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Live-Linux-Distributionen

Salvare

Menschen mit humanistischer Bildung werden "Salvare" sofort mit "retten, erretten" übersetzen können. Die große Mehrzahl weiß allerdings nach dem Start von Salvare [5] auch so, was die Stunde geschlagen: Salvare ist ein System zur Datenrettung, aber auch ein normaler Arbeitsplatz.

Allerdings nicht in allen Belangen. Beim Start auf unserem Testsystem verschluckte sich die Salvare, das noch in der Entwicklung steckt, während der automatischen Netzwerkerkennung nach der Boot-Meldung info, client (v0.9.9-pre) started. Anschließend erschien Zeile für Zeile nur noch die Meldung debug, Sending discover.... Die Boot-Option nonetwork brachte Linderung. Salvare konnte ohne Netzwerkkonfiguration starten - ärgerlich, wenn dort gerade die Probleme liegen.

Salvare kann wie die PLD Rescue CD in den Arbeitsspeicher geladen werden, damit man die CD anschließend entfernen kann. Allerdings kommt Salvare mit weniger Speicher aus. Dazu gibt man am Boot-Prompt den Parameter freecd mit. Anschließend kann der Anwender noch zwischen verschiedenen Videomodi wählen, und - im Gegensatz zur PLD Rescue CD - zwischen über vierzig Tastaturbelegungen.

Seltsam mutet der Prompt an. Während in anderen Live-CDs das übliche Doppelkreuz für den Nutzer root erscheint, kommt in Salvare das $-Zeichen für normale Nutzer auf den Schirm (Abbildung 5).

Insgesamt sind 18 MByte aber vielleicht doch etwas wenig für eine Live-Distribution. Virenscanner und andere wichtige Anwendungen zur Fehlerdiagnose fehlen. Zwar soll mit apt-get zusätzliche Software in ein temporäres Dateisystem installiert werden können, aber das konnte mangels Netzzugang nicht getestet werden. Und für einen Linux-Arbeitsplatz sind bash und vi sicher nicht ausreichend.

Salvare

http://salvare.sourceforge.net/

18 MByte

Arbeitsplatz und System zur Datenrettung

Systemvoraussetzungen: bootfähiges CD-ROM-Laufwerk

Software (u.a.): chkrootkit, nmap, OpenSSH (Client und Server), tcpdump

Abbildung 5: Root könnte beim Anblick des Salvare-Prompts denken, dass er nicht alle Rechte hat.

tomsrtbt

tomsrtbt [6] ist mit 3 MByte die kleinste Live-Distribution in diesem Feld. Sie passt sogar noch auf eine 3,5-Zoll-Diskette, die allerdings mit 1,722 MByte formatiert sein muss. Somit kann sie auch für Rechner benutzt werden, die kein bootfähiges CD-ROM-Laufwerk haben.

Herunterladen können Sie drei verschiedene Varianten: als tar.gz- oder Zip-Archiv sowie als Image-Datei im bz2-Format. Mit dem tar.gz- bzw. dem Zip-Archiv können Sie eine identische Diskette unter Linux oder Windows erzeugen. Die Image-Datei nach der ElTorito-Spezifikation ist für eine bootbare CD gedacht.

Mit dieser Image-Datei kann man sich auch seine eigene CD zusammenstellen. Wie das geht, beschreibt ein Artikel in Linux NetMag [7]. Salvare etwa ist so ein Live-CD-Projekt, das auf tomsrtbt aufbaut und sich daher ähnlich wie tomsrtbt verhält.

Zwar hat tomsrtbt eine Reihe Tools (wie ping oder traceroute) für die Netzwerkanalyse, aber umfangreichere Programme wie nmap (zirka 300 KByte) fehlen logischerweise in dem 1,722-MByte großen Image, das auf Diskette oder CD gespielt wird. Leider fehlt eine PPP-Zugangssoftware und demzufolge ist auch kein Browser oder ein Mailprogramm dabei. Die Shell ist nicht die allseits bekannte Bash (fast 600 KByte), sonder Ash. Als Editor dient der Standard-vi, ein gerade für Einsteiger kompliziert zu bedienendes Programm. Welche Software bei tomsrtbt dabei ist, kann man der FAQ unter [8] entnehmen (Abbildung 6).

tomsrtbt

http://www.toms.net/

3 MByte

Bootfähiges Linux-System, der auf eine Diskette passt

Systemvoraussetzungen: 8 MByte RAM, 1,722-MByte-Diskette oder bootbare CD

Software (u.a.): cpio und Standard-Linux-Befehle

Abbildung 6: In der FAQ von tomsrtbt steht, welche Programme alle auf dem Disketten-Linux dabei sind.

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LinuxUser 06/2012

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