Ein Festival der Sprache
IRC-Client irssi lernt sprechen
Zu viel Gelaber?
Wem das dauernde Gequatsche irgendwann auf die Nerven geht, der kann das Skript so anpassen, dass es nur noch bestimmte Dinge vorliest. In der Datei speak.pl finden Sie am Ende der Datei mehrere Einträge, in denen signal_add vorkommt. So sorgt die Zeile
Irssi::signal_add('message public', '_public');beispielsweise dafür, dass Nachrichten anderer Teilnehmer in Channels vorgelesen werden. Entsprechend steht
Irssi::signal_add('message own_public', '_own_public');
für die Dinge, die man selbst sagt. Weiter unten in der Liste finden Sie Einträge, die irssi zum Sprechen bringen, wenn jemand den Channel betritt ("join"), verlässt ("quit") oder gekickt wird ("kick"). Um gezielt solche Sprachausgaben auszublenden, setzen Sie einfach ein Rautezeichen (#) an den Zeilenanfang – das kommentiert die Aktion aus. Sie können irssi2fest problemlos so konfigurieren, dass nur noch private Nachrichten, die per /msg oder /query an Sie gehen, ertönen. Um die Änderungen einzulesen, führen Sie in irssi wieder den Befehl /script load aus. Liegt die Datei speak.pl im Verzeichnis ~/.irssi/scripts, laden Sie diese über
/script load speak
neu; ist das Skript im Unterverzeichnis autorun, heißt der Aufruf statt dessen:
/script load autorun/speak
Remote mit screen sprechen
Solange sich Festival-Server und IRC-Client im gleichen lokalen Netzwerk befinden, funktioniert die hier gezeigte Vorgehensweise prima. Wenn irssi allerdings im screen auf einer anderen Maschine läuft, muss dieser Rechner in der Lage sein, Pakete an den Rechner mit dem Festival-Server zu senden. Sollte dieser im eigenen LAN hinter einer Firewall laufen, können Sie mit einem SSH-Tunnel tricksen.
Starten Sie eine SSH-Verbindung vom Rechner mit dem Festival-Server zur Maschine mit dem irssi-Client. Benutzen Sie dazu den Parameter -R, um an einem entfernten Port zu lauschen und die Pakete an den Festival-Rechner weiterzuleiten:
ssh entfernter.rechner.mit.irssi -R 1314:127.0.0.1:1314
Um den SSH-Tunnel zu testen, öffnen Sie eine weitere SSH-Verbindung zu diesem Rechner und sprechen dort per telnet den Festival-Server an:
telnet localhost 1314
Der Festival-Server auf dem lokalen Rechner sollte nun wieder melden, dass die Verbindung akzeptiert wurde. Um zu testen, ob die Sprachausgabe über den SSH-Tunnel funktioniert, schreiben Sie in der telnet-Sitzung auf der entfernten Maschine wieder
(SayText "hello")
Sie sollten den Text dann zu Hause aus den eigenen Lautsprechern hören. Damit das Ganze in irssi klappt, müssen natürlich noch das Perl-Modul Festival::Client und die irssi2fest-Skripte auf dem entfernten Computer installiert werden.
Glossar
Festival
ein mehrsprachiges Sprachsynthesesystem, das am Center for Speech Technology (CSTR) in Edinburgh entwickelt wird. Das System spricht nur wenige Sprachen von Hause aus; andere Projekte setzen jedoch auf Festival als Grundgerüst auf und entwickeln Erweiterungen für andere Sprachen.
Infos
[1] screen-Artikel: Heike Jurzik, "Manchmal kommen sie wieder – screen", LinuxUser 01/2001, S. 92 ff., http://www.linux-user.de/ausgabe/2001/01/092-zubefehl/befehl12.html
[2] irssi: http://de.irssi.org/
[3] Festival: http://www.cstr.ed.ac.uk/projects/festival/
[4] Original-irssi2fest-Skript: http://lowdrag.org/irc2fest/
[5] rpmfind: http://rpmfind.net/
[6] rpmseek: http://www.rpmseek.com/
[7] irssi-Artikel: Martin Loschwitz, "Chat-Komfort im Terminal – Der IRC-Client irssi", LinuxUser 06/2002, S. 28 ff., http://www.linux-user.de/ausgabe/2002/06/028-irssi/irssi.html
[8] CPAN: http://www.cpan.org/
[9] Automatisches Installieren von Perl-Modulen mit CPAN.pm: Michael Schilli, "Alle Mann an die Pumpen! – CPAN", Linux-Magazin 10/1997, http://www.linux-magazin.de/Artikel/ausgabe/1997/10/CPAN/cpan.html



