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Kostenloser Canon-Druckertreiber im Test

Grauer Panther

Für den täglichen Briefverkehr reichen Graustufen völlig aus, diese bringt auch der alte Treiber Version 2.2.1 für den Canon i550 problemlos und mit hoher Konturschärfe zu Papier. Dazu muss zum Beispiel in Open Office in den Drucker-Eigenschaften Graustufen-Druck eingestellt sein. Für den Leistungsvergleich verwendete der Autor den neuen Canon-Treiber Version 2.4.0.

Der traditionelle Grauert-Brief durfte als Standard-Test für den alltäglichen Briefdruck nicht fehlen – allerdings unterscheidet sich die Art des Ausdrucks. Wurde der Grauert-Brief früher als reiner ASCII-Text direkt an den Drucker ausgegeben, verwenden heutige Textverarbeitungsprogramme ausschließlich den Grafik-Modus. Zudem verfügen heute nur noch Drucker im gehobenen Preissegment über eigene PCL- oder Postscript-Interpreter, GDI-Drucker wie der Canon i560 benötigen das fertig gerenderte Druckbild und können mit ASCII-Text gar nichts mehr anfangen.

Mit 97 Sekunden für zehn Grauert-Briefe schlug der Canon-Treiber Turboprint (132 Sekunden) um Längen. Die Qualität der Ausdrucke war bei beiden Treibern sehr gut, ein Unterschied war selbst mit der Lupe nicht auszumachen.

Auch den Grau-Test, wo eine ganzseitige graue Fläche ausgedruckt wird, absolvierten der Canon-Treiber in Version 2.4.0 und Turboprint 1.90 nahezu problemlos, die Streifenbildung ist zu vernachlässigen und fällt kaum auf. Der Druckrand beträgt unten fünf Millimeter und an allen anderen Seiten drei Millimeter. Für den Druck der Grauflächen verwenden beide Treiber kein Schwarz, sondern drucken eine mehrfarbige Punkte dich nebeneinander (Error-Diffusion).

Farn-Grafiken

Beim DTP-Mix-Test, einer Mischung aus farbig hervorgehobenem Text, normalem Fließtext und Balkendiagrammen, schnitt Turboprint besser ab: Einerseits war der Ausdruck des zehnseitigen Dokuments mit aktivierter Farbkorrektur (TrueMatch) dreißig Sekunden schneller als der Canon-Treiber, andererseits entsprach das Druckbild eher dem, was der Monitor anzeigte.

Hinter TrueMatch von Turboprint verbirgt sich eine Gamma-Korrektur – viele Monitore sind etwas zu hell und mit zu hohem Kontrast eingestellt, was meist mit einer Gamma-Korrektur von 1,3 bis 1,4 aufgefangen werden kann.

Beim Grafik-Test in Abbildung 3, einer komplexen Corel-Draw-Grafik mit Farbverläufen und engen Linien, konnte Turboprint seine Trümpfe nicht so recht ausspielen. Zwar bietet Turboprint verschiedene Druckauflösungen bis zu 4800 DPI an, einen sichtbaren Einfluss auf den Ausdruck hatte dies jedoch nicht. Der gelbe Text auf schwarzem Grund bei Messpunkt 8 links verfärbte sich ohne TrueMatch sichtbar ins rote, und auch der Schwarz-Verlauf am unteren Ende wies ohne TrueMatch einen leichten Braun-Stich auf. Insgesamt erreichte Turboprint bei 600 DPI mit TrueMatch den besten Grafik-Ausdruck.

Abbildung 2: Mit Hilfe des Grafiktests lässt sich sehr leicht feststellen, wie gut Treiber und Drucker die Farbverläufe zu Papier bringen – so fiel Turboprint durch eine grobere Rasterung und andersfarbige Pixel auf.

Klarer Sieger in dieser Disziplin ist jedoch der Canon-Treiber: Verfärbungen gab es keine, und der Grau-Verlauf am unteren Bildrand war deutlich sauberer und gleichmäßiger als beim kommerziellen Treiber. Weitere Pluspunkte sammelte der Canon-Treiber bei den abgestuften Farbverlaufsbalken (Messpunkt 1) und den Verläufen an den Rändern: Während bei Turboprint mit bloßem Auge ein Raster in allen vier Grundfarben zu sehen ist, liefert der Canon-Treiber satte Farben. Noch dazu brauchte der Canon-Treiber lediglich 130 Sekunden für den Ausdruck der sehr komplexen Grafik, bei Turboprint dauerte es 50 Sekunden länger.

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Infos zum Autor

Mirko Dölle

Redakteur für Linux bei c't, Heise Zeitschriften Verlag; ehemals Competence Center Hardware/Linux-Magazin, Linux New Media AG


Infos zur Publikation

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LinuxUser 06/2012

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