Fensterzauber
Zu Befehl: screen
Farbenzauber
Nicht unbedingt lebenswichtig für die Arbeit mit screen, aber doch ein hübsches Extra ist die farbliche Gestaltung der Statuszeile für die virtuellen Konsolen. Eine Statuszeile blenden Sie dauerhaft ein, indem Sie in einer laufenden screen-Session den Befehl
screen -X caption always
eingeben. Am unteren Rand erscheint eine invers dargestellte Statuszeile mit der Nummer und dem Namen (gesetzt durch [Strg-A],[Umsch-A]) des virtuellen Terminals.
Daneben blenden Sie bei Bedarf weitere Informationen ein: In der Manpage zu screen finden Sie im Abschnitt STRING ESCAPES Hinweise, wie Sie die Statuszeile dazu bringen, verschiedene Daten (z. B. die aktuelle Uhrzeit oder den Titel) anzuzeigen und auch noch farblich zu gestalten. Geben Sie in einer laufenden screen-Sitzung beispielsweise
screen -X caption always "%{rw} * %H * | $LOGNAME | %{bw}%c %D | %{-}%-Lw%{rw}%50>%{rW}%n%f* %t %{-}%+Lw%<"
ein. Was zunächst sehr kryptisch wirkt, kann man einfach aufschlüsseln und erklären: * Die Statuszeile soll immer angezeigt werden und zwar mit dem folgenden String, der in Anführungszeichen eingeschlossen wird. * Zunächst wird in Rot auf grauem Hintergrund (%{rw}), von zwei Sternchen umrahmt, der Hostname (%H) des Systems eingeblendet. * Danach druckt screen ein Pipe-Zeichen (|), um die nächste Ausgabe optisch abzutrennen. * Es folgen der Wert der Variablen $LOGNAME (also Ihr Benutzername) und in Blau auf Grau (%{bw}) die Ausgabe der Uhrzeit im 24-Stunden-Format (%c) und des Wochentags (%D). * Im nächsten Abschnitt wird zunächst auf das vorherige Farbschema zurückgeschaltet (%{-}) und dann die Liste aller virtuellen Terminals vor dem aktiven ausgegeben – natürlich auch, wenn die Liste leer ist, also das erste Fenster das aktive ist. * Die Angabe %50> setzt eine Markierung: Wird die Fensterliste zu lang, so dass sie nicht mehr ganz in die Statuszeile passt, soll screen die Ausgabe so abschneiden, dass der folgende Bereich ungefähr in der Mitte der Zeile zu sehen ist. * Als Nächstes kommen in Rot auf Weiß (%{rW}) die Nummer (%n) und die Flags (%f) des virtuellen Terminals. Zu diesen Flags gehören unter anderem die Informationen, ob das Fenster aktiv ist und welches das zuletzt besuchte Fenster war; das aktuelle virtuelle Terminal wird mit einem Sternchen gekennzeichnet. * Die Sequenz %t sorgt dafür, dass ein mit [Strg-A],[Umsch-A] gesetzter Titel sichtbar wird. Anschließend wird nochmals durch %{-} das Farbschema auf das vorherige (Rot auf grauem Hintergrund) zurückgestellt und mit %+Lw die Liste aller folgenden Fenster angezeigt.
Abbildung 3 zeigt das Endergebnis des Farbenzaubers.
Auf immer und ewig
Viele der im Artikel vorgestellten Funktionen können Sie in eine Konfigurationsdatei schreiben, die beim Programmstart eingelesen wird. Sie heißt .screenrc und liegt in Ihrem Home-Verzeichnis. Wollen Sie beispielsweise die Größe des Puffers nicht jedesmal neu mit dem Parameter -h angeben, tragen Sie
defscrollback 1000
in die Datei ein. Um den Begrüßungsbildschirm zu deaktivieren, fügen Sie den Eintrag
startup_message off
hinzu. Die im Abschnitt "Farbenzauber" vorgestellte farbige Statuszeile binden Sie mit dem Eintrag
caption always "%{rw} * %H * | $LOGNAME | %{bw}%c %D | %{-}%-Lw%{rw}%50>%{rW}%n%f* %t %{-}%+Lw%<"ein – achten Sie darauf, dass die lange Zeile nicht umgebrochen wird.
Besonders praktisch ist die Möglichkeit, eigene Kommandos einzurichten. Wer immer wieder zum gleichen Rechner eine SSH-Verbindung aufbaut, definiert dafür ein Tastaturkommando:
bindkey ^f screen -t Titel ssh anderer.rechner.de
Drücken Sie nun in einer laufenden screen-Session [Strg-F], erzeugt das Programm ein neues virtuelles Terminal mit dem Titel "Titel" und baut in diesem eine SSH-Verbindung zum Rechner anderer.rechner.de auf.
Darüber hinaus lohnt sich ein Blick in die systemweite Konfigurationsdatei /etc/screenrc und in die sehr ausführliche Manpage – richten Sie screen einfach nach Ihren Wünschen und Bedürfnissen ein und zaubern Sie mit den virtuellen Konsolen.
Infos
[1] screen-Homepage: http://www.gnu.org/software/screen/
[2] s-Bit: Heike Jurzik, "Gleiches Recht für alle?", LinuxUser 07/2004, S. 69 ff., http://www.linux-user.de/ausgabe/2004/07/069-zubefehl/



