Gute Zusammenstellung
Libranet ist eine Debian-basierende Distribution, die das Ziel hat, ein Desktop-System einfach und schnell zu installieren und sofort benutzbar zu haben.
Die Installationsroutine ist leicht verständlich und läuft bis auf die X-Window-Konfiguration fehlerfrei durch. Nach der automatischen Hardware-Erkennung fragt das Installationsprogramm die Tastaturbelegung ab und bietet dann an, die Festplatte automatisch zu partitionieren und zu formatieren.
Selbstverständlich ist eine manuelle Partitionierung ebenso möglich. Im Anschluss installiert das Setup-Programm das Debian-Basissystem und startet nach der Einrichtung des Bootloaders und der Zeitzone neu. Jetzt ist noch das Root-Passwort anzugeben und ein nicht priviligierter Benutzer einzurichten und schon startet die Hardware-Erkennung für X.
Hier existiert der einzige Fehler im Installer: Wenn nach einem fehlgeschlagenen Installationsversuch ein anderer Grafikkartentreiber ausgewählt wird, hängt sich das Programm auf. Ansonsten klappt die Einrichtung von X und das System wechselt in den Grafikmodus.
Die Paketauswahl erfolgt nach Gruppen, die sinnvoll zusammengestellt sind. So stehen die Desktop Environments Gnome 2.2.2 und KDE 3.1.3 zur Verfügung, die beide nicht mehr ganz taufrisch sind, aber für die tägliche Arbeit durchaus noch taugen. Als alternative Window-Manager bringt Libranet Icewm, Fluxbox, Xfce und Enlightenment mit, ist also auch auf betagteren Computern noch einsetzbar. OpenOffice und Mozilla sind ebenfalls mit nicht ganz aktuellen Versionen an Bord.
Nach der Installation konfiguriert man Sound-Karte und Netzwerk, was problemlos gelingt. Schließlich präsentiert Libranet ein grafisches Login mit einer Auswahl für den Window-Manager. Nach der Anmeldung findet sich der Benutzer in einer aufgeräumten, sauber konfigurierten Umgebung wieder (Abbildung 1).
Obwohl die Software nicht auf dem neuesten Stand ist, eignet sich Libranet zur Einrichtung eines Arbeitsplatzes. Die Installation ist selbst für Einsteiger zu bewältigen.
Neues vom Hosentaschen-Desktop
Die auf Knoppix basierende Live-Distribution Damnsmall Linux hat mit Version 0.8 einen weiteren Meilenstein erreicht. Das System passt nach wie vor auf eine visitenkartengroße CD und bringt die wichtigsten Programme für die tägliche Arbeit mit.
Als Textverarbeitung ist Ted dabei, Links und Dillo ermöglichen das Browsen im Web und Sylpheed kümmert sich um die E-Mail. Zum Betrachten von PDF-Dokumenten ist XPDF mit an Bord.
Das Besondere an Damnsmalllinux ist die Möglichkeit, das System nach der Installation auf der Festplatte um weitere Programme wie OpenOffice und Mozilla Firefox zu ergänzen. Eine ständig wachsende Liste mit Erweiterungen findet sich unter http://www.ibiblio.org/pub/Linux/distributions/damnsmall/mydsl/ im World Wide Web.
Userlinux kommt in Fahrt
Das Debian-basierte System UserLinux gewinnt an Stabilität. Am ersten September soll eine Beta-Version erscheinen, die alle für die endgültige Version geplanten Eigenschaften enthält.
Ziel von Userlinux ist es, eine einheitliche Plattform für Linux in Unternehmen zu schaffen, die dann entsprechend den Bedürfnissen des Unternehmens angepasst wird. Das System steht vollständig unter der GPL und ist kostenlos erhältlich; UserLinux möchte Geld mit Support für Unternehmen verdienen.
Bruce Perens, Initiator von UserLinux, möchte das System sehr kompakt halten und wird daher nur eine Desktop-Umgebung, nämlich Gnome, eine Datenbankserver, einen MTA und einen Web-Server unterstützen, so dass die Benutzer nicht vor einer Vielzahl von Programmen für einen Zweck stehen.
Das System basiert stets auf der aktuellen Debian-Version und ist für x86- und AMD64-Systeme verfügbar, gleichwohl Debian selbst keine AMD64-Variante anbietet. Die Veröffentlichung der AMD64-Variante von Userlinux lässt allerdings noch ein Weilchen auf sich warten.
Annvix
Annvix basiert auf Mandrake 9.2 und wurde besonders in Hinblick auf Sicherheit verbessert. Einsatzgebiet für die Distribution sind im wesentlichen Server-System. Zur Installation benötigt man lediglich ein knapp 100 MByte großen Images. Die restlichen Pakete holt sich das System während der Einrichtung aus dem Netz, ein schneller Internet-Zugang ist also nötig.
Anstelle der bei Mandrake vorhandenen grafischen Installationswerkzeuge setzt Annvix auf die manuelle Konfiguration mit Hilfe von Textdateien und einem Editor. Nach dem Start der Installations-CD ist als erstes die Netzwerkverbindung einzurichten. Die Partitionierung der Festplatte muss von Hand mit dem Programm fdisk erledigt werden.
Nach der Partitionierung richtet das Programm install-pkgs das Paketmanagmentsystem urpmi ein und kopiert die Pakete der Basisinstallation von einem FTP-Server oder einer Installations-CD.
Ist das Basissystems eingerichtet, kommt die Netzwerkkonfiguration beim installierten System an die Reihe. Ebenso müssen die Zeitzone, das Root-Passwort, ein Benutzer-Account und der Bootloader manuell eingerichtet werden. Auf der Homepage gibt eine Hilfedatei unter http://annvix.org/docs/ch_install.php hierbei Hilfestellung.
Nach dem Neustart steht ein kompaktes Server-System zur Verfügung, das mit urpmi leicht um die gewünschten Pakete zu erweitern ist.
Systeminstallation leicht gemacht
Thomas Lange entwickelte mit Fully Automatic Installation) ein Programm, das die gleichzeitige Installation von Debian auf einer großen Zahl von Rechnern erleichtert. Die Skripte eignen sich jedoch ebenfalls zur Wiederherstellung einer Installation nach einem Absturz.
FAI automatisiert alle Schritte, die zum Aufsetzen eines kompletten Systems nötig sind. Skripte steuern die Installation des Systems auf den Clients, ohne dass der Administrator eingreifen müsste.
In der aktuellen Version unterstützt FAI Debian Sarge, installiert wahlweise einen 2.4er- oder 2.6er-Kernel und nutzt das Programm discover zur Hardware-Erkennung.
Auf der Homepage finden sich neben einer beachtlichen Liste von erfolgreichen Installationsbeispielen sowie Hilfstexte, die in die Arbeit mit den Skripten einführen. (Frank Wieduwilt/agr)