Distribits

01.11.2004

Kurz notiert

  • Mandrake Linux (http://www.mandrakelinux.com) hat die Version 10.1 der Distribution zum Download freigegeben. Mandrake 10.1 enthält wahlweise Kernel 2.6.8 mit Teilen von 2.6.9 oder 2.4.27. Die grafische Oberfläche basiert auf X.org 6.7.0. Gnome ist in Version 2.6, KDE in Version 3.2.3 dabei. Mozilla in Version 1.7.2 und OpenOffice 1.1.3 sind als Netz- und Büroprogramme mit an Bord. Mandrake 10.1 steht auf zahlreichen Spiegel-Servern zum Download bereit.
  • Der ISDN-Router Fli4l (http://www.fli4l.de) ist in Version 2.1.8 erschienen, die einige Änderungen gegenüber früheren Versionen mit sich bringt. In der Grundausstattung eignet sich Fli4l zum Aufbau eines ISDN-Routers für ein Netzwerk. Ergänzungen machen aus dem Paket einen Samba-Server oder einen DNS-Server. Das Installations-Image liegt auf der Homepage des Projekts zum Herunterladen bereit, dort finden sich Anleitungen zur Installation und zum Betrieb des Systems.
  • CRUXfür PowerPC (http://cruxppc.sunsite.dk) erschien unlängst in Version 2.0. Crux for PowerPC ist ein Port der Distribution Crux auf die PowerPC-Plattform. Es unterstützt die gängigen G3- und G4-Prozessoren. Crux verfügt über ein Paketmanagmentsystem, das dem von BSD ähnelt.
  • Die Dokumentation der Distribution Gentoo (http://www.gentoo.org) ist gründlich überarbeitet worden. Unter (http://www.gentoo.org/doc/en/handbook/index.xml) finden sich Dokumente zur Installation und zum Betrieb von Gentoo Linux. Neu hinzugekommen sind Kapitel über die Paketverwaltung, die Einrichtung eines Shoutcast-Streamingservers und zur Konfiguration der Stromsparmechanismen auf Laptops. In einer Roadmap zeigen die Autoren Lücken der Dokumentation.
  • Novellhat angekündigt, Kunden bei der Migration von Windows auf Suse Enterprise Server zu helfen Dafür hat Novell zusammen mit Partnern wie IBM, HP und Intel das "Porting and Migration Network" ins Leben gerufen. In der nächsten Zeit wird Novell in Deutschland ein erstes "Porting and Migration Center" aufbauen.
  • Yellow Dog Linux (http://www.yellowdoglinux.com) ist in Version 4.0 erschienen. Diese Release basiert auf Fedora Core 2 und bringt sowohl KDE 3.3 als auch Gnome 2.6 mit. Die Entwickler haben das Installationsprogramm überarbeitet. Als Büroprogramm ist OpenOffice 1.1.1 von der Partie, als Browser findet Mozilla 1.7 Verwendung. Yellow Dog läuft auf Rechnern mit G3-, G4- und G5-Prozessoren und ist zum Preis von 59,95 US-Dollar direkt beim Hersteller erhältlich.
  • Red Hat Enterprise Linux 4 (http://www.redhat.com) liegt in einer ersten Betaversion auf den Servern von Red Hat zum Testen bereit. Red Hat Enterprise Linux verwendet die gleiche Software-Basis wie Fedora Core 3. Gnome 2.8, OpenOffice 1.1.2 und Mozilla 1.7.2 sind das Grundgerüst für die Büroarbeit, der Kernel werkelt in Version 2.6.8, als X-Window-System findet der Server von X.org Verwendung. Der kostenlose Download der Beta-Version ist nach einer Registrierung beim Red Hat Network möglich.
  • Das auf Red Hat Enterprise Linux basierende CentOS-Projekt (http://www.caosity.org) hat eine neue Version herausgebracht. CentOS ist damit auf dem Stand von Red Hat Enterprise Linux 3 Update 3. ISO-Images stehen auf der Homepage des Projekts zum kostenlosen Download bereit.
  • Red Hat (http://www.redhat.com) entwickelt unter dem Namen Stateless Linuxein System, das es erlaubt, ein System samt Daten wiederherzustellen, selbst wenn die Hardware vollständig zerstört wurde. Um das zu erreichen werden die Daten des Systems innerhalb eines Netzwerks verteilt und dort gecached, so dass sie im Falle eines Systemzusammenbruchs wieder zur Verfügung stehen. Die Anwendungen laufen lokal auf dem PC, so dass auch Notebooks einsetzbar sind. Die Entwicklung von Stateless Linux findet im Rahmen des Entwicklungszweiges von Fedora "Rawhide" statt.
  • Und noch eine Debian-basierende Desktop-Distribution: Santa Fe Linux (http://www.santafelinux.com). Ähnlich wie Knoppix ist Santa Fe Linux eine Live-Distribution, die alle für die tägliche Arbeit nötigen Programme mitbringt. Ziel der Entwickler ist ein System, das auch von technisch weniger versierten Anwendern genutzt werden kann und das eine übersichtliche Oberfläche besitzt. Ein Download der neuesten Beta-Version ist via Bittorrent von der Projekt-Homepage möglich.
  • Mandrake (http://www.mandrakesoft.com) beteiligt sich an der Entwicklung eines Hochsicherheitssystems auf der Basis von Linux. Dieses System soll nach CC-EAL-5 zertifiziert werden und somit für den Einsatz in Regierungssystemen geeignet sein.
  • Aurox Linux (http://www.aurox.org) wird noch im Oktober in Version 10.0 erscheinen. Aurox basiert im wesentlichen auf Fedora Core, verwendet aber zunehmend eigene Bestandteile. So wird Aurox 10.0 einen selbst gebauten Kernel 2.6.7 verwenden und besonders auf die Verwendung auf Laptops zugeschnitten sein. Aurox ist zum kostenlosen Download oder als Zeitschrift mit 7 CDs erhältlich.

Userlinux als Beta erschienen

Nach fast einem Jahr Entwicklung ist das vom Debian-Pionier initiierte Userlinux in einer ersten Beta-Version erschienen. Ziel der Distribution ist es, eine herstellerunabhängige Software-Basis zu schaffen, die leicht um Pakete für spezielle Einsatzzwecke erweitert werden kann. Basis ist das aktuelle Debian "Sarge".

Die Beta-Version liegt als ISO-Image auf der Homepage des Projekts zum Download bereit. Es ist nur 4,5 MByte groß und enthält lediglich das Debian-Installationsprogramm und einige Basiskomponenten. Nach dem Start lädt das Einrichtungsprogramm die gewünschten Programmpakete aus dem Netz nach, es ist also eine schnelle Internet-Verbindung nötig, um das System zu installieren.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, klappt die Installation bestens. Die Hardware-Erkennung ist zuverlässig und nach der Installation findet der Benutzer einen sauber konfigurierten Gnome-Desktop vor, der mit OpenOffice 1.1 und Mozilla 1.6, Evolution 1.4 und Gimp 2.0 die wichtigsten Programme für die Büroarbeit mitbringt (Abbildung 1). Weitere Pakete lassen sich mit apt-get leicht installieren, als grafisches Frontend für die Paketverwaltung ist Synaptic mit von der Partie.

Wer Userlinux ausprobieren möchte, ohne das System gleich zu installieren, findet unter (http://hams.com/Mirror/userlinux-live-0.2.iso) das etwa 500 MByte große ISO-Image einer Live-CD. Diese enthält alle Programme einer Desktop-Installation.

Abbildung 1: Userlinux beschränkt die Software-Auswahl auf das Wesentliche.

Slackware für alle

Marcus Janietz hat das deutschsprachige Slackware-Tutorial-Projekt (http://www.janietz.de) gegründet. Ziel ist eine leicht verständliche Anleitung zur Installation von Slackware und zur Konfiguration und Bedienung des Systems. Den Schwerpunkt setzt der Autor auf Home- und Small-Office-Anwender, als Desktop bevorzugt er Gnome. Eine erste Version des Tutorials im PDF-Format liegt auf der Homepage des Projekts zum Herunterladen bereit.

Schreibtisch leicht

Deli (Desktop Light) Linux (http://delilinux.berlios.de) ist eine auf Slackware 7 basierende Distribution, die speziell für ältere Rechner gedacht ist. Die Installation verläuft problemlos, das Installationsprogramm macht stets sinnvolle Vorschläge. Lediglich die Partitionierung der Festplatte mit dem Programm fdisk ist nicht anfängertauglich.

Nach der Installation muss mit Hilfe des Konfigurationsprogramms delisetup noch das Netzwerk und der X-Server eingerichtet werden, anschließend steht das System zur Arbeit zur Verfügung (Abbildung 2). Als Browser verwendet Deli Dillo und Links, als Textverarbeitung das nur beschränkt verwendbare Pathetic Writer und als Tabellenkalkulation Siag. Das E-Mail-Programm Sylpheed hingegen genügt den Ansprüchen. Als Window-Manager bringt Deli unter anderem Fluxbox und Icewm mit, die mit wenig Speicher auskommen.

Deli eignet sich tatsächlich dazu, ältere Rechner mit einer bedienbaren grafischen Oberfläche zu versehen, die Büroprogramme sind jedoch für die tägliche Arbeit nicht brauchbar. Hier gibt es mit der Textverarbeitung Ted und der Tabellenkalkulation Abs zwei Programme, die ebenfalls ressourcensparend sind, aber wesentlich mehr Funktionalität bieten.

Abbildung 2: Deli Linux eignet sich besonders für ältere Hardware.

Komfortabel und aktuell

Unter dem Namen Ubuntu (http://www.ubuntulinux.org) entsteht eine weitere Debian-basierte Distribution. Die Entwickler haben es sich zum Ziel gesetzt, alle sechs Monate eine aktualisierte Version herauszubringen. Für jede Version wird es 18 Monate lang Sicherheits-Updates geben. Auf dem Installations-Image befindet sich eine zur täglichen Arbeit ausreichende Software-Ausstattung, die über das Netz erweitert werden kann.

Wie User-Linux setzt Ubuntu auf eine kleine Auswahl an Paketen. Eine erste Vorabversion, die Gnome 2.8, Firefox 0.9, Evolution 2.0 und OpenOffice enthält, liegt auf dem Server des Projekts zum Download bereit.

Ubuntu unterstützt die x86, die AMD64- und die IBM PowerPC-Plattform. Wenn das erste Release fertig gestellt ist, wird die Distribution auf Wunsch auch kostenlos auf CD verschickt.

Neues Schul-Linux

KMLinux (http://www.lernnetz-sh.de/kmLinux/), die Linux-Distribution des Landesbildungs-Servers Schleswig-Holstein ist in Version 5.0 erschienen

Wie immer ist ein aktuelles Suse Linux die Grundlage für kmLinux, in diesem Fall ist es Suse 9.1. Die Installation gestaltet sich einfach. Nach Einlegen der ersten Installations-CD startet das Einrichtungsprogramm und bietet an, die Festplatte automatisch zu partitionieren um Platz für KMLinux zu schaffen. Die manuelle Partitionierung ist selbstverständlich möglich.

Das Installationsprogramm kopiert dann ohne weitere Nachfragen das komplette System auf die Festplatte und versucht anschließend, Grafikkarte und Monitor zu erkennen und das X-Window-System einzurichten. Ist das erledigt, begrüßt ein grafischer Login-Bildschirm den Benutzer. Die User root und hugo sind, allerdings ohne Passwort, bereits eingerichtet.

Nach dem Einloggen präsentiert sich ein gut ausgestatteter KDE-Arbeitsplatz. Für die Büroarbeit steht OpenOffice 1.1.1 bereit, als Browser und E-Mail-Programm ist Mozilla 1.7.2 dabei, Grafikbearbeitung geht mit Gimp 2.0 und QCad 2.0.3 von der Hand. Als Entwicklungsumgebungen stehen KDevelop für C/C++, Eric für Pyhton, Lazarus für Pascal und HBasic für Basic zur Verfügung. Eine Reihe von Programmen für wissenschaftliche Zwecke rundet die Software-Ausstattung ab.

KMLinux eignet sich nicht nur für den Einsatz im Unterricht, auch wer eine leicht zu installierende komplett ausgestattete Distribution für die tägliche (Büro-) Arbeit sucht, ist mit kmLinux gut bedient. KMLinux ist auf dem Landesbildungs-Server Schleswig-Holstein kostenlos zu haben. (Frank Wieduwilt/agr)

Abbildung 3: KMLinux ist schnell installiert und vollständig ausgestattet.

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