Auf den Punkt gebracht

Vektorgrafiken mit Dia und Xfig

01.09.2004
Netzwerk-Skizzen, Fluss- und UML-Diagramme zeichnen Sie am besten mit einem Vektorgrafik-Programm. Wir stellen Dia und Xfig vor und zeigen die kleinen aber feinen Unterschiede in der Bedienung.

Bildbearbeitungsprogramme wie GIMP stoßen rasch an ihre Grenzen, wenn es darum geht, Diagramme und technische Zeichnungen zu erstellen. Wer für Präsentationen oder Artikel Diagramme zeichnen muss, ist mit einem Vektorgrafik-Programm besser bedient. Der Vorteil von Vektor- gegenüber Bitmap-Grafiken liegt darin, dass sie nicht einzelne Bildpunkte (Pixel), sondern mathematische Beschreibungen der Formen speichern. Dadurch lassen sich Objekte unbegrenzt und ohne Verlust von Kantenglätte und -schärfe skalieren, Eigenschaften von Objekten bleiben erhalten und können nachträglich modifiziert werden, und die Dateigröße ist meistens deutlich geringer als bei pixelbasierten Grafiken.

Dieser Artikel stellt Besonderheiten der beiden Programme Dia und Xfig vor und zeigt beispielhaft, wie Sie mit wenigen Mausklicks ansprechende Grafiken erstellen und in andere Formate exportieren.

Dia

Bei den meisten Distributionen ist Dia als fertiges Paket mit dabei. Alternativ finden Sie im Download-Bereich der Projekt-Homepage [1] Links zu einem aktuellen Debian-Paket und natürlich den Quellen zum Selbstkompilieren. Sollten Sie letzteren Schritt bevorzugen, um beispielsweise die allerneueste Version zu installieren (welche noch nicht als fertiges Paket vorliegt), lesen Sie in jedem Fall die Hinweise in der Datei INSTALL: Hier finden Sie u. a. Angaben, welche GTK+-Version zum Einsatz kommt und welche libxml-Version Sie benötigen. Diesem Artikel liegt Version 0.93 (Debian "testing") zugrunde.

Nach dem Start sieht Dia ähnlich aus wie ältere GIMP-Versionen: Es gibt verschiedene Werkzeuge, das Menü ist eher spartanisch gestaltet (Abbildung 1). Über einzelne Buttons in der Werkzeugleiste wählen Sie grundlegende Zeichenelemente aus: Rechteck, Ellipse, Vieleck, verschiedene Linien und Bögen und natürlich ein Text-Tool zum Beschriften sowie die Möglichkeit, Bilder einzubinden. Direkt darunter befindet sich ein Menü, das vorgefertigte Bibliotheken für verschiedene Diagrammtypen anbietet, darunter fertig designte Symbole für Flussdiagramme, Netzwerkskizzen, Schaltkreise und vieles mehr. Weiterhin können Sie die farbliche Gestaltung über die schwarz-weißen Schaltflächen bestimmen – wie bei GIMP öffnet ein Doppelklick auf das entsprechende Quadrat den Farbdialog für die Vorder- oder Hintergrundfarbe, und mit einem Klick auf die beiden kleinen Quadrate daneben kehren Sie zur Voreinstellung zurück. Ganz unten legen Sie schließlich die Einstellungen für Linien und Pfeile fest.

Abbildung 1: Dias Werkzeugmenü ist überschaubar.

Erste Schritte

Nur ist es Zeit für das erste Diagramm: Über Datei / Neu oder die Tastenkombination [Strg-N] erstellen Sie ein neues leeres Diagramm. Voreingestellt als Papiergröße ist DIN-A4 – über Datei / Einstellungen können Sie aber zwischen zahlreichen anderen Formaten wählen (Registerkarte Diagrammvorgaben). Im gleichen Konfigurationsdialog legen Sie fest, wieviele Schritte Dia rückgängig machen kann (Standard ist 15), wie die Gitterlinien aussehen sollen und vieles mehr.

Wie bei älteren GIMP-Versionen erreichen Sie die meisten Funktionen über das Kontextmenü, das erscheint, wenn Sie mit der rechten Maustaste in das Diagramm klicken. Wem das zu umständlich ist, kann dieses und viele andere Menüs auch "abreißen" und als separate Fenster auf dem Desktop platzieren. Dazu klicken Sie auf die kleine gestrichelte Linie ganz oben im Kontextmenü (Abbildung 2).

Abbildung 2: Praktisch: Menüs lassen sich einfach abreißen.

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