Xfig

Älter als Linux selbst und ein echter Klassiker in puncto Vektorgrafik ist Xfig [2]. Alle wichtigen Zeichenelemente befinden sich am linken Rand: Kreise, Linien, Vielecke und auch ein Button zum Einfügen von Bildern sind vorhanden.

Etwas ungewöhnlich ist die Bedienung: Um ein neues Objekt zu zeichnen, wählen Sie zunächst über ein Icon den Objekttyp, klicken dann mit der linken Maustaste ins Fenster und ziehen die Größe zurecht. Während Sie bei Kreisen, Ellipsen und Vierecken die linke Maustaste einfach loslassen können, um das Objekt zu verankern, erzeugen Sie bei komplexeren Figuren, wie z. B. Polygonen, zunächst über Klicks mit der linken Maustaste einzelne Punkte und klicken beim letzten Punkt mit der mittleren Maustaste. Darüber teilen Sie Xfig mit, dass alle Punkte gesetzt sind.

Um die schon in Dia gezeichnete Netzwerk-Skizze neu zu erstellen, greifen Sie auch unter Xfig auf vordefinierte Symbole zurück: Hier verstecken sich diese hinter der Schaltfläche Place a library element (alternativ [Umsch-L]. Xfig bietet für viele verschiedene Kategorien vorgefertigte Objekte – die Auswahl ist reichhaltiger als bei Dia (Abbildung 6). Für das Netzwerkdiagramm eignet sich entweder die Kategorie Computers oder Networks (oder eine Mischung aus beiden).

Abbildung 6: Für jeden etwas: Xfig bietet viele vorgefertigte Symbole zu zahlreichen Themengebieten.

Wer sich fragt, was sich hinter den Icons eigentlich verbirgt oder mit einem bestimmten Symbol gemeint ist, kann im Bereich View von Icon View auf List View umschalten und erhält eine Liste mit sprechenden Symbolnamen. Ein einfacher Klick auf den Namen zeigt darüber hinaus im Bereich Object preview eine Vorschau an (Abbildung 7).

Abbildung 7: Mit Namen und Vorschau – Xfigs Library verrät, was sich hinter den Symbolen versteckt.

Nachdem Sie das Objekt über die Schaltfläche Select object ausgewählt haben, können Sie es positionieren. Wenn Sie dazu mit der linken Maustaste klicken, bleibt die Auswahl bestehen, so dass Sie weitere Objekte dieses Typs setzen können. Klicken Sie hingegen mit der mittleren Maustaste ins Fenster, geht der Library-Auswahldialog wieder auf. Klicken Sie mit der rechten Maustaste, wird das Objekt einfach nur verankert, und Sie können manuell auswählen, wie es weiter geht.

Bedienung, bitte!

Anders als bei den meisten Programmen liegt die Funktion zum Rückgängigmachen nicht etwa auf [Strg-Z], sondern auf [Alt-U] (Undo). Außerdem ist das immer nur für den letzten Schritt möglich.

Wollen Sie ein Objekt löschen, wählen Sie in der Werkzeugleiste das Symbol mit dem Totenkopf – Dia versieht jetzt alle Objekte mit Ankerpunkten. Zielen Sie genau auf einen der Punkte, um ein Objekt zu entfernen. Xfig ist teilweise wirklich umständlich zu bedienen: Für alle Funktionen zum Verschieben, Verändern, Löschen oder Skalieren von Objekten müssen Sie zunächst das entsprechende Icon in der Werkzeugleiste wählen und dann genau einen der Ankerpunkte des Objekts treffen.

Um Objekte zu einer Gruppe zusammenzufassen, klicken Sie zunächst in der linken Werkzeugleiste den Button Glue objects into compound object an und ziehen danach mit der mittleren Maustaste einen Rahmen um die Objekte, alternativ klicken Sie Ankerpunkte der einzelnen Objekte an. (Durch dieses Markieren erscheinen die Ankerpunkte schwarz statt weiß ausgefüllt – so halten Sie markierte und nicht markierte Objekte auseinander.) Anschließend klicken Sie mit der rechten Maustaste in einen freien Bereich des Fensters, um die ausgewählten Objekte zu einer Gruppe zusammenzuschließen.

Ebenso gewöhnungsbedürftig ist das Handling für die Eigenschaften der einzelnen Objekte: In der Zeile am ganz unteren Rand erscheint je nach ausgewähltem Werkzeug ein Menü, mit dem Sie spezielle Attribute dieser Objektart bearbeiten. So gibt es nach Auswahl des Textwerkzeugs am unteren Rand Buttons, mit denen Sie die Textfarbe, -größe und den Font genauer festlegen. Hat man sich jedoch erst einmal an die etwas ungewöhnliche Bedienung gewöhnt, kann man auch mit Xfig prima zeichnen und anschauliche Ergebnisse erzielen (Abbildung 8).

Abbildung 8: Die fertige Netzwerk-Skizze in Xfig.

Vor dem Export in andere Formate muss man im Xfig-eigenen Format (mit der Dateiendung .fig) speichern. Hier stehen viele verschiedene Formate zur Auswahl, darunter LaTeX-Makros, PostScript- und PDF-Dateien. Im Gegensatz zu Dia, das neben dem Export auch viele Dateitypen (darunter auch Xfig-Dateien) öffnen kann, öffnet Xfig nur eigene Dokumente.

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