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Scorched3D - Aufpolierter Spieleklassiker

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zusätzlich bringt Scorched3D ein Menü mit, das sich öffnet, sobald der Spieler mit der Maus den oberen Bildschirmrand berührt. Dort wählt er eine Waffe aus seinem Arsenal aus oder quittiert die laufende Spielrunde. Die zweite Funktion (PlayerResign Round) ist nützlich, wenn man bereits angeschossen wurde: In diesem Zustand verfügt die eigene Spielfigur nur über reduzierte Schusskraft. Ein sinnvoller Zug ist dann auf Grund der eingeschränkten Reichweite nicht mehr möglich. In dem Fall ist es besser, sich über das Menü zu ergeben oder einen Zug zu überspringen. Dadurch setzt man sich nicht der Gefahr aus, sich mit dem eigenen Geschoss versehentlich selbst wegzuputzen und dadurch Punktabzüge in Kauf zu nehmen.

Die Menüs und Dialoge, wie der zum An- und Verkauf von Utensilien, sind ausgiebig mit Hilfetexten bestückt, die Optionen, Waffen und Schilde detailliert erklären. Anfänger finden sich dadurch auch in komplexeren Situationen schnell zurecht und tüfteln auch ohne Spielerfahrung eigene Strategien aus.

Der erste Angriff

Im schon besprochenen Trainingsmodus sammeln Hobbygeneräle erste Kampferfahrung und erlernen einige Kniffe, um Ziele zuverlässiger zu treffen.

Für den Anfang bietet sich ein Gegner an, der weder zu weit entfernt noch von Hindernissen, wie etwa einem Berg, verdeckt ist. Die Zielobjekte erscheinen außer auf dem Spielfeld auch als farbige Punkte in der Miniaturansicht (Abbildung 1). Wenn man ein Ziel anklickt, nimmt die Kamera es ins Visier. Es bietet sich meistens an, etwas hineinzuzoomen, um die Spielfigur deutlich zu sehen. Ein Druck auf [A], während sich der Mauszeiger über dem Gegner auf dem Spielfeld befindet, blendet eine braune Säule ein: Das ist die Bestätigung dafür, dass die eigene Spielfigur jetzt auf den ausgewählten Gegner zielt. Das Spiel stellt jedoch nur die Richtung automatisch ein: Die schwierigen Entscheidungen über Schusskraft und -winkel sowie Windausgleich sind Sache des frischgebackenen Feldherrn.

Zum Kompensieren der Windrichtung eignet sich die Ansicht hinter der eigenen Spielfigur hervorragend: Ein Tastendruck auf [2] justiert die Kamera entsprechend. Der Spieler kann nun mit [Pfeil links] und [Pfeil rechts] seine Schussrichtung so verändern, dass das Projektil leicht gegen die Windrichtung fliegt. Der rosa Balken vor der Spielfigur zeigt dabei die Schussrichtung an.

Steht die Richtung fest, gilt es, den Abschusswinkel unter Zuhilfenahme einer seitlichen Kameraperspektive einzustellen. Diesen sollte man nicht steiler als nötig wählen, da das die Flugbahn verlängert und dem Wind größeren Einfluss verschafft. Idealerweise sollte er genau so groß sein, dass das Geschoss das höchste Hindernis knapp überwindet, wobei es an der oberen Kante des rosa Kreisabschnitts austritt (Abbildung 7).

Abbildung 7: Projektile fliegen entlang der oberen Kante dieses Kreisabschnitts.

Für die Auswahl der Schussstärke mit den Tasten [Bild-Auf] und [Bild-Ab] gibt es leider kein Patentrezept. Als Faustregel gilt, dass die volle Schusskraft meistens übertrieben ist, sie wird nur dann benötigt, wenn das Geschoss das gesamte Spielfeld überfliegen soll oder ein Angriff mit hohem Abschusswinkel stattfindet.

Hat man den Gegner im Visier, ist der erste Zug beendet. Die Leertaste feuert das Geschoss ab und startet das Gefecht. Über die Geschossperspektive (Tabelle 1) verfolgt der Angreifer den Flug und kontrolliert den Einschlagsort. Die Fähigkeit, Schussparameter mit wenigen Versuchen korrekt zu schätzen, verbessert sich so schon nach den ersten Spielen rapide.

Mit dem richtigen Gefühl für die eigene Waffe ist es Zeit, das Trainingsgelände zu verlassen und das eigene militärische Geschick im Kampf gegen Computer-Gegner auzuprobieren. Hasenfüße stellen sich zuerst den leichten Kontrahenten, die praktisch nie einen Treffer landen. Wer eine Herausforderung sucht, wählt dagegen das hard single player game. Mit diesen Gegnern ist nicht zu spaßen: Wenn da nicht jeder Schuss sitzt, ist von der eigenen Spielfigur in kürzester Zeit nur ein Häufchen Asche übrig. Die wichtigsten Shortcuts für heiße Gefechte listet Tabelle 2 auf.

Tabelle 2: Wichtige Tasten

Taste

Ansicht

[Leertaste] Beendet einen Zug und feuert das Geschoss ab
[Tab] Waffenwechsel
[Pfeil links],[Pfeil rechts] Kanone drehen
[Pfeil hoch],[Pfeil runter] Abschusswinkel ändern
[Bild-Auf],[Bild-Ab] Schusskraft anpassen
[t] Nachricht an Mitspieler senden
[q] Spielmenü zum Speichern, Beenden oder Eliminieren aller Gegnern (nur im Einzelspielermodus)

Dank des Multiplayer-Modus, des riesigen Waffenarsenals und der zufällig generierten Schlachtfelder sorgt Scorched3D für mehrere Monate anhaltenden Spielspaß. Einen kleinen Wermutstopfen gibt es jedoch: Die aufwendige Grafik erfordert eine leistungsstarke Grafikkarte mit aktivierter 3D-Beschleunigung. Kasten 1 enthält die wichtigsten Hardware-Voraussetzungen und einige Troubleshooting-Tipps.

Kasten 1: Problembehandlung

Eine Grafikkarte mit 3D-Beschleunigung ist für Scorched3D zwingend erforderlich. Wenn das Spiel extrem ruckelt, ist die Beschleunigung entweder nicht aktiviert oder nicht vorhanden. Für Karten, die der X-Server nicht von Haus aus Hardware-beschleunigt betreiben kann, bieten sowohl NVidia, ATI als auch Matrox eigene Treiber an, die bei manchen Distributionen im Lieferumfang enthalten sind. Suse Linux bietet über das YaST Online Update die Option, die NVidia-Treiber herunterzuladen und einzuspielen.

Zeigt Scorched3D statt einer texturierten Landschaft nur weiße Berge, beherrscht die verwendete Grafikkarte wahrscheinlich kein Multitexturing. Das Problem lässt sich über das Einstellungsmenü beheben, indem man auf der Registerkarte TroubleshootingDetail im dritten Abschnitt ein Häkchen vor No multi texture setzt (Abbildung 8). Auf diese Weise kommen auch Besitzer älterer Grafikkarten in den Genuss des Spiels. Zusätzlich konfiguriert man dort Auflösung und Detailtreue. Eine GeForce 5200FX stellt beispielsweise bei einer Auflösung von 1024x768 problemlos hohe Details (Effect DetailsHigh) dar. Mit einer eher schwachbrüstigen Grafikkarte bieten sich die Safe Options auf dem Register Main an. Diese Option setzt alle Einstellungen des Spiels auf konservative Werte, mit denen Scorched3D auf jeden Fall laufen sollte. Auch dabei ist jedoch eine 3D-beschleunigte Grafikkarte Pflicht.

Abbildung 8: Einstellungsdialog mit abgeschaltetem Multitexturing.

Der Autor

René van Bevern ist auch unter dem Namen "RvB" bekannt und begann unter diesem seine Schreibtätigkeit 1999 beim damals jungen Onlinemagazin Pro-Linux.de. Er unterstützt die Verbreitung freier Software durch öffentliche Tätigkeiten und beteiligt sich gelegentlich an der Entwicklung.

Glossar

Multitexturing

Verfahren in der 3D-Programmierung, bei dem man zwei Texturen übereinanderlegt. So kann beispielsweise eine feinere Textur über die grobe Oberflächentextur der Berge gelegt werden, wodurch diese detaillierter wirken. Im 3D-Jargon nennt sich das Feature "Detail Texture".

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