Sodipodi

Sodipodi [9] ist als Ergänzung von Gimp gedacht und lehnt sich deshalb eng an dessen Bedienung an. Übersetzung und Installation verliefen problemlos, auf der Sodipodi-Homepage finden sich auch Links zu fertig gepackten Paketen für verschiedene Distributionen. Sodipodi ist hervorragend in Gnome integriert und Teil von Gnome Office [10].

Nach dem Programmstart bietet sich dem Gimp-gewöhnten Benutzer ein vertrautes Bild: Alle Werkzeuge sind in einer großen Palette vereint, Werkzeugeinstellungen erfolgen in eigenen Dialogen. Leider hat Sodipodi noch nicht die neuen Menüs am Dokumentenfenster von Gimp2 übernommen. So kommt es häufig vor, dass man die Palette erst unter einem Berg von Fenstern und Dialogen suchen muss, ehe man weiterarbeiten kann (Abbildung 10).

Abbildung 10: Sodipodi hat die gleiche Bedienungsphilosophie wie Gimp.

Mittlerweile in Version 0.34 angekommen, bietet Sodipodi fast alles, was des Zeichners Herz begehrt. Alle Werkzeuge sind in einer großen Palette zusammengefasst und klar erkennbar. Ein Rechtsklick in die Zeichnung bringt ein umfangreiches Kontextmenü zum Vorschein, das gut sortiert ist und die Dialoge zur Manipulation der Zeichnungsobjekte enthält.

Sodipodi bietet vielfältige Möglichkeiten zur Schriftmanipulation. Leider ist aber auch bei diesem Programm nur eine Schriftformatierung pro Objekt erlaubt. Es ist daher sehr aufwendig, unterschiedlich formatierte Textobjekte zu verarbeiten (Abbildung 11). Zeichenhilfen wie Hilfslinien, Raster und Rasterfang sind vorhanden, funktionieren aber wie bei Inkscape noch nicht zuverlässig.

Abbildung 11: Sodipodi bietet umfangreiche Möglichkeiten zur Formatierung von Textobjekten.

Wer die an Gimp 1 angelehnte Bedienung mag und keine präzisen Dokumente anfertigen muss, findet in Sodipodi ein stabiles Programm, das zudem sehr gut in Gnome integriert ist. Eine Hilfe gibt es noch nicht.

Xfig

Xfig [11] begeht im nächsten Jahr seinen zwanzigsten Geburtstag und ist damit viel älter als Linux. Es ist in fast jeder Linux-Distribution enthalten (Abbildung 12).

Abbildung 12: XFig ist der Urahn aller Zeichenprogramme für Unix und Linux.

Trotz seines für ein Computerprogramm fast biblischen Alters wird das Programm ständig gepflegt und weiterentwickelt. Alle Werkzeuge erreichen Sie über die Werkzeugleiste am linken Rand des Programmfensters, wobei nicht immer auf den ersten Blick klar ist, welches Werkzeug sich hinter welcher Schaltfläche verbirgt.

Xfig bietet alle wichtigen geometrischen Grundformen, Texte lassen sich eingeben und mit verschiedenen Schriften formatieren. Xfig ordnet Zeichnungselemente auf mehreren Ebenen an und bietet unterschiedliche Linientypen und -strichstärken.

Das xfig-Format ist in der Linux-Welt immer noch weit verbreitet. Zusätzlich speichert das Programm die Zeichnungen in verschiedenen Vektor- und Pixelformaten, so dass dem Datenaustausch mit anderen Programmen nichts im Wege steht. Die Online-Hilfe und das im PDF-Format erhältliche Handbuch sind sehr gut gestaltet und lassen keine Frage offen.

Xfig eignet sich besonders für Schaubilder, Diagramme und Schaltpläne. Grafiken können leicht in mit LaTeX gesetzten Texten weiterverwendet werden. Wer die Xfig-Oberfläche nicht mag, greift zu Figurine [12]. Mit dem Programm ist das Erstellen von xfig-Grafiken unter einer gimp-ähnlichen Oberfläche möglich.

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