Weltenbauer
Mit Landschaftsgeneratoren eigene Welten erzeugen
Terraform
Ähnlich wie bei Bryce ist auch die Zukunft von Terraform im Moment ungewiss. Schon länger wurde nichts mehr an dem Programm verbessert, und eine entsprechende Anfrage im Terraform-Forum [8] blieb unbeantwortet. Wir haben uns dennoch entschlossen, Terraform hier vorzustellen, da es auf aktuellen Distributionen stabil läuft und neben Geomorph schnelle und beeindruckende Ergebnisse liefert (vgl. Abbildung 13).
Nach dem Start mit terraform in einem Terminalfenster erscheint das Hauptfenster. Es verwaltet sämtliche Unterfenster, in denen später die eigentliche Bearbeitung stattfindet. Im Untermenü File / New stehen verschiedene Methoden bereit, um eine neue Height Field Map zu erzeugen. Unter Chooser können Sie zwischen mehreren Landschaften wählen (vgl. Abbildung 9).
Ein Klick auf einen Vorschlag öffnet das Bearbeitungsfenster. In dessen Symbolleiste finden Sie verschiedene Markierungswerkzeuge. Sie schränken in erster Linie den Bereich ein, auf den Terraform die Werkzeuge unter Operations anwendet. Markieren Sie zum Beispiel mit dem Rechteck einen Bereich und wählen anschließend Operations / Filters / Craters. Die so erzeugten virtuellen Meteoritenschauer schlagen nun ausschließlich innerhalb des zuvor festgelegten Bereichs ein (vgl. Abbildung 10).
Bei den Ausgabemöglichkeiten bietet Terraform viele Freiheiten. Unter File / Save as und dann File type erhalten Sie eine Liste aller unterstützten Dateiformate. Die POV-Ray-Ausgabe finden Sie unter File / Export / Terrain / To POV-Ray; die dabei erzeugten drei Dateien landen immer in dem Verzeichnis landen, aus dem Sie Terraform gestartet haben. Mit dem Befehl povray name.ini +Oausgabe.png +MV3.1 im Terminalfenster erzeugt POV-Ray anschließend das Landschaftsfoto. Dabei steht name für den Namen Ihres Projektes und ausgabe für die Datei, in der das berechnete Ergebnis gespeichert wird. Mit den Voreinstellungen erhalten Sie eine ähnliche Szene, wie sie Abbildung 12 zeigt.
Dort ist insbesondere die Kameraposition alles andere als optimal. Dieses Problem beheben Sie unter Edit / Scene Options. Im Vorschaufenster legen Sie per linkem Mausklick den neuen Kamerastandpunkt fest. Ein Klick mit der rechten Maustaste definiert den Punkt, den die Kamera ins Visier nimmt. Wer mag, kann noch auf dem Register Sky den Himmelstyp einstellen. Ein mögliches Ergebnis zeigt Abbildung 13.
Xmountains
Das kleinste Programm im Feld ist Xmountains. Hier reicht es aus, wenn Sie ein Terminalfenster öffnen und die Anwendung per ./xountains starten. Im folgenden Fenster berechnet der Landschaftsgenerator eine Berglandschaft, die mit der Zeit nach links weiterwandert. Das Aussehen können Sie lediglich über einige wenige Parameter beim Programmstart steuern. So schaltet zum Beispiel ./xmountains -M die Spiegelungen im Wasser ab. Eine Aufstellung aller Parameter finden Sie in der beiliegenden README-Datei. Eine Speichermöglichkeit sucht man übrigens vergebens.
Kompilieren
Alle im Artikel vorgestellten Programme liegen im Quellcode vor und müssen nach dem Herunterladen in ein Programm übersetzt (kompiliert) werden. Alle Anwendungen benötigen die installierten Entwicklungswerkzeuge, also zunächst gcc und make. Des Weiteren sind für alle bis auf hme und Xmountains die OpenGL-Bibliotheken nebst ihren Entwicklungspaketen erforderlich (unter SuSE sind dies mesa, mesa-devel, mesaglu, mesaglu-devel, mesaglut und mesaglut-devel). Für alle Generatoren gilt, dass Sie nach ihrem Entpacken ein Terminalfenster öffnen und dort per cd <verzeichnis> in das entsprechende Unterverzeichnis wechseln – bei Fracplanet zum Beispiel mit cd fracplanet.
Fracplanet
Fracplanet weigert sich hartnäckig, unter den neuen SuSE-Versionen zu kompilieren. Dieses Problem wurde bereits im Forum unter [3] diskutiert, eine Lösung aber noch nicht gefunden. Der einzige Ausweg besteht zur Zeit darin, Fracplanet unter einer anderen Distribution zu übersetzen, die ausführbare Datei auf die SuSE-Installation zu kopieren und hoffen, ob es geht. Auf unserer Heft-CD finden Sie eine unter SuSE 8.2 kompilierte und für Pentium-Prozessoren optimierte Version. Besitzer einer anderen oder früheren SuSE-Distribution gehen wie folgt vor: Installieren Sie die qt-Entwicklungsbibliotheken (unter SuSE qt3-devel und qt3-non-mt). Den Übersetzungsvorgang starten Sie im Terminalfenster mit ./BUILD. Sollte die Fehlermeldung ./configure: line 8: qmake: command not found oder QTDIR not definied erscheinen, geben Sie export QTDIR=/usr/lib/qt3, gefolgt von ./BUILD ein.
Geomorph
Bei Redaktionsschluss stand die Version 0.21 kurz vor ihrer Veröffentlichung. Sie wurde uns vom Autor freundlicherweise vorab zur Verfügung gestellt und liegt auch diesem Artikel zugrunde. Sie sollte bei Veröffentlichung dieses Heftes unter [4] erhätlich sein.
Der erste Weg zu einer Geomorph-Installation führt als Benutzer root über das unter [4] angebotene Binärpaket: Ein ./make install im Terminalfenster genügt hier. Unter SuSE Linux müssen Sie anschließend noch die Datei libgtkgl.so.5 von unserer Heft-CD in das Verzeichnis /usr/lib kopieren.
Die zweite Möglichkeit zur Installation ist die Compilierung des Quellcodepakets. Dazu spielen Sie ebenfalls als Benutzer root zunächst die Entwicklungspakete für GTK+, sowie gtkglarea ein (unter SuSE gtk-devel und gtkglarea). Anschließend genügt die Befehlsfolge ./configure, make und make install im Terminalfenster. Sofern Sie noch Geomorph in der Version 0.20 verwenden, müssen Sie nach dem ./configure mit einem Texteditor die Datei Makefile im Unterverzeichnis src/app öffnen. Suchen Sie die mit LDADD = -L/usr/lib -L/usr/X11R6/lib beginnende Zeile und hängen Sie ihr die Zeichenfolge -lGLU an. Speichern Sie die Änderungen und geben Sie der Datei missing zwei Verzeichnisebenen höher Ausführungsrechte. Erst jetzt folgen die Befehle make und make install. Sollten unter SuSE Linux die Menübeschriftungen unleserlich sein, setzen Sie die Spracheinstellungen mittels Yast auf Englisch.
HME
Spielen Sie zunächst die Entwicklungspakete der SDL-Bibliothek ein (unter SuSE Linux sdl-devel). Nach dem Entpacken des HME-Archivs öffnen Sie mit einem Texteditor die Datei global.h im Unterverzeichnis src. Dort gibt es am Anfang (Zeile 12) die Zeile #define WINDOWS// voranstellen. Speichern Sie die Datei und wechseln im Terminalfenster mit dem Befehl cd src in das gleichnamige Unterverzeichnis. Dort starten Sie mit
gcc -o terrained -g *.c -lSDL -lpthread
die Übersetzung. Das fertige Programm kopieren Sie nun eine Verzeichnisebene höher. Dort lagern einige zusätzliche Datendateien, die HME nachlädt.
Terraform
Melden Sie sich als Benutzer root an. Neben einer installierten GNOME-Umgebung benötigen Sie noch die zugehörigen Entwicklungsbibliotheken. Unter den aktuellen SuSE-Versionen markieren Sie unter Filter / Selektionen einfach GNOME und GNOME Entwicklungsumgebung, bei älteren SuSE-Installationen sind neben dem GNOME System die Pakete gnome-common, gnone-libs-devel, gnome-vfs2, gnome-libs-devel, libgnome-devel, libxml, libxml-devel, gnome-print, gnome-print-devel, gdk-pixbuf-devel, db1-devel, esound-devel und glib2-devel notwendig. Im Terminalfenster erzeugen die Befehle ./configure und make das Programm, ein anschließendes make install spielt Terraform in das System ein.
Xmountains
Installieren Sie die Entwicklungspakete des X-Window-Systems. Im Xmountains-Verzeichnis geben Sie xmkmf – gefolgt von make – ein.



