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01.11.2004

Kurz notiert

  • Die GNOME-Foundation hält in den nächsten Wochen eine Mitgliederabstimmungab, die entscheiden soll, ob die Wahl des Director's Board künftig geheim erfolgt. Während das Wahlergebnis weiterhin allen zugänglich ist, soll in Zukunft niemand mehr jeder einsehen können, wer wem seine Stimme gab. Laut der offiziellen Stellungnahme der Foundation-Leitung in der ientsprechenden Mailingliste baut diese Änderung den sozialen Druck ab und und führt damit zu objektiveren Wahlen.
  • Das GNOME-Projekt verschickt künftig Wahlbenachrichtigung mit einem Authentifizierungsschlüssel, der beim Wähler verbleiben. Die Wahl selbst erfolgt nach dem gewohnten Schema: Bei der Veröffentlichung der Abstimmung ersetzt dann der Authentifizierungsschlüssel Namen und E-Mail-Adresse des Wählers. Sollte dieses Wahlverfahren von den Foundation-Mitgliedern angenommen werden, wird schon die kommende Wahl zum GNOME Foundation Director's Board nach diesem Schema abgehalten.
  • Mit GNOME Journalerscheint jetzt ein Online-Magazin mit Themen rund um die Arbeitsoberfläche. Das Magazin legt seine Themenschwerpunkte auf Software, Entwicklung und Neuigkeiten. Es berichtet aber auch über Mitglieder der GNOME Foundation und andere Ereignisse. In seiner Erstausgabe wirft die Redaktion einen Blick auf GNOME 2.8 und seine Installation auf einem Debian GNU/Linux. Außerdem nimmt sie Evolution 2.0 unter die Lupe. Wann die nächste Ausgabe erscheint und in welchen Intervallen kommende Ausgabe geplant sind, ist augenblicklich noch nicht bekannt.
  • Der beliebte Messenger-Client Gaimlegt einen kräftigen Versionssprung hin und steht jetzt als Version 1.0 zum Download bereit. Das neue Release unterstützt unter anderem den korrekten Empfang von Offline-Nachrichten, die nicht ASCII kodiert sind. Ebenfalls neu ist die Ausgabe von Statusmeldungen im Kommunikationsfenster während eines Dateitransfers. Darüber hinaus beseitigten die Entwickler einige Probleme, die beim Öffnen neuer Dialogfenster mit verschiedenen Window Managern auftraten und kompilierten das Paket gegen die GTK-Version 2.5.
  • Bereits im Juli erschien die Version 2.0 des Human Interface Guideslines, eine Spezifikation für einheitliche Entwicklung und Layout grafischer Frontends in GNOME. Allerdings wurde erst jetzt ein Changelog veröffentlicht, das einen Überblick über alle Änderungen bietet. Demzufolge wurden zwölf Kapitel komplett und 24 weitere teilweise überarbeitet und modifiziert. Die runderneuerten Kapiteln beschäftigen sich unter anderem die Fortschrittsbalken und -fenster oder sortierbaren Listen und Bäumen. Einfache Änderungen erfuhren dagegen Richtlinien zur Desktop-Integration, den Menübalken und diversen Pull-Down-Menüs. Wer nicht die kompletten Guidelines lesen möchte, schlägt alle Änderungen unter (http://developer.gnome.org/projects/gup/hig/2.0/whatsnew.html) nach.

Ein neuer Zwerg, GNOME 2.8

Sechs Monate nach dem letzten großen Release 2.6 ist jetzt GNOME 2.8 erschienen. Die neue Version besitzt einen verbesserten Dateimanager, der unter anderem über ein optimiertes und standardisiertes Dateitypen-System verfügt. Zur optimalen Ausnutzung sind allerdings bei vielen Programmen Änderungen in der Dateitypzuordnung notwenig. Dies könnte nach Ansicht der GNOME-Entwickler aber mit dem nächsten Releasezyklus vieler Linux-Distributionen erfolgen.

Mittels Hardware Abstraction Layer aus dem Freedesktop-Projekt erkennt die Umgebung automatisch neue USB-Geräte und bindet diese gleich richtig ein. Neben dem Dateimanager bezogen die Entwickler das Control Center und das Panel in ihre Arbeit mit ein. So zeigt der Netzwerkmonitor jetzt Details wie die Signalstärke bei WLAN-Verbindungen an, und das Control Center verfügt über eine Vorschaufunktion bei der Änderung der Tastaturbelegung.

Neue Applikationen wie der Mail-Client Evolution 2.0 kommen mit GNOME 2.8 auf den Desktop. In der neuen Version verfügt Evolution über eine bessere Groupware-Unterstützung für Novell Groupwise und dessen Konkurrenten Microsoft Exchange. Außerdem glänzt es durch S/MIME-Support für Authentifizierung und Verschlüsselung, sowie durch die Unterstützung von Online-Kalendern im Webcal-Format.

Neu im GNOME-Repertoire ist ein Remote-Desktop-Client für Virtual Network Computing, kurz VNC, der vollständig in die Umgebung integriert ist. Die Software erlaubt dem Anwender plattformübergreifend den Zugriff auf die Arbeitsoberfläche ferner Rechner in einem Fenster auf dem lokalen Rechner.

Wer jetzt neugierig auf GNOME 2.8 ist, lädt sich die Sourcen aus den einschlägigen Quellen herunter. Offizielle Pakete für die unterschiedlichen Distributionen lagen bei Redaktionsschluss nur für Mandrake 10.1 vor.

Abbildung 1: Die GNOME-Entwickler legen mit 2.8 eine neues Release mit vielen Verbesserungen in den Komponenten vor.

Klatsch und Tratsch im Chat mit Gossip

Messenger-Programme gibt es für Linux in Hülle und Fülle und teilweise mit einem erstaunlichen Funktionsumfang. Wer jedoch einfach nur chatten will, für den ist Gossip (http://www.imendio.com/projects/gossip/) genau der richtige Client. Das Programm legt besonderen Wert auf übersichtliche Bedienung und verfügt mit Sende- und Empfangsfunktionen, Gruppen-Chat-Unterstützung, akustischen Signalen und Kommunikationsmitschnitten über alle wichtigen Funktionen eines Jabber-Clients.

In der aktuellen Version 0.7.8 verbesserten die Entwickler unter anderem die Gruppen-Chat-Funktionen, so dass sich Gossip nun wie ein gewöhnliches Chat-Programm im IRC verhält. Außerdem ist Gossip nun in der Lage, über einen HTTP-Proxy zu kommunizieren, so dieser in GNOME korrekt eingetragen wurde.

Als kleine Besonderheit implementierten die Programmierer darüber hinaus eine Routine, die in der Kontaktliste signalisiert, dass ein Kontakt von seinem Eigentümer aktualisiert wurde. Last but not least überlässt die Software nun dem Anwender bei der aktuellen Version die Auswahl des Jabber-Servers.

Abbildung 2: Gossip glänzt durch einfache und übersichtliche Struktur.

Richtig kochen mit Gourmet

Gourmet Recipe Manager (http://grecipe-manager.sourceforge.net/) bietet dem Hobbykoch endlich die Gelegenheit dazu, alle gesammelten Kochrezepte elektronisch zu erfassen. Der ambitionierte Küchenchef ordnet jedes Rezept in eine vorgegebene Kategorie von Frühstück bis Salat ein. Sollte eine Spezialität mal nicht passen, dann definiert man einfach eine eigene. Zusätzlich bietet das Programm eine Einteilung nach Landesküchen an, beispielsweise mexikanisch.

Damit die hungrigen Gäste nicht warten müssen, ist für die Vor- und Zubereitungszeit ein Feld vorgsehen. Schlussendlich gehört natürlich das Rezept samt Zutaten in einen Eintrag. Ein Bild des fertigen Gerichts macht Vorfreude auf den Gaumenschmaus.

Selbstverständlich besitzt das Programm eine Suchfunktion, um nach Kategorie, Zutaten oder Gerichtnamen zu suchen. Damit der Küchenchef nicht alle Rezepte selber eingeben muss, importiert der Gourmet Recipe Manager Rezepte im XML- oder Mealmaster-Format. Als Exportformat steht außerdem noch HTML zur Verfügung. Das Programm legt dabei alle Gerichte als strukturierte Internetseite ab, die sofort online gestellt werden kann. In der aktuellen Version 0.6.0 ist zudem ein Export im RTF-Format möglich. Dem Rezeptaustausch steht somit nichts mehr im Wege.

Abbildung 3: Dank Gourmet braucht sich der Koch keine Sorgen um die Rezeptverwaltung zu machen.

Evolution 2.0: Verbesserte Groupware-Funktion

Ab sofort ist Evolution in der Version 2.0 verfügbar. Ganz oben auf der Liste neuer Funktionen stehen diesmal die Erweiterungen im Bereich Groupware-Anbindung sowohl für die Novell-eigene Lösung Groupwise, als auch für den Microsoft Exchange Server.

Ebenfalls neu ist die Unterstützung des NNTP-Protokolls für Newsgroups und des S/MIME-Protokolls zur Signierung und Verschlüsselung von Nachrichten. Weiterhin bietet die Version eine verbesserte Adressbuchverwaltung und zahlreiche Neuerungen im Bereich Terminplanung. Die Integration sogenannter Junk-Mail-Filter mit Hilfe von Spamassassin und Anbindung an den Messenger-Client Gaim runden das Funktionssortiment ab. (Uwe Vollbracht/agr)

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LinuxUser 03/2012

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