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01.10.2004

Kurz notiert

  • An Kexi dem Frontend von KOffice zum Erstellen von Datenbank-Abfragen, Formularen und Berichten, wird auf dem Weg zur nächsten stabilen Version noch kräftig weiterentwickelt. Wieder eingeführt wurde zum einen der MySQL-Treiber, zum anderen ist der KFormDesigner, bisher Bestandteil von Kexi, in ein KPart umgewandelt und kann also jetzt auch ein andere Anwendungen eingebettet werden. Zudem ist es künftig möglich, Änderungen am Tabellen-Design zu sichern.
  • Die Entwicklung Kioskbleibt eigenständig. Wie sein Entwickler Waldo Bastian in einem Interview, gibt es keine Pläne, die Kiosk-Entwicklung mit der des KDE-Projekts zu integrieren. Dies ermögliche eine schnelle Integration der zahlreichen Anregungen der Nutzer. Große Fortschritte macht Kiosk auch an der Distributionsfront: Kiosk und das Kiosk Admin Tool werden beide Bestandteil des nächsten Novell Linux Desktop werden.
  • Interessante Einblicke in die PIM-Suite Kontacterlauben die Unterlagen und Präsentationsfolien von Cornelius Schumacher. Diese stammen aus seinem Vortrag anlässlich der Bostoner USENIX 2004 Annual Technical Konferenz (Usenix 2004) und stehen auf der Homepage des Kontact-Projekts als PDF-Dateien zum Download bereit.
  • Auf neue Icons dürfen sich die Nutzer der KDE-Jukebox Jukfreuen. In den neuen Versionen werden die beliebten Nuvola-Icons integriert. Ein optischer Vorgeschmack findet sich im CVS-Digest.
  • Immer vielseitiger wird KDEs Media-Player Amarok. In der gerade veröffentlichten stabilen Version 1.0.2 wird nun auch die Xine Audio-Engine unterstützt. Amarok mausert sich damit mehr und mehr zu der Multimedia-Anwendung mit der Unterstützung für die meisten Multimedia-Backends. Man darf gespannt sein, welches als nächstes integriert wird. Die aktuelle Version findet sich auf der Homepage des Projekts.

KDE 3.3 ist da

Das Warten hat ein Ende. KDE 3.3 kam wie versprochen pünktlich zum großen KDE-Gipfeltreffen Akademy heraus. Ein Update lohnt sich, denn dieses Release punktet sowohl mit neuen Anwendungen als auch mit diversen Verbesserungen bei beliebten Applikationen des KDE-Desktops.

Wenig getan hat sich jedoch bei der Performance. Wie KDE-Entwickler George Staikos in einem Interview mit Newsforge einräumte, sei bei dem neuen Release zwar ein kleiner Geschwindigkeitszuwachs zu verbuchen, an den recht hohen Mindestvoraussetzungen zur Nutzung der Desktopumgebung habe sich jedoch nicht viel geändert. Eine weitere Steigerung der Performance sei für den Gewinn neuer Anwender von daher ein Muss. Links zu Download-Mirrors finden sich unter download.kde.org

Abbildung 1: Das Malprogramm Kolourpaint gehört ab sofort fest zur KDE-Familie.

KDE 3.3: KMail und Personal Information Management

Besonders viele Verbesserungen bringt KDE 3.3 hat im Bereich Personal Information Management, also bei der KDE-PIM-Suite. Das KDE-Mailprogramm wartet in der neuen Version mit einem Anti-Spam- und Anti-Virus-Assistenten auf. Neu ist auch die Möglichkeit, Verschlüsselungseinstellungen für jeden Kontakt einzeln zu hinterlegen sowie die automatische Verwaltung von Mailingslisten. Mbox- und Maildir-Ordner kompirimiert Kmail nun auch im Hintergrund und einige neue Filter (etwa danach, ob die Email über ein Attachment verfügt) sowie eine praktische Schnellsuchleiste wurden ebenfalls integriert. Freunde von HTML-Mails können diese jetzt auch mit KMAil schreiben. Außerdem zeigt der Mailer den Online-Status von Instant Messaging-Kontakt an.

Aber auch an den anderen Programmen der PIM-Suite ist für dieses Release kräftig geschraubt worden. KPilot, das KDE-Programm zur Synchronisation mit dem PDAs, ist jetzt in die Groupware Kontact integriert. Die neue Version erlaubt auch das Synchronisieren von Remote-Dateien. Der ehemalige KGpgCertManager, ein Programm zum Im- und Export von Zertifikaten und Schlüsseln, verliert seinen sperrigen Namen und hört jetzt auf "Kleopatra". KNotes, die Post-Its der KDE-Suite, sind ab sofort netzwerkfähig, der Newsreader KNode erhielt ein besseres HTML-Rendering und wurde im Look & Feel noch mehr an das Partnerprogramm KMail angepasst.

KDE 3.3: Neue Programme und Module

Neben Verbesserungen an bestehenden Programmen liegt der Hauptschwerpunkt bei diesem Release in der Aufnahme neuer Programme. Hervorzuheben ist dabei vor allem das Malprogramm KolourPaint (Abbildung 1), der sehr viel benutzerfreundlichere Nachfolger von KPaint sowie Kspell2, eine neue Bibliothek für die Rechtschreibprüfung. Die vielleicht spannenste neue Anwendung ist Kommander, der eine einfache Applikationsentwicklung auch ohne tiefgreifende Progammierkenntnisse verspricht. Für Administratoren besonders interessant dürfte ein weiterer Neuzugang sein: Das Kiosk Admin Tool, eine Oberfläche für das Kiosk-Framework, das Zugriffe auf Bereiche des Desktops einschränkt.

Zuwachs gibt es auch beim Web-Editor Quanta. Mit an Bord ist hier künftig KimageMapEditor, ein Editor für Image-Maps sowie KlinkStatus, mit dem sich Links in einem Web-Projekt direkt aus Quanta heraus überprüfen lassen. Ebenfalls neu ist der PHP-Debugger, der ab sofort ein MDI-Interface nutzt und ein so genannter VPL (Visual Page Layout) Modus (Abbildung 2), um die Bearbeitung von Dateien noch einfacher zu gestalten.

Abbildung 2: Neu bei Quanta ist der VPL-Modus.

KDE 3.3: Mehr Komfort im Konqueror

Im Bereich Internet unterstützt KHTML ab sofort die von Mozilla bekannte "Type-Ahead-Suche" und markiert ein Nutzer einen Begriff über das Kontext-Menü kann er diesen künftig direkt ohne jeden Umweg in einer Suchmaschine nachschlagen. Verbessert wurde zudem die Integration des Instant-Messengers Kopete. Zuwachs hat der Konqueror bekommen: Er verfügt seit KDE 3.3 über ein neues RSS-Sidebar-Plugin. Stark verbessert zeigen sich zudem das Bookmark-Plugin und die Tab-Technik im Konqueror. Tabs lassen sich jetzt gezielt mit Tastenkombinationen anspringen, neue Tabs öffnet ein Doppelklick in die leere Tab-Leiste. Und Besitzer von Radmäusen können sich künftig mit dem Mausrad durch die verschiedenen Tabs hangeln.

Sicherheitslücken aufgedeckt

Nutzer, die noch nicht auf das gerade veröffentlichte KDE 3.3 umsteigen möchten, sollten dennoch zumindest über ein Sicherheits-Update nachdenken. Denn jüngst sind in KDE drei Sicherheitslücken entdeckt worden, die lokalen Angreifern zum einen Phishing-Attacken ermöglichen und zum anderen die Möglichkeit geben, KDE lahm zu legen oder in fremde User-Accounts einzudringen.

Sicherheitsprobleme bereiten in einigen Fällen Symlinks, die von KDE genutzt werden. Deren Integriät ist nicht immer gewährleistet, so dass sie auf veraltete Ziele zeigen könnten. Diesen Umstand können sich lokale Angreifer zu Nutze machen, um die korrekte Funktion von KDE zu beeinträchtigen. Ebenfalls problematisch ist, dass der KDE-DCOP-Server temporäre Dateien in unsicherer Form erzeugt. Da diese Dateien zum Teil auch zur Authentifizierung genutzt werden, könnte ein Angreifer so in den Account eines anderen Nutzers eindringen. Zu (un)guter Letzt erlaubt es der Konqueror, Webseiten in Frames von jeder Frame-basierten Webseite zu laden, die der User geöffnet hat, wodurch so genannte Pishing-Attacken ermöglicht werden, bei denen Angreifer versuchen, mit diversen Tricks an vertrauliche Daten und Passwörter zu kommen. Patches für diese Sicherheitslücken stehen für die betroffenen Versionen unter ftp://ftp.kde.org/pub/kde/security_patches bereit.

Facelifting der KDE-Website

Viele Wochen haben sie daran gebastelt, doch die Mühe hat sich gelohnt: Seit kurzem erstrahlt die deutsche KDE-Seite in neuem Glanz (Abbildung 3). Den Löwenanteil der Arbeit haben Klaus Stärk und Dirk Tromppeter erledigt, denen ein dickes Dankeschön für die sowohl inhaltlich als auch optisch von Grund auf überarbeitete Web-Präsenz gebührt. Achtung: Mit dem neuen Layout hat sich auch der Nachrichtenbereich der deutschen KDE-Seite geändert. Er lautet nach dem Facelifting www.kde.de/nachrichten/nachrichten.php. Ebenfalls neu ist die RSS/RDF-Datei für den Nachrichten-Ticker. Dieses findet sich ab sofort unter folgender Adresse: www.kde.de/nachrichten/nachrichten.rdf. (Stefanie Teufel/uwo)

Abbildung 3: Die deutsche KDE-Seite wurde in wochenlanger Arbeit general überholt.

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