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01.09.2004

Kurz notiert

  • Um den Spielehersteller Blizzard zu einer Portierungdes Spiels World of Warcraft auf Linux zu bewegen, bitten die Betreiber von http://www.blizzpub.net Interessenten, eine Online-Petition auf ihrer Web-Seite zu unterzeichen. Sie hoffen, dass sich 20000 Anwender finden, die eine Linux-Version des Spiels kaufen und ein ganzes Jahr lang spielen. Der Aufwand einer Portierung sollte sich in Grenzen halten, da eine Mac-OS-X-Portierung bereits geplant ist. Außerdem zählt ein früherer Lokigames-Mitarbeiter und SDL-Entwickler zum Team der Programmierer. Die Portierung soll jedoch erst zum Jahresende fertig sein.
  • Vom 24. bis zum 28. September 2004 findet in der Jugendbildungsstätte in Waldmünchen die 14. GNU/Linux/BSD-Sessionstatt. Unterkunft, Internet-Anbindung und Verpflegung für die vier Tage bieten die Veranstalter für 108 Euro an; diese werden aber erst bei Abreise fällig. Anmeldeschluss ist der 30. August 2004. Natürlich kann jeder einfach unangemeldet vorbei schauen. Im Gegensatz zu anderen Events gibt es bei dieser Session kein festes Rahmenprogramm. Daraus resultierten bei früheren Veranstaltungen interessante Spontanaktionen wie die Unix-Installation auf einem C64 oder ein Nethack-Contest auf einer X-Box.
  • Um die deutschsprachige Linux-Dokumentationzu verbessern, startete Anfang Juli mit http://www.linuxhandbuecher.de ein neues Projekt, das lokalisierte Handbücher erstellen und verbreiten möchte. Im Gegensatz zum Selflinux-Projekt verfassen die Mitarbeiter keine allgemeine Dokumentation, sondern übersetzen existierende Handbücher und schreiben neue zu konkreten Problemen. Die Initiatoren suchen noch Helfer, die idealerweise über technische und schriftstellerische Qualitäten verfügen sowie engagierte Korrekturleser. Der Produktionsprozess erfolgt über ein Wiki. Alle erstellten Dokumente veröffentlicht das Projekt unter der GNU Free Documentation Lizenz. Die erste Produktion dreht sich um ein Slackware-Handbuch.
  • Der Verlag Suse Press verschenkt Fachbücher aus seinen Restbeständen an Schulen in Nordrhein Westfalen. Dabei erhebt die Firma lediglich eine Bearbeitungspauschale von 7,95 Euro und beschränkt die Abgabe auf je eine Ausgabe pro Buch und Einrichtung. Zu den Restposten gehören unter anderem "Linux in Schulen", "GUI-Programmierung mit GTK+", "GNOME Installation …" und "Kommunikation unter Linux". Das Angebot gilt, solange der Vorrat reicht. Interessierte Schulleiter können über die Web-Seite der Einrichtung "Partner für Schulen NRW" bestellen.
  • Das Systemhaus Innoopract bietet mit Yoxos ein auf IBMs Entwicklungsumgebung Eclipse basierendes Produkt an. Neben der aktuellen Version 3.0 von Eclipse enthält das Paket vor allem zahlreiche Plugins sowie eine von Innoopract entwickelte Installationsroutine, die je nach Einsatzbereich alle notwendigen Zusatzmodule einspielt. Das Yoxos 1.0 betitelte Bundle ist für 19,95 Euro als CD oder Download erhältlich und soll mit jeder neuen Eclipse Version aktualisiert werden.
  • Anfang Juli legten die Entwickler eine neue Roadmap für die Fertigstellung von Firefox 1.0vor. Danach wird die Fehlerliste in zwei Bereich aufgeteilt: Der erste Bereich beinhaltet alle gravierenden und schwersten Fehler, die bis zum Erscheinen des ersten Release Candidate am 10. August 2004 behoben sein sollen. Alle verbliebenen Fehler mit einer geringeren Dringlichkeit beseitigen die Entwickler mit dem zweiten Release Candidate am 31. August 2004. Als Erscheinungstermin der endgültigen Version 1.0 ist der 10. September 2004 geplant.

Neue Benutzer einfach anlegen

Newuser ist ein Kommandozeilen-Frontend für adduser. Wenngleich diese Idee etwas sonderbar anmutet, erleichtert die interaktive Benutzerführung von Newuser besonders Linux-Neulingen das Anlegen neuer Benutzerkonten.

Das Programm stellt zu einen sicher, dass alle Daten richtig eingetragen sind. Zum anderen leistet es jedoch mehr: Ist beispielsweise ein Webserver installiert, weist es dem neu angelegten Benutzer sofort einen eigenen Web-Bereich samt Startseite zu.

Die aktuelle Version 1.4 unterbindet das Anlegen von Anwendern, deren Name mit einer Zahl beginnt. Außerdem korrigierten die Programmierer eine Reihe kleinerer Fehler, die unter anderem mit der Slackware Distribution auftraten.

Abbildung 1: Durch die interaktive Eingabe kann der Benutzer keine Einstellung vergessen.

Postscript-Dateien editieren

Postscript-Dokumente lassen sich leicht weiterbearbeiten: Flsed erlaubt das Editieren dieser Dateien. Allerdings beschränkt sich diese Funktionalität im Augenblick auf das Einfügen von neuen Textblöcken. Damit eignet es sich besonders zum Ausfüllen von Online-Formularen oder um eigene Notizen in einem Text zu hinterlegen.

Die eingefügten Textbausteine lassen sich dabei mit der Software jederzeit manipulieren und umpositionieren. Über den Umweg der Konvertierung in ein Postscript-Dokument ermöglicht das Programm so ebenfalls die Bearbeitung von PDF-Formularen.

Gegenüber der Vorgängerversion verfügt die aktuelle Version 0.2 über eine höhere Postscript-Kompatibilität, wodurch die Qualität der Ausgabedateien besser ist. Außerdem korrigierten die Entwickler einen Fehler, der beim Sichern großer Dokumente auftrat.

Abbildung 2: Flsed ist ideal zum Ausfüllen von Online-Formularen.

PDF-Dateien manipulieren

Mit der Shell-Skript Sammlung Pdfjam kann der Anwender PDF-Dokumente genauso manipulieren, wie er es bereits von Postscript- oder LaTex-Dokumenten gewohnt ist. So ermöglicht zum Beispiel das Skript pdfjoin die Verbindung mehrerer PDF-Dateien zu einer einzigen, wobei der Anwender Seitengröße und Ausrichtung beliebig festlegen kann.

Ebenfalls zum Paket pdfjam gehört das Skript pdf90, das alle Seiten eines PDF-Dokuments um 90 Grad gegen den Uhrzeigersinn rotiert.

Das dritte Skript im Bunde ist pdfnup, das die Zusammenfassung mehrerer Seiten eines Dokumentes auf einer physikalischen Seite ermöglicht. Allerdings dieses Skript dem Anwender, im Gegensatz zu seinem Postscript Pendant psnup, eine beliebige Auswahl der zu bearbeitenden Seiten.

In der aktuellen Version 1.10 des Skript-Bundles schreiben die Programme die Ausgabedatei in das Verzeichnis der Quelldatei und nicht wie bisher ins aktuelle Verzeichnis. Darüber hinaus verfügt diese Version über verbesserte Mac-OS-X-Droplets.

Abbildung 3: Mit einigen Skripten lassen sich PDF-Dokumente genauso leicht manipulieren wie Postscript-Dateien.

Versionen parallel verwalten

Pvswitch erlaubt dem Anwender, mehrere Versionen einer Skriptsprache parallel auf seinen Rechner zu installieren und für alle Skripte transparent zu nutzen. Zu diesem Zweck ersetzt das Programm die ausführbaren Interpreter der jeweiligen Skriptsprache durch einen symbolischen Link auf sich selbst. Alle Versionen des Interpreters legt der Anwender anschließend als Eintrag in der Konfigurationsdatei ab.

Der Anwender setzt nun eine Umgebungsvariable, die mit einem der Einträge in der Konfiguration korrospondiert. Psvswitch wertete diese Variable aus und startet das entsprechende Binary. Wer es bequem mag, schreibt ein kleines Wrapper-Skript, das die Umgebungsvariable vor dem Aufruf automatisch ändert.

Die jetzt erschienene Version 1.02 erlaubt es dem Anwender erstmals, Programname mit Sonderzeichen zu verwenden. Ein Beispiel für einen solchen Namen ist die Compiler-Variante c++, verarbeiten. Außerdem wurde der Installationsprozess und die Abarbeitung der Konfigurationsdatei verbessert.

Skriptbarer FTP-Client

Obwohl unter Linux FTP-Clients wie Sand am Meer existieren, sind Programme wie Yaffa, die neben den Standardprotokollen auch SFTP beherrschen, eher die Ausnahme. Das Programm bietet dem Anwender eine GTK-Oberfläche oder wahlweise eine Kommandozeilenschnittstelle.

Vorteil der GTK-Oberfläche ist die Möglichkeit, die Funktionstasten nach eigenen Wünschen mit kleinen Skripten zu belegen. Dazu verwendet der Anwender eine spezielle Makrosprache, die sich von der Syntax an die Shell-Programmierung anlehnt.

Dieses System implementierten die Entwickler erstmals in der aktuellen Version Alpha 0.11. Ebenfalls neu ist die Möglichkeit des rekursiven Downloads sowie die Wiederaufnahme bereits begonnener Dateitransfers. Verbesserungen in Stabilität und Benutzerführung runden das Release ab, so dass sich ein Update lohnt. (Uwe Vollbracht/agr)

Abbildung 4: Die Button-Tabelle im unteren Bereich kann der Anwender mit eigenen Funktionen belegen.

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LinuxUser 03/2012

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