Distribits

01.10.2004

Kurz notiert

  • Linspire (http://www.linspire.com) hat seinen Börsengang vorerst verschoben. Grund ist die schlechte Stimmung am Markt. Die Anmeldung bei der US-Börsenaufsicht bleibt jedoch bestehen. Unterdessen hat Linspire eine Software fertig gestellt, die es den Benutzern ermöglicht, sich bei AOL einzuwählen. Bisher gab es noch keine Einwahl-Software für diesen Provider.
  • Yoper (http://www.yoper.com) ist in Version 2.1 erschienen. Die für Prozessoren ab Pentium II optimierte Distribution enthält Kernel 2.6.8.1, KDE 3.3 als Desktop und unterstützt das brandneue Reiser-4-Dateisystem. Als Bootloader bringt Yoper Grub und Lilo mit, das Installationsprogramm ist nun in der Lage, NTFS-Partitionen zu verändern. Yoper 2.1 steht auf der Homepage des Herstellers zum kostenlosen Download bereit, außerdem bietet Yoper etliche auf Geschwindigkeit optimierte Pakete zum Download an.
  • Unter dem Namen Xfldbietet die Firma OS-Cillation (http://www.os-cillation.de) aus Siegen eine Live-CD auf Basis von Knoppix an, die eine Beta-Version des kommenden Xfce 4.2 (http://www.xfce.org) als Desktop benutzt. Neben Xfce bietet das System eine aktuelle Version von OpenOffice, Gimp 2.0 und Mozilla in der Version 1.6 auf der CD. Wie Knoppix läuft Xfld vollständig von CD und lässt auf die Festplatte installieren. Die für Xfld gepackten Xfce-4.2 Pakete bietet os-cillation auch separat zum Herunterladen an.
  • Brian Lane entwickelte das Python-Skript up2dateiso (http://www.brianlane.com/up2dateiso.php), mit dessen Hilfe sich aktuelle Images für Red Hat 9, Fedora Core 1 und CentOS 3.1 erstellen lassen. Das Skript benötigt aus vorhandenen Installations-CDs und veröffentlichten Updates neue CD-Images zusammen.
  • Die Firma Specifix (http://www.specifixinc.com) biete mit Conary eine Reihe von Programmen an, mit dessen Hilfe sich Pakete für Distributionen verwalten lassen. Es ist als Ersatz für die bisherigen Paketmanagmentsysteme Apt und RPM gedacht. Conary ermöglicht die Installation von Paketen aus vielen verschiedenen Quellen im Internet, wobei das Paketformat und der Hersteller nur eine untergeordnete Rolle spielen.
  • Die auf Mandrake basierende Live-Distribution SAM (http://sam.hipsurfer.com) ist in Version 0.6 erschienen. Dieses Release bringt einige Updates für Gimp, Gnumeric, Gaim und Xfree, sowie Mozilla in der Version 1.7.1, Mozilla Calender und Gnome-Commander mit. Das 200 MByte große ISO-Image liegt auf der Homepage und einigen Spiegel-Servern zum Herunterladen bereit.
  • Red Hat (http://www.redhat.com) liefert den Red Hat Application Serveraus. Basis des Systems ist der Webserver Apache. für die Java Server Pages (JSP) und Java Servlets benutzt Apache Tomcat, hinzu kommt der eigentlich Applikations-Server, für den Red Hat nicht JBoss, sondern Jonas benutzt. Der Application Server kostet einschließlich einem Jahr Support 999 US-Dollar, eine freie Version ohne Support ist auf den FTP-Servern von Red Hat zu finden.
  • Novell bietet mit Suse Linux Enterprise Servereine neue Server-Distribution an. Mit diesem Produkt verwendet Novell zum ersten Mal Kernel 2.6. Der Enterprise Server unterstützt neben Samba-3-Datei- und Druckdiensten auch E-Mail, Datenbanken, Web-Dienste und den Applikationsserver JBoss. Zusätzlich sind zahlreiche Entwicklungswerkzeuge und Programmiersprachen enthalten. Der Enterprise Server ist ab 349 US-Dollar pro Jahr pro Server mit zwei CPUs erhältlich.
  • Mit dem Applikationsserver Lineox Application Server for Lineox Enterprise Linux (http://www.lineox.com) geht das Unternehmen einen anderen Weg als Novell und Red Hat. Es bietet den Server als Update zu seinem Enterprise Server an. Die Software ist auf der Lineox-Homepage erhältlich. Der Download der aktuellen Version kostet 17,90 Euro, ältere Versionen sind kostenlos zu bekommen.
  • Novell plant für den Herbst die Veröffentlichung einer Desktop-tauglichen Distribution. Auf der LinuxWorld Conference & Expo Anfang August stellte Novell bereits einen Prototypen unter der Bezeichnung Novell Linux Desktopvor, den das Unternehmen aber nur als Designstudie versteht. Welcher Desktop und welche Software genau enthalten sein werden, stand noch nicht fest. Novell Linux Desktop soll jedoch kein Konkurrent zu Suse Linux werden, das im gleichen Hause produziert wird.
  • Der neue Debian-Installer (http://wiki.debian.net/?DebianInstallerFAQ) ist in einem ersten Release-Kandidaten erhältlich. Diesen Programm soll zukünftig die Einrichtung eines Debian-Systems erleichtern. Als erstes System verwendet Skole Linux (http://www.skolelinux.no) den Installer, im Herbst folgt Debian "Sarge". Der Installer erkennt eingebaute Hardware und versucht die entsprechenden Treiber und Module selbständig zu installieren. Zur Zeit existiert nur eine Oberfläche für den Textmodus, die Entwickler wollen später eine GTK-basierte grafische Oberfläche hinzufügen.
  • Minislack (http://shweps.free.fr/minislack.xml) ist in Version 0.2 erschienen. Minislack basiert auf dem aktuellen Slackware und enthält neben Kernel 2.6.7 den XServer von X.org, KDE 3.2, Mozilla 1.7, Gimp 2.0.2 und KOffice 1.3.1. Das knapp 600 MByte große Image ist auf der Homepage zu finden.
  • Die Live-Distribution Slaxist in einer neuen Version erschienen. Die Version 4.1.4 basiert auf Slackware 10 und enthält neben KDE 3.3 den Kernel 2.4.28-pre2 mit einkompilierter SATA-Unterstützung sowie KDevelop und Quanta in den aktuellen Versionen. Auch K3b ist in der frischesten Variante 0.11.14 dabei. Das 180 MByte große Image steht auf der Homepage und zahlreichen Spiegel-Servern zum Download bereit.

Gute Zusammenstellung

Libranet ist eine Debian-basierende Distribution, die das Ziel hat, ein Desktop-System einfach und schnell zu installieren und sofort benutzbar zu haben.

Die Installationsroutine ist leicht verständlich und läuft bis auf die X-Window-Konfiguration fehlerfrei durch. Nach der automatischen Hardware-Erkennung fragt das Installationsprogramm die Tastaturbelegung ab und bietet dann an, die Festplatte automatisch zu partitionieren und zu formatieren.

Selbstverständlich ist eine manuelle Partitionierung ebenso möglich. Im Anschluss installiert das Setup-Programm das Debian-Basissystem und startet nach der Einrichtung des Bootloaders und der Zeitzone neu. Jetzt ist noch das Root-Passwort anzugeben und ein nicht priviligierter Benutzer einzurichten und schon startet die Hardware-Erkennung für X.

Hier existiert der einzige Fehler im Installer: Wenn nach einem fehlgeschlagenen Installationsversuch ein anderer Grafikkartentreiber ausgewählt wird, hängt sich das Programm auf. Ansonsten klappt die Einrichtung von X und das System wechselt in den Grafikmodus.

Die Paketauswahl erfolgt nach Gruppen, die sinnvoll zusammengestellt sind. So stehen die Desktop Environments Gnome 2.2.2 und KDE 3.1.3 zur Verfügung, die beide nicht mehr ganz taufrisch sind, aber für die tägliche Arbeit durchaus noch taugen. Als alternative Window-Manager bringt Libranet Icewm, Fluxbox, Xfce und Enlightenment mit, ist also auch auf betagteren Computern noch einsetzbar. OpenOffice und Mozilla sind ebenfalls mit nicht ganz aktuellen Versionen an Bord.

Nach der Installation konfiguriert man Sound-Karte und Netzwerk, was problemlos gelingt. Schließlich präsentiert Libranet ein grafisches Login mit einer Auswahl für den Window-Manager. Nach der Anmeldung findet sich der Benutzer in einer aufgeräumten, sauber konfigurierten Umgebung wieder (Abbildung 1).

Obwohl die Software nicht auf dem neuesten Stand ist, eignet sich Libranet zur Einrichtung eines Arbeitsplatzes. Die Installation ist selbst für Einsteiger zu bewältigen.

Abbildung 1: Libranet besticht durch einfache Installation und gute Zusammenstellung.

Neues vom Hosentaschen-Desktop

Die auf Knoppix basierende Live-Distribution Damnsmall Linux hat mit Version 0.8 einen weiteren Meilenstein erreicht. Das System passt nach wie vor auf eine visitenkartengroße CD und bringt die wichtigsten Programme für die tägliche Arbeit mit.

Als Textverarbeitung ist Ted dabei, Links und Dillo ermöglichen das Browsen im Web und Sylpheed kümmert sich um die E-Mail. Zum Betrachten von PDF-Dokumenten ist XPDF mit an Bord.

Das Besondere an Damnsmalllinux ist die Möglichkeit, das System nach der Installation auf der Festplatte um weitere Programme wie OpenOffice und Mozilla Firefox zu ergänzen. Eine ständig wachsende Liste mit Erweiterungen findet sich unter http://www.ibiblio.org/pub/Linux/distributions/damnsmall/mydsl/ im World Wide Web.

Abbildung 2: Damnsmalllinux ist klein, schnell und leicht erweiterbar.

Userlinux kommt in Fahrt

Das Debian-basierte System UserLinux gewinnt an Stabilität. Am ersten September soll eine Beta-Version erscheinen, die alle für die endgültige Version geplanten Eigenschaften enthält.

Ziel von Userlinux ist es, eine einheitliche Plattform für Linux in Unternehmen zu schaffen, die dann entsprechend den Bedürfnissen des Unternehmens angepasst wird. Das System steht vollständig unter der GPL und ist kostenlos erhältlich; UserLinux möchte Geld mit Support für Unternehmen verdienen.

Bruce Perens, Initiator von UserLinux, möchte das System sehr kompakt halten und wird daher nur eine Desktop-Umgebung, nämlich Gnome, eine Datenbankserver, einen MTA und einen Web-Server unterstützen, so dass die Benutzer nicht vor einer Vielzahl von Programmen für einen Zweck stehen.

Das System basiert stets auf der aktuellen Debian-Version und ist für x86- und AMD64-Systeme verfügbar, gleichwohl Debian selbst keine AMD64-Variante anbietet. Die Veröffentlichung der AMD64-Variante von Userlinux lässt allerdings noch ein Weilchen auf sich warten.

Annvix

Annvix basiert auf Mandrake 9.2 und wurde besonders in Hinblick auf Sicherheit verbessert. Einsatzgebiet für die Distribution sind im wesentlichen Server-System. Zur Installation benötigt man lediglich ein knapp 100 MByte großen Images. Die restlichen Pakete holt sich das System während der Einrichtung aus dem Netz, ein schneller Internet-Zugang ist also nötig.

Anstelle der bei Mandrake vorhandenen grafischen Installationswerkzeuge setzt Annvix auf die manuelle Konfiguration mit Hilfe von Textdateien und einem Editor. Nach dem Start der Installations-CD ist als erstes die Netzwerkverbindung einzurichten. Die Partitionierung der Festplatte muss von Hand mit dem Programm fdisk erledigt werden.

Nach der Partitionierung richtet das Programm install-pkgs das Paketmanagmentsystem urpmi ein und kopiert die Pakete der Basisinstallation von einem FTP-Server oder einer Installations-CD.

Ist das Basissystems eingerichtet, kommt die Netzwerkkonfiguration beim installierten System an die Reihe. Ebenso müssen die Zeitzone, das Root-Passwort, ein Benutzer-Account und der Bootloader manuell eingerichtet werden. Auf der Homepage gibt eine Hilfedatei unter http://annvix.org/docs/ch_install.php hierbei Hilfestellung.

Nach dem Neustart steht ein kompaktes Server-System zur Verfügung, das mit urpmi leicht um die gewünschten Pakete zu erweitern ist.

Systeminstallation leicht gemacht

Thomas Lange entwickelte mit Fully Automatic Installation) ein Programm, das die gleichzeitige Installation von Debian auf einer großen Zahl von Rechnern erleichtert. Die Skripte eignen sich jedoch ebenfalls zur Wiederherstellung einer Installation nach einem Absturz.

FAI automatisiert alle Schritte, die zum Aufsetzen eines kompletten Systems nötig sind. Skripte steuern die Installation des Systems auf den Clients, ohne dass der Administrator eingreifen müsste.

In der aktuellen Version unterstützt FAI Debian Sarge, installiert wahlweise einen 2.4er- oder 2.6er-Kernel und nutzt das Programm discover zur Hardware-Erkennung.

Auf der Homepage finden sich neben einer beachtlichen Liste von erfolgreichen Installationsbeispielen sowie Hilfstexte, die in die Arbeit mit den Skripten einführen. (Frank Wieduwilt/agr)

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