Drucken schwer gemacht
Usability bei der Druckerkonfiguration
Drucken über den freigebenen Drucker
Ist der Server konfiguriert, fehlen noch die Einstellungen des Clients, also des Rechners, der den freigegebenen Drucker benutzen will. Dies ist möglich unter SuSE, Mandrake, und Fedora (auch wenn hier die Freigabe über LPD läuft, funktioniert der Zugriff auf Drucker via CUPS). Xandros bietet zwar einen entsprechenden Dialog, kann jedoch ohne Rückgriff auf die Kommandozeile keine Verbindung zum Drucker herstellen.
Eine Hürde stellt bei Yast die Auswahl der richtigen Druckeranbindung dar: Die Benutzerin sieht sich – wie es auch Eric S. Raymond kritisiert – einer schier unendlichen Liste an Optionen ausgesetzt. Zirkuläre Hinweise der Art "LPD-ähnlicher Netzwerkserver - Zum Drucken über einen LPD-ähnlichen Netzwerkserver wählen Sie Drucken über LPD-ähnlichen Netzwerkserver" helfen da nicht weiter.
Hat die Benutzerin schließlich die richtige Option gewählt (nämlich CUPS/IPP), fehlen noch Name bzw. Adresse des Servers. Den einzustellen, ist wiederum bei Yast sehr komfortabel: Er durchsucht selbst das Netzwerk und listet die verfügbaren Drucker auf (siehe Abbildung 4).
Auch der KDE-Print-Assistent zeigt nach (manueller) Angabe der IP-Adresse automatisch eine Liste der verfügbaren Drucker. Unter Fedora dagegen muss die Benutzerin Pfad, Bezeichnung des Druckers und Druckermodell mit Hand eintragen - sofern sie ihr Netzwerk kennt und sich nicht von der wörtlich übersetzten "Warteschlange" irritieren lässt, lässt sich dagegen nichts einwenden.
Mandrake verzichtet auf die Auswahl von Druckern und bietet alle über CUPS erreichbaren Geräte im Druck-Manager an, ein Entfernen ist nicht möglich. Das ist wenig vorteilhaft, da alle dort aufgeführten Drucker auch im Druck-Dialog der Applikationen angezeigt werden - für Anfänger eine (vermeidbare) Quelle der Konfusion.
Drucker-Features: Was ist eine PPD?
Wer hat sich nicht schon mal darüber geärgert, dass er all die praktischen Funktionen seines Druckers unter Linux nicht wirklich nutzen kann - doppelseitig drucken, Addressaufkleber herstellen und vieles mehr. Die PPD-Dateien (Postscript Printer Description), leisten hier Abhilfe. Sie beschreiben ein bestimmtes Druckermodell im Detail. PPD-Dateien finden sich auf den Webseiten des Druckerherstellers, den Seiten der Firma Adobe [5], oder auf Informationsseiten zum Thema wie LinuxPrinting.org [6]. Doch um von diesen Vorteilen profitieren zu können, muss der Nutzer erst einmal wissen, dass es diese Dateien gibt – und woher er sie bekommt.
Und genau hier liegt das Problem der getesteten Tools: Zwar bieten alle mehr oder minder versteckt die Möglichkeit, PPD-Dateien für einen Drucker zu spezifizieren. Doch wird in keinem der Tools erklärt, wozu diese überhaupt nützlich sind, geschweige denn wo der Benutzer sie finden kann. Einzig im KDEPrint-Handbuch gibt es einen Abschnitt zu PPD - doch ist dies insgesamt so umfangreich, dass es als schnelle Hilfe während des Installationsprozesses eher nicht geeignet ist.



