Userlinux als Beta erschienen
Nach fast einem Jahr Entwicklung ist das vom Debian-Pionier initiierte Userlinux in einer ersten Beta-Version erschienen. Ziel der Distribution ist es, eine herstellerunabhängige Software-Basis zu schaffen, die leicht um Pakete für spezielle Einsatzzwecke erweitert werden kann. Basis ist das aktuelle Debian "Sarge".
Die Beta-Version liegt als ISO-Image auf der Homepage des Projekts zum Download bereit. Es ist nur 4,5 MByte groß und enthält lediglich das Debian-Installationsprogramm und einige Basiskomponenten. Nach dem Start lädt das Einrichtungsprogramm die gewünschten Programmpakete aus dem Netz nach, es ist also eine schnelle Internet-Verbindung nötig, um das System zu installieren.
Sind diese Voraussetzungen erfüllt, klappt die Installation bestens. Die Hardware-Erkennung ist zuverlässig und nach der Installation findet der Benutzer einen sauber konfigurierten Gnome-Desktop vor, der mit OpenOffice 1.1 und Mozilla 1.6, Evolution 1.4 und Gimp 2.0 die wichtigsten Programme für die Büroarbeit mitbringt (Abbildung 1). Weitere Pakete lassen sich mit apt-get leicht installieren, als grafisches Frontend für die Paketverwaltung ist Synaptic mit von der Partie.
Wer Userlinux ausprobieren möchte, ohne das System gleich zu installieren, findet unter (http://hams.com/Mirror/userlinux-live-0.2.iso) das etwa 500 MByte große ISO-Image einer Live-CD. Diese enthält alle Programme einer Desktop-Installation.
Slackware für alle
Marcus Janietz hat das deutschsprachige Slackware-Tutorial-Projekt (http://www.janietz.de) gegründet. Ziel ist eine leicht verständliche Anleitung zur Installation von Slackware und zur Konfiguration und Bedienung des Systems. Den Schwerpunkt setzt der Autor auf Home- und Small-Office-Anwender, als Desktop bevorzugt er Gnome. Eine erste Version des Tutorials im PDF-Format liegt auf der Homepage des Projekts zum Herunterladen bereit.
Schreibtisch leicht
Deli (Desktop Light) Linux (http://delilinux.berlios.de) ist eine auf Slackware 7 basierende Distribution, die speziell für ältere Rechner gedacht ist. Die Installation verläuft problemlos, das Installationsprogramm macht stets sinnvolle Vorschläge. Lediglich die Partitionierung der Festplatte mit dem Programm fdisk ist nicht anfängertauglich.
Nach der Installation muss mit Hilfe des Konfigurationsprogramms delisetup noch das Netzwerk und der X-Server eingerichtet werden, anschließend steht das System zur Arbeit zur Verfügung (Abbildung 2). Als Browser verwendet Deli Dillo und Links, als Textverarbeitung das nur beschränkt verwendbare Pathetic Writer und als Tabellenkalkulation Siag. Das E-Mail-Programm Sylpheed hingegen genügt den Ansprüchen. Als Window-Manager bringt Deli unter anderem Fluxbox und Icewm mit, die mit wenig Speicher auskommen.
Deli eignet sich tatsächlich dazu, ältere Rechner mit einer bedienbaren grafischen Oberfläche zu versehen, die Büroprogramme sind jedoch für die tägliche Arbeit nicht brauchbar. Hier gibt es mit der Textverarbeitung Ted und der Tabellenkalkulation Abs zwei Programme, die ebenfalls ressourcensparend sind, aber wesentlich mehr Funktionalität bieten.
Komfortabel und aktuell
Unter dem Namen Ubuntu (http://www.ubuntulinux.org) entsteht eine weitere Debian-basierte Distribution. Die Entwickler haben es sich zum Ziel gesetzt, alle sechs Monate eine aktualisierte Version herauszubringen. Für jede Version wird es 18 Monate lang Sicherheits-Updates geben. Auf dem Installations-Image befindet sich eine zur täglichen Arbeit ausreichende Software-Ausstattung, die über das Netz erweitert werden kann.
Wie User-Linux setzt Ubuntu auf eine kleine Auswahl an Paketen. Eine erste Vorabversion, die Gnome 2.8, Firefox 0.9, Evolution 2.0 und OpenOffice enthält, liegt auf dem Server des Projekts zum Download bereit.
Ubuntu unterstützt die x86, die AMD64- und die IBM PowerPC-Plattform. Wenn das erste Release fertig gestellt ist, wird die Distribution auf Wunsch auch kostenlos auf CD verschickt.
Neues Schul-Linux
KMLinux (http://www.lernnetz-sh.de/kmLinux/), die Linux-Distribution des Landesbildungs-Servers Schleswig-Holstein ist in Version 5.0 erschienen
Wie immer ist ein aktuelles Suse Linux die Grundlage für kmLinux, in diesem Fall ist es Suse 9.1. Die Installation gestaltet sich einfach. Nach Einlegen der ersten Installations-CD startet das Einrichtungsprogramm und bietet an, die Festplatte automatisch zu partitionieren um Platz für KMLinux zu schaffen. Die manuelle Partitionierung ist selbstverständlich möglich.
Das Installationsprogramm kopiert dann ohne weitere Nachfragen das komplette System auf die Festplatte und versucht anschließend, Grafikkarte und Monitor zu erkennen und das X-Window-System einzurichten. Ist das erledigt, begrüßt ein grafischer Login-Bildschirm den Benutzer. Die User root und hugo sind, allerdings ohne Passwort, bereits eingerichtet.
Nach dem Einloggen präsentiert sich ein gut ausgestatteter KDE-Arbeitsplatz. Für die Büroarbeit steht OpenOffice 1.1.1 bereit, als Browser und E-Mail-Programm ist Mozilla 1.7.2 dabei, Grafikbearbeitung geht mit Gimp 2.0 und QCad 2.0.3 von der Hand. Als Entwicklungsumgebungen stehen KDevelop für C/C++, Eric für Pyhton, Lazarus für Pascal und HBasic für Basic zur Verfügung. Eine Reihe von Programmen für wissenschaftliche Zwecke rundet die Software-Ausstattung ab.
KMLinux eignet sich nicht nur für den Einsatz im Unterricht, auch wer eine leicht zu installierende komplett ausgestattete Distribution für die tägliche (Büro-) Arbeit sucht, ist mit kmLinux gut bedient. KMLinux ist auf dem Landesbildungs-Server Schleswig-Holstein kostenlos zu haben. (Frank Wieduwilt/agr)