grundlage der auf zur KDE-Tagung aKademy von Klaus Knopper veröffentlichten Version 3.6 entwickelte Fabian Franz, der sowohl bei Knoppix als auch am KDE-Projekt mitschraubt, eine eigene Version. Seine CD enthält statt KDE 3.2.2 bereits das aktuelle KDE 3.3 sowie Quanta Plus und Scribus in der aktuellen Version 1.2. Ebenfalls enthalten sind einige kleinere Programme, die bisher in Debian nicht vorhanden waren, wie etwa der auf FreeNX basierende Remote Desktop Client KNX.

Um Platz zu spareni, enthält der Datenträger jedoch nur die Dateien zur deutschen und US-amerikanischen Sprachanpassung. Auf OpenOffice musste aus Platzgründen ganz verzichtet werden. Das rund 700 Megabyte große ISO-Image steht unter (http://debian.tu-bs.de/knoppix/aKademy-live/) zum Download bereit.

KDE-Anwendungen nativ nutzen

Sinn des QT-KDE Wrappers (QKW) ist es, KDE-Anwendungen nativ – sprich ohne X11 oder Cygwin – nutzen zu können. Wie der polnische KDE-Entwickler Jaroslaw Staniek vor kurzem mitteilte, nahmen die KDE-Maintainer erste Teile seines Wrappers in die Standard-KDE-Bibliotheken Kdelibs auf.

Ziel des Projekts ist es laut Staniek, eine Basis für neue plattformübergreifende Applikationen zu schaffen, die auf das KDE-Framework zurückgreifen. Änderungen an den Quelltexten der eigentlichen Applikationen sollen dabei so gut wie nicht nötig sein. Der QKW-Developer hofft so, für das KDE-Projekt neue Nutzer zu erschließen und die KDE-Bibliothek für Applikationsentwickler interessanter zu machen. Allerdings setzt QKW auch unter Windows die QT-Bibliotheken von Trolltech voraus.

Eine erste Anwendung, die auf dieser Basis nach Windows portiert wurde, ist das beliebte KDE-Datenbank-Front-End Kexi (Abbildung 1). Das entsprechende Windows-Binary (http://download.kde.org/download.php?url=unstable/apps/KDE3.x/office/kexi-2005beta4-win32.exe) steht auf der Homepage des Projekts zum Download bereit. Weitere Informationen über QKW finden sich auf der Homepage (http://iidea.pl/~js/qkw/) des Autors.

Abbildung 1: Dank QKW läuft Kexi auch unter Windows.

Googlen auf der Festplatte

Geht es nach KDE-Entwicklern wie Aaron Seigo, googelt man bald nicht nur im Web, sondern ebenfalls auf der lokalen Festplatte. Wie der Developer in einem Interview mit dem englischsprachigen Online-Portal ZDnet ankündigte, feilen Entwickler derzeit an Plänen, die Suche nach bestimmten Inhalten auf der Festplatte durch eine Art Suchmaschine zu erleichtern. Und das Beste: Schon ab der Version 3.4, spätestens jedoch mit KDE 4.0 soll die Suche implementiert sein.

Ihren Anfang nahmen die Arbeiten auf dem Entwicklertreffen in Ludwigsburg. Das Programm findet laut Seigo seinen Platz in der Kontrollleiste und baut auf der bereits vorhandenen Suche auf. Trotz dieser google-ähnlichen Suche könne der Anwender also künftig noch nach dem Namen der Dateien suchen, versicherte Aaron Seigo. Inwieweit bereits vorhandene Lösungen wie etwa Libextractor oder Doodle zum Einsatz kommen, ist im derzeitigen Entwicklungsstadium noch unklar.

Wie Seigo weiter verriet, ist die Suchmaschine nur der Anfang einer ganzen Reihe geplanter Desktop-Erweiterungen. Wichtigstes Ziel sei die Rationalisierung der KDE-Oberfläche. Erste Vereinfachungen des Looks sollen bereits in der kommenden Version gut sichtbar sein. Am Ende dieses Prozesses steht laut Seigo ein Desktop, der deutlich intuitiver zu nutzen sein soll, ohne dabei den Leistungsumfang der Applikationen zu mindern.

Zur Unterstützung haben sich die Entwickler dazu drei Usability-Profis ins Boot geholt, die vor allem an der Benutzeroberfläche feilen werden. Denn nach Ansicht von Aaron Seigo ist ein Hauptproblem aller Open Source-Software, dass diese nicht so einfach zu benutzen sei, wie sie eigentlich solle. Dies resultiere aus dem Versagen der Entwickler, die Bedürfnisse weniger technisch begabter Anwender zu treffen. Kein Wunder, denn traditionell sei Open Source von Programmierern für Programmierer geschrieben, so Segio weiter. Das komplette Interview findet sich bei ZDnet (http://news.zdnet.co.uk/0,39020330,39164634,00.htm).

Neue Scribus-Version freigegeben

Die Fangemeinde von Scribus, dem DTP-Programm für Linux, mit dem sich PDF-Dateien und interaktive PDF-Formulare direkt erstellen lassen, wächst stetig. Einen weiteren Schub dürfte die neue Version 1.2 geben, die das Scribus-Team jetzt nach mehr als einem Jahr Arbeit freigegeben hat.

Die wohl wichtigste Änderung gegenüber 1.0 ist die Fähigkeit der 1.2er Version, Postscript- und EPS-Dateien zu importieren und als Scribus-Dokumente zu bearbeiten. Ebenfalls neu ist die Dokumentationsseite (http://docs.scribus.net/) und Fortschritte in der französischen und deutschen Sprachunterstützung. Verbessert präsentiert sich auch die Druckvorschau, die nun neben Transparenz und einer Postscript-Vorschau auch eine CMYK-Separation darstellen kann.

Der aktuelle Source-Code sowie vorkompilierte Pakete für die wichtigsten Distributionen haben die Scribus-Entwickler auf der Homepage (http://www.scribus.org.uk) des Projekts für alle interessierten Nutzer zum Download bereit gestellt. Sie empfehlen übrigens dringend ein Update, da es sich bei dieser Version um eine deutlich verbesserte, aber dennoch stabile Variante handelt.

Mittlerweile erfreut sich die Applikation im professionellen Umfeld wachsender Beliebtheit. Wie die Entwickler in ihrer Ankündigung zur neuen Version bekannt gaben, verwendet seit kurzem ein Zeitungsverlag die erste kommerzielle Scribus-Implementation. Vergangenen Monat feierte die erste Ausgabe der wöchentlichen amerikanischen Zeitung "Twin Tier Times" Premiere. Sie wird mit Hilfe von Scribus, Gimp und anderen Open Source Anwendungen erstellt. (Stefanie Teufel/agr)

Abbildung 2: Die verbesserte Druckvorschau mit der neuen CMYK-Unterstützung.

Glossar

CMYK

Abkürzung für Cyan, Magenta, Yellow (Gelb) und Key (Black, sprich Schwarz) und somit ein aus vier subtraktiven Grund- oder Prozessfarben bestehendes Farbmodell. Der Begriff "Key" wurde anstelle von "Black" eingeführt, da ein "B" als "Blue" beziehungsweise "Blau" missverstanden werden könnte. Durch Kombination von Punktrastern dieser vier Farben übereinander in unterschiedlichen Dichten lässt sich eine breite Farbpalette realisieren. Diese Druckfarben sind in Europa genormt, daher besteht der Begriff "Euroskala" für dieses Farbsystem; eine weitere gebräuchliche Abkürzung ist auch "4c" ("4 colours" oder Vierfarbdruck). Bei der Druckvorbereitung muss ein Farbbild vom computerinternen RGB-Farbsystem in das CMYK-Farbsystem umgerechnet werden, um Druckplatten für diese vier Prozessfarben zu erhalten. Diesen Vorgang nennt man die CMYK-Separation.

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