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Schubladendenken

deskTOPia: wmdrawer

Einräumen

In den nächsten Abschnitten folgt die Definition der Programmstarter. Jeder muss mit [column] (Spalte) beginnen. Die einzelnen Spalten nehmen mehrere Starter auf, die wmdrawer in mehreren Reihen anordnet. Die Starter einer Spalte bilden dabei jeweils eine eigene Reihe.

Der Aufbau dieser Abschnitte folgt der Form

(tooltip)  (image)  (command)

und die Vorlagedatei enthält schon einige Beispiele. In das tooltip-Feld gehört der Text, den wmdrawer einblendet, wenn sich die Maus über einem Icon befindet. image nimmt den Namen des zugehörigen Minibildchens auf, und command den Befehl, den wmdrawer bei einem Klick auf das Icon ausführt. Ein Eintrag für den Start von KMail könnte so aussehen:

(KDE-Mailer) (kmail.png) (kmail)

wobei kmail.png in einem der unter [images_paths] definierten Ordner liegen muss. Am übersichtlichsten ist wmdrawer, wenn Sie sich auf zwei [column]-Abschnitte beschränken (Abbildung 2).

Abbildung 2: Programmstarter mit zwei "[column]"-Abschnitten.

Loslegen und anbauen

Haben Sie die ersten Anwendungen in die wmdrawerrc eingetragen, steht Ihnen das Dock Applet zu Diensten. Ein Klick darauf fährt die Schublade heraus, und sobald Sie die Maus über ein Icon bewegen, blendet wmdrawer den zuvor definierten Tooltip ein. Ein Linksklick startet das entsprechende Programm. Um mehrere Anwendungen aufzurufen, verwenden Sie stattdessen die mittlere oder rechte Maustaste: Dann lässt wmdrawer die Schublade geöffnet.

Sind Sie mit einer Einstellung nicht zufrieden oder wollen einen weiteren Starter integrieren, müssen Sie wmdrawer nicht beenden und neu starten: Bearbeiten Sie einfach die .wmdrawerrc und speichern Sie die Anpassungen. wmdrawer kontrolliert jedesmal, wenn Sie die Schublade öffnen, seine Einstellungsdatei und übernimmt Änderungen im laufenden Betrieb.

Allzu viele Icons machen auch die größte Desktop-Schublade unübersichtlich. Um Programme thematisch zusammenzufassen, bietet es sich an, mehrere wmdrawer-Instanzen zu starten, z. B. je eine für Internet- und Office-Anwendungen. Damit die Applets sich voneinander unterscheiden, braucht jedes eine eignene Konfigurationsdatei. Das erste starten Sie wie gewohnt mit wmdrawer &, damit es die Datei .wmdrawerrc beachtet. Nummer 2 rufen Sie mit dem Parameter -c gefolgt vom Pfad zu der eigens erstellten Konfiguration auf, z. B. mit wmdrawer -c ~/schublade2. Zur optischen Abgrenzung verpassen Sie dem zweiten wmdrawer mit

dock_icon  grafik.xpm

einen anderen Hintergrund (Abbildung 3). Die Anweisung gehört in den Abschnitt [general] der genutzten Konfigurationsdatei. Die einzige Gefahr besteht darin, dass Ihr Desktop vor lauter Schubladen genauso chaotisch aussieht wie vor der Installation von wmdrawer.

Abbildung 3: Drei "wmdrawer"-Instanzen auf einem Desktop.

Glossar

Pseudo-Transparenz

Statt wirklich durchsichtig zu sein, verwenden Anwendungen bei der Pseudo-Transparenz einfach den passenden Ausschnitt der Arbeitsfläche als Hintergrund. Hinter einem pseudo-transparenten Programm liegende Fenster scheinen nicht durch.

Infos

[1] wmdrawer: http://people.easter-eggs.org/~valos/wmdrawer/

[2] Joachim Moskalewski, "Dockapps", LinuxUser 10/2000, S.82 f., http://www.linux-user.de/ausgabe/2000/10/082-desktopia/dockapps.html

[3] WindowMaker: LinuxUser 09/2000, S.82 f., http://www.linux-user.de/ausgabe/2000/09/064-desktopia/wmaker.html

[4] Andrea Müller: "Schlank, schnell und praktisch", LinuxUser 05/2004, S. 60 ff.

[5] Joachim Moskalewski, "Schlicht ausgeklügelt", LinuxUser 01/2002, S. 57 ff., http://www.linux-user.de/ausgabe/2002/01/057-desktopia/desktopia-pwm-4.html

[6] Andrea Müller: "Aloha Waimea", LinuxUser 01/2003, S. 64 ff

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LinuxUser 06/2012

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