Netz eingebaut

Läuft im Netz ein DHCP-Server (z.B. auf dem Internet-Router), holt sich die GNUStep-Distribution von dort eine IP-Adresse, und das Netz funktioniert problemlos. Wer keinen solchen Server besitzt, stellt die Adresse mit ifconfig eth0 manuell ein. Das dritte Icon von oben (siehe Abbildung 1) zeigt eine laufende Statistik für die Netzwerkkarte, deren Darstellung Sie mit einem Mausklick darauf umschalten. Mit grafischer Oberfläche und Netz lässt sich die Live-CD schon für viele Arbeiten im Internet verwenden.

Kasten 2: Auf Festplatte installieren@KL:Wer Gefallen an GNUstep findet – und noch über eine freie Partition verfügt – installiert es auf der Festplatte mit nur einem Befehl. Als Administrator (wie beschrieben mit

sudo su

) genügt es,

morphixinstaller

einzugeben.

Dann startet der grafische Installationsassistent, der mehrere Partitionsprogramme anbietet, darunter das recht komfortable QTParted, siehe [6]. Neben der freien Partition mit mindestens 2 GByte verlangt der Installer eine Swap-Partition. Haben Sie auf der Fesplatte schon eine Linux-Swap-Partition, verwenden Sie einfach die. Ist die Festplatte derart vorbereitet, kopiert der Morphix-Installer die Daten. Anschließend verlangt er noch Rechnernamen, das neue Root-Passwort und einen normalen Benutzer.

Am Ende steht dann die Einrichtung des Boot-Managers, die nicht besonders komfortabel ist: Sie kümmert sich kein bisschen um bestehende Linux- oder Windows-Installationen. Deshalb sollten sollten Sie sich schon ein wenig mit dem Boot-Manager Grub auskennen, wenn Sie GNUstep neben anderen Distributionen betreiben wollen. Ein paar Tipps dazu gibt [7]. Im Zweifelsfall verzichten Sie auf Grub und schreiben Sie Boot-Diskette, mit der Sie das auf der Festplatte installierte GNUstep starten. Von Festplatte startet GNUstep übrigens nicht im grafischen Modus. Dafür geben Sie nach dem Login startx ein.

Wohin geht die Reise?

Die Zukunft von GNUstep ist ungewiss. Die großen Desktops haben mittlerweile viele seiner Versprechungen eingelöst, GNUstep selbst blieb vieles schuldig. So ist die 3D-Bibliothek 3DKit schon seit einiger Zeit nicht mehr erhältlich und sucht neue Entwickler.

GNUstep selbst wirkt angesichts der flotten Konkurrenz mittlerweile etwas altbacken. Themes könnten das Aussehen der Oberfläche modernisieren, aber das einzige bekannte Projekt scheint eingeschlafen [8]. Mit mehr Programmierern und Benutzern könnte GNUstep auf einen aktuellen Stand kommen und eine Brücke zwischen Linux und Apple bauen. Vielleicht kann die GNUstep Live-CD anfängliche Hürden abbauen und ihren Teil dazu beitragen.

Glossar

GUI-Toolkit

Eine Sammlung von Funktionen für die Programmierung grafischer Bedienelemente (englisch "widgets"), wie Menüs oder Dialoge. Populäre Vertreter sind Qt, Tk und GTK2.

Infos

[1] GNUstep: http://www.gnustep.org

[2] NeXT-Dokumentation: http://next.z80.org

[3] Morphix: http://www.morphix.org

[4] GNUstep Live-CD: http://www.linuks.mine.nu/gnustep/

[5] GNUmail.app: http://www.collaboration-world.com/cgi-bin/project/index.cgi?pid=2

[6] Hans-Georg Eßer, Platten partitionieren mit QtParted, LinuxUser 01/04, S.76

[7] Roman Jordan, Kernel übersetzen und installieren, LinuxUser 07/07, S.64

[8] GNUstep-Themes: http://www.roard.com/camaelon

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