Home / LinuxUser / 2004 / 10 / Software

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Eingedost
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Aufteiler
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.

Aufmacher Artikel

Software

01.10.2004

Kurz notiert

  • Um Sicherheitslücken und kritische Fehler zukünfitg schneller aufzuspühren, rief die Mozilla Foundation ein sogenanntes "Bug Bounty Programm" ins Leben. Wer einen kritischen Fehler findet und einen entsprechenden Fehlerreport einsendet, den belohnen die Developer mit bis zu 500 Euro – vorausgesetzt es handelt sich wirklich um einen kritischen Fehler. Zur Zeit finanziert sich die Initiative aus einer Spende des Distributors Lindows. Die Foundation hofft allerdings, dass sich noch weitere Spender finden, die diese Art der Fehlersuche unterstützen.
  • Kaum einer rechnete noch damit, dass Jahre nach dem letzten stabilen Release noch eine neue Version des Window-Managers Enlightenmenterscheinen würde. Um so größer war die Überraschung, als die Entwickler Anfang August eine erste Vorabversion des komplett neu entwickelten, E17 genannten, Projektes für Interessierte und Tester zum Download bereitstellten. Es handelt sich um eine Sammlung von Bibliotheken, aus denen sich mit minimalem Aufwand Enlightenment Applikationen entwickeln lassen, die wiederum aus dem ehemaligen Window-Manager eine vollwertige Arbeitsoberfläche mit zahlreichen Zusatz-Tools machen. Die Entwickler gehen davon aus, es so mit Gnome und KDE aufnehmen zu können.
  • Nach dem Anfang August einige Sicherheitslücken im 2.4 Kernel bemerkt wurden, reagierte der zuständige Betreuer der Sourcen, Marcelo Tosatti, umgehend und gab Linux 2.4.27frei. Darin beseitigten die Entwickler unter anderem Fehler, die Angreifern Zugriff auf den Kernel-Speicher ermöglichen oder Anwendern zu hohe Privilegien zuordneten. Bei IA-64-Systemen korrigierten die Programmierer einen Fehler in der Behandlung von Gleitkommazahlen, der es dem Anwender erlaubte, die Registereinträge anderer Prozesse auszulesen. Alles in allem ist ein Update auf das neue Kernel zu empfehlen.
  • Am 30. Oktober 2004 findet in der Fachhochschule Gießen zum fünften Mal die Informationsveranstaltung Practical Linuxstatt, die in diesem Jahr unter dem Motto "Freie Software in Mittelhessen – Verfahrungen aus Schule, Verwaltung und Wirtschaft" steht. In zwei Vortragsreihen und einer begleitenden Ausstellung informieren die Veranstalter über die Vorzüge von Linux. Dabei setzen die Verantwortlichen wie in den Vorjahren auf praxisnahe, aber auch nicht technische Vorträge. Ein detailliertes Vortragsprogramm wird bis Anfang Oktober veröffentlicht.
  • Das aufgrund angespannter Personallage gefährdete Projekt Radio Tux, über dessen Probleme wir schon in Ausgabe 08/2004 berichteten, ist gerettet. Dank überragender Resonanz aus der Community wartet das Projekt im August mit neuer Sendung, überarbeiteter Web-Seite und neuem Sendekonzept auf. Zukünftig folgen alle Sendungen einem Schwerpunktthema, das drei Viertel der Sendezeit belegt. In punkto Zielgruppe orientiert sich das Projekt neu, mit einer klaren Ausrichtung auf den Desktop-Anwender. Durch diese und weitere Einschnitte wollen die Verantwortlichen dem Projekt eine bessere Struktur geben und damit den Arbeits- und Administrationsaufwand in geordnete Bahnen lenken.
  • Aus Unzufriedenheit mit den von ATI entwickelten Linux-Treibern startete eine Gruppe von ATI-Besitzer eine Petition, die vom Hersteller bessere Linux-Treiber fordert. Da ATI die Spezifikation seiner Grafikkarten und Chips unter Verschluss hält, war es Open-Source-Entwicklern bisher nicht möglich, eigene Treiber, die den Funktionsumfang von ATI-Karten unterstützen, zu entwickeln. Bei den vorhandenen ATI-Treiber bemängeln die Initiatoren der Petition die fehlende Unterstützung der mobilen Radeon-Reihe, die schlechte Performance der Treiber sowie die unvollständige Unterstützung aller Funktionen wie beispielsweise TV-Empfang.
  • Das Dateisystem Reiser4, Nachfolger des ReiserFS 3.0, ist seit der Version 2.6.8.1-mm2 Bestandteil des Kernels. Neben enormer Performance glänzt das neue Dateisystem mit seinem durchgängig atomaren Aufbau, wovon besonders SMP-Systeme profitieren. Darüber hinaus bietet es mit seiner neuen Dancing-Tree genannten Verwaltungsstruktur eine bessere Ausnutzung des Speicherplatzes. Trotz allem empfiehlt der Entwickler Hans Reiser, mit dem Einsatz in kritischen Systemen noch zu warten, da das Dateisystem sich noch in einer Probephase befindet.

Alte Muschel, neue Perle

Ende Juli gab das GNU Projekt nach zweijähriger Entwicklungsphase die Version 3.0 der Bourne Again Shell (kurz Bash) frei. Neben einigen neuen Funktionen enthält die neue Version eine Vielzahl von Fehlerkorrekturen. So bringt beispielsweise der Zugriff auf lange Pfadnamen mit den integrierten Funktionen cd und pwd die Shell nicht mehr zum Absturz. Ein Speicherleck, das bei mehrfacher Verwendung des gleichen Variablennamen für unterschiedliche lokale Array auftrat, wurde behoben.

Zu den herausragenden Neuerungen in Bash 3.0 zählt neben dem erweiterten Debugger die Möglichkeit, künftig reguläre Ausdrücke in Vergleichsabfragen verwenden zu können. Wer alle neuen Funktionen nutzen möchte, benötigt dazu allerdings die neue Version der Readline-Bibliotheken.

Programmieren im Zeichen des Kamels

Unter den Skriptsprachen zählt Perl zu den populärsten. Die jetzt erschienene, fehlerkorrigierte Version 5.8.5 setzt die Tradition der 1987 entwickelten Sprache fort.

Mit über 5500 frei verfügbaren Modulen ist die Sprache in nahezu jedem Bereich einsetzbar. Besonders die reibungslose Interaktion mit anderen Programmen und Programmiersprachen macht nach Ansicht vieler Perl-Entwickler die Stärke der Sprache aus. Code-Fragmente anderer Programmiersprachen lassen sich dabei sogar direkt in ein Perl Programm einbetten. Desweiteren existiert eine Vielzahl von Modulen, die Interaktionen mit anderen Sprachen und Programmen unterstützen.

Dies ist allerdings nicht die einzige Stärke von Perl. Viele Entwickler schätzen außerdem die erweiterte Unterstützung regulärer Ausdrücke. Sie erlaubt komplexes Scannen und Analysieren von Texten und Dateien. Kein Wunder also, dass sich Perl hervorragend zur Systemadministration eignet und von Administratoren sehr geschätzt wird.

Z80-Prozessor als Java Emulation

In den achtziger Jahren war der Zilog Z80 Prozessor und das Betriebssystem CP/M in vielen Rechnern anzutreffen. Wer sich heutzutage nochmal mit dem Z80 beschäftigen will, bekommt mit dem Emulator J80 nun die Gelegenheit dazu. Die Besonderheit des Java-basierten Emulators: Die emulierte Hardware lässt sich durch eine Konfigurationsdatei flexibel an die eigenen Bedürfnisse anpassen und neue Peripherie-Geräte oder Funktionen problemlos einbinden.

Damit der Anwender direkt mit der Arbeit beginnen kann, enthält das Emulator-Paket Image-Dateien der Betriebssystemvarianten CP/M 2.0 und 3.0, sowie das ZX-Spectrum Betriebssystem. Welches Betriebssystem gestartet wird, legt der Anwender ebenfalls in der Konfigurationsdatei fest. Neben dem Betriebssystem gehören verschiedene Anwendungsprogramme, wie beispielsweise Wordstar oder ältere Spiele zum Emulator-Paket. Weitere CP/M-Software befindt sich auf der Internet-Seite des Projekts.

J80 ist ein relativ junges Projekt und liegt augenblicklich in der Version 1.0 vor. Hierbei handelt es sich um die erste öffentliche Version. Für die Zukunft ist unter anderem eine Verbesserung der ZX Spectrum Emulation geplant.

Abbildung 1

Abbildung 1: Beim Klassiker Wordstar kommen nostalgische Gefühle auf.

Ircii mit grafischer Oberfläche

JIrcii kombiniert als Java-basierter IRC-Client die Funktionalität klassischer IRC-Programme wie Ircii mit einer ansprechenden grafischen Oberfläche. Obwohl in Java programmiert, ist JIrcii sehr performant und ermöglicht durch seine übersichtliche Oberfläche auch dem IRC-Neuling eine schnelle Bedienung.

Alle Funktionen organisiert das Programm in zwei Reiter-Leisten. Die Leiste am unteren Fensterrand beherbergt die Verbindungen zu den einzelnen Servern. JIrcii ist in der Lage, Verbindungen zu mehreren Servern gleichzeitig aufzubauen. In der oberen Reiterleiste findet der Anwender einen Reiter für jeden offenen IRC-Channel, jede DCC-Connection oder jedes Status-Fenster der jeweiligen Server-Verbindung. Wechselt der Anwender den unteren Server-Reiter, ändern sich auch alle Reiter in der oberen Leiste.

Darüber hinaus bietet das Programm die üblichen Benachrichtigungs- und Ausschlußlisten sowie über 65 Befehle und integrierte Funktionen. Mit Hilfe der integrierten, an Perl angelehnten Programmiersprache Sleep lassen sich zusätzlich eigene Routinen einbauen. Besonders in diesem Bereich besitzt die aktuelle Version 1.4 einige Verbesserungen gegenüber ihrem Vorgänger. Selbstverständlich beseitigten die Entwickler einige Fehler, so dass ein Update in jedem Fall lohnt.

Abbildung 2

Abbildung 2: JIrcii steht nativen IRC-Client in nichts nach.

Mit Fußball Commander die Bundesliga im Blick

Bisher mussten fußballbegeisterte Linuxer die Ergebnisse der Bundesligaspieltage mit einer Tabellenkalkulation verwalten. Mit FCC führt der fußballbegeisterte Anwender endlich eine Tabelle, wie er es von der Sportschau gewohnt ist. Das Programm verwaltet bis zu 18 Clubs pro Liga.

In der aktuellen Version 1.31 sind bereits die Rohdaten für die erste und zweite Bundesliga enthalten. Wer Rohdaten für die Regionalliga oder eine andere Liga braucht, sollte sich entweder an den Autor wenden oder die Konfigurationsdatei selber abändern. Letzteres ist jedoch nicht ganz trivial.

Die Bedienung von FCC ist hingegen relativ einfach: Der Anwender gibt lediglich die Ergebnisse des jeweiligen Spieltags ein und das Programm erstellt alle Stastiken und Tabellen. So weiß jeder Fan immer, welcher Verein an der Spitze steht. (Uwe Vollbracht/agr)

Abbildung 3

Abbildung 3: Mit FCC hat man jeden Spieltag im Blick.

Tip a friend    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

883 Hits
Wertung: 121 Punkte (4 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 05/2014

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,95 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 60,60) können Sie im Medialinx-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Bilder vergleichen mit diffimg
Bilder vergleichen mit diffimg
Tim Schürmann, 01.04.2014 12:40, 1 Kommentare

Das kleine Werkzeug diffimg kann zwei (scheinbar) identische Bilder miteinander vergleichen und die Unterschiede optisch hervorheben. Damit lassen sich nicht nur Rätsel a la „Orignial und Fäls...

Aktuelle Fragen

programm suche
Hans-Joachim Köpke, 13.04.2014 10:43, 8 Antworten
suche noch programme die zu windows gibt, die auch unter linux laufen bzw sich ähneln sozusagen a...
Funknetz (Web-Stick)
Hans-Joachim Köpke, 04.04.2014 07:31, 2 Antworten
Bei Windows7 brauche ich den Stick nur ins USB-Fach schieben dann erkennt Windows7 Automatisch, a...
Ubuntu 13.10 überschreibt immer Windows 8 Bootmanager
Thomas Weiss, 15.03.2014 19:20, 8 Antworten
Hallo Leute, ich hoffe das ich richtig bin. Ich habe einen Dell Insipron 660 Ich möchte gerne Ub...
USB-PTP-Class Kamera wird nicht erkannt (Windows-only)
Wimpy *, 14.03.2014 13:04, 15 Antworten
ich habe meiner Frau eine Digitalkamera, AGFA Optima 103, gekauft und wir sind sehr zufrieden dam...
Treiber
Michael Kristahn, 12.03.2014 08:28, 5 Antworten
Habe mir ein Scanner gebraucht gekauft von Canon CanoScan LiDE 70 kein Treiber wie bekomme ich de...