Buchtipp

01.10.2004

OpenOffice-Writer

"Schreibe ein Buch darüber wie du ein Buch schreibst". An diese clevere Idee hat sich die Autorin des Buchs über den OpenOffice.org-Writer gehalten: es ist selbst mit OpenOffice geschrieben und Spuren des Herstellungsprozesses finden sich immer wieder in den Beispielen.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Büchern zu OpenOffice.org konzentriert sich Jean Hollis Weber ganz auf die Textverarbeitungskomponente, den Writer. Schon der Untertitel deutet an, an welche Leserschaft sie sich richtet: Ex-Benutzer von Microsoft Word und solche die es werden wollen. Für die ist eine große Tabelle praktisch, die Funktionen beider Programme direkt gegenüberstellt.

Sonst konzentriert sich das Buch eher auf die professionelle, als auf die bloße Heimanwendung. So bespricht Weber viele Features, die sinnvoll sind, wenn man größere Schreibprojekte startet oder regelmäßig ähnliche Schriftstücke verfasst. Sie beschreibt zum Beispiel, wie man beim Redigieren eines Texts Kommentare einfügt oder Änderungen an Parallelversionen abgleicht.

Wie man Dokumentvorlage (Templates) schreibt, Layoutgerüste vorbereitet oder mit Stilvorlagen arbeitet, dürfte auch Normalanwender interessieren. Bei diesen wichtigen Themen geht die Autorin richtig ins Detail, erklärt zum Beispiel genau den Unterschied verschiedener Template-Arten. Auch Inhaltsverzeichnisse, Index und Bibliographien beschreibt die Autorin recht genau. Trotz des professionallen Anspruchs spart sie das Thema Makros allerdings aus. Ein umfangreicher Index hilft bei der Suche nach bestimmten Themen.

Leider ist das Buch nicht nur in Englisch geschrieben, sondern beschränkt sich auch inhaltlich im Wesentlichen darauf. Außer einem Menüeintrag zur Einstellung asiatischer Layoutvorgaben ist von Internationalisierung nichts zu finden, Umlaute tauchen zum Beispiel im Index gar nicht auf. Deshalb müssen deutsche Leser zumindest die entsprechenden deutschen Menüeinträge und Einstellungen selbst finden. Wem das und die englische Sprache keine Schwierigkeiten bereitet, bekommt mit dem Buch einen Ratgeber für den OpenOffice.Org-Writer, der auch kompliziertere Anwendungen schrittweise nachvollziehbar macht.

OpenOffice.org Writer

Autor: Jean Hollis Weber

Verlag: O'Reilly Verlag

ISBN: 0-596-00826-0

Preis: 24.95 US-Dollar

URL: http://www.oreilly.com

Einstieg in Linux

Mittlerweile sind zahlreiche Bücher über Linux auf dem Markt. Für den Anwender erweist sich jedoch die Tatsache hinderlich, dass ein Großteil davon auf eine maximal zwei Distributionen zugeschnitten ist. Stefan Wendzel und Johannes Plöter legen mit "Einstieg in Linux" aus dem Galileo Verlag nun ein Buch vor, das distributionsunabhängig konzipiert ist.

Wer allerdings ein Omlett backen will, der muss auch Eier zerschlagen, lehrt eine alte Weisheit und so ganz kommen die beiden Autoren dann auch nicht ums konkrete herum. Auf dem Buchtitel gibt der Verlag an, dass die Inhalte auf die Distributionen SuSE, Red Hat (und damit auch Fedora), Debian und Slackware übertragbar sind.

Letztendlich lassen sich aber nur dann Erkenntnisse übergreifend verwerten, wenn die Prinzipien klar sind, nach denen etwas funktioniert. Um den Leser möglichst einfach in die Tiefen eines Linux-Systems zu entführen, wählen die Autoren einen ungewöhnlichen Weg: Anhand von Slackware erläutern, was sich im System abspielt.

Nach Ansicht von Wendzel und Plöter versperrt hier kein Konfigurationswerkzeug den Block auf die Innereien und so lernt man die Beziehungen zwischen Kernel (also Betriebssystem) und Bibliotheken und Anwendungen leichter kennen.

Beide Autoren sind langjährige Linux-Anhänger, die sich laut eigener Aussage schon mit den ersten Disketten-Versionen des freien Betriebssystems herum schlugen. Dementsprechend umfangreich ist ihr Wissen, dass sie ausgiebig an die Leser weitergeben. Gerne wird es mal technisch und manchmal sogar sehr technisch.

Aber keine Angst: Die Beiden verlieren sich nicht zu sehr in Details. Zudem verknüpfen sie die einzelnen Kapitel immer miteinander und bieten dem Leser so die Möglichkeit, Unklarheiten eventuell durch kurzes Blättern zu beseitigen. Leider sind einige Verweise nicht korrekt gesetzt.

Das Buch macht Spaß: Gleich zu Beginn ziehen die Autoren die Geschichte der Unix-System von den Anfänge bis in die heutige Zeit auf – mit vielen persönlichen Anmerkungen garniert. Es ist technisch und gleichzeitig unterhaltend. Die Auswahl von Slackware als Beispiel legt es allerdings schon nahe, dass die Zielgruppe nicht unter den Einsteigern zu suchen ist.

Einstieg in Linux

Autor: Steffen Wendzel; Johannes Plöter

Verlag: Galileo Computing

ISBN: 3-89842-481-2

Preis: 29,90 Euro

URL: http://www.galileocomputing.de

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