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K-splitter

01.09.2004

Kurz notiert

  • KDE-apps.org, die umfangreichste Online-Übersicht neuer KDE-Programme gibt es seit kurzem auf Deutsch. Unter http://www.kde-apps.de finden sich im Augenblick schon einige lokalisierte Ankündigungen. Allerdings könnte das Projekt noch Hilfe gebrauchen, da die Übersetzungen an mancher Stelle etwas holperig sind oder sogar ganz fehlen.
  • Schöpfer neuer Superkaramba-Themes haben eine neue Anlaufstelle: Unter http://www.superkaramba.com erhalten sie die Chance, ihre optischen Kleinode, im Superkaramba Theme Archiveeiner breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen.
  • Einheitliche Desktops sind in. Voll im Trend liegt daher das Dossier von Ricardo Gonzales, Liron Tocker und Raul Moratalla http://www.arrakis.es/~rggi3/kde/unified_desktop.pdf. Es erläutert, wie sich das allseits beliebte Plastik-Themeauf alle KDE- und Qt-Anwendungen sowie GTK2-Programme, OpenOffice, Mozilla, Firefox und XMMS anwenden lässt.
  • Was es mit KDEs KHotKeysund deren grafischem Konfiguration-Frontend so alles auf sich hat, erklärt Tom Brown in seinem detaillierten Überblick des nützlichen Programms unter http://linuxgazette.net/104/brown.html. Nach der Lektüre dieses Artikels dürfte der Gebrauch von Windows Keyboard Media Buttons unter Linux keine Schwierigkeiten mehr darstellen.
  • Kurz vor der Veröffentlichung des neuen KDE-Releases lassen die Entwickler nicht locker und feilen weiter an den Featuresder diversen KDE-Applikationen. Hervorzuheben sind dabei vor allem Verbesserungen für das Betrachten grosser Bilder, eine noch bessere Integration zwischen KAddressbook und Kopete, Deinterlacing-Unterstützung bei Kdetv und ein neues RSS-Plugin für den Konqueror.

Erstes Preview auf Qt4

Einen ersten detaillierten Blick auf Qt4 erlaubt seit kurzem die norwegische Software-Schmiede Trolltech. Vor allem Embedded-Entwickler dürften sich darüber freuen, denn die vierte Ausgabe des plattformübergreifenden Frameworks zur Entwicklung grafischer Bedienoberflächen soll laut Trolltech deutlich schneller sein und gleichzeitig weniger Speicher als die Vorgängerversionen belegen.

Um dies zu erreichen, räumten die Entwickler vor allem bei den Klassenbibliotheken auf. Auf einige der in Qt3 verfügbaren Klassen wird man von daher in Qt4 verzichten müssen. Allen Wechselwilligen erleicht das Unternehmen den Umstieg mit einer mitgelieferte Extension Library, gegen die sich bestehende Qt3-Applikationen linken lassen. Zahlreiche Tools, Hilfedokumente und Bibliotheken sollen zudem die Portierung erleichtern.

Das neue grafische Framework Arthur erlaubt über eine einheitliche Schnittstelle den Zugriff auf Plattformspezifika wie Mac OS X Quartz, die X11-Xlib oder das Windows-GDI. Die Scribe genannte Text Engine kommt anders als ihr Vorgänger mit Unicode-Zeichen klar. Das Model/View-Framework Interview erlaubt es künftig, große Datenbestände in verschiedenen Ansichten (etwa Tabellen, Listen oder Bäumen) aufbereiten zu lassen.

Tulip bezeichnet neue Template Container-Klassen, die Iteratoren mit einer Syntax ähnlich der von Java unterstützen und Mainwindow ist eine neue moderne Mainwindow-Klasse mit besserer Unterstützung für Toolbars, Menüs und Dockwindows.

Nutzern integrierter Entwicklungsumgebungen wie KDevelop bietet die neue Version endlich die nahtlose Verlinkung des QT-Designers, der sich bisher nur separat nutzen ließ. Das Preview steht unter http://www.trolltech.com/download/tech_previews.html zum Download bereit. Enthalten ist darin zwar die Qt4-Bibliothek, nicht jedoch die neuen Versionen der Applikationen Qt-Designer und Qt-Linguist. Die endgültige Version ist für das erste Quartal 2005 geplant.

Abbildung 1

Abbildung 1: Der QT-Designer wird künftig nahtlos in die IDE integriert.

KOffice in überarbeiteter Version

Weniger Fehler und neue Filter bietet die neue Version 1.3.2 von KOffice, die von den Entwicklern nun freigegeben wurde. So soll diese Version unter anderem besser mit Dateien aus OpenOffice.org Impress und OpenOffice.org Calc umgehen können. Außerdem wurde mit Hochsorbisch eine neue Übersetzung hinzugefügt, die davor bereits Einzug in KDE 3.2.2 gehalten hatte. Allerdings ist die Integration der Sprache wohl erst einmal nur als Preview anzusehen, da bisher nur KWord übersetzt wurde.

Neu an Bord ist ebenfalls der PDF-Import in KWord, so dass sich PDF-Dateien auch editieren lassen. Ansonsten enthält dieses Release wieder die Textverarbeitung KWord, die Tabellenkalkulation KSpread und das Präsentationsprogramm KPresenter sowie Kivio zum Erstellen von Ablaufdiagrammen. Ebenfalls enthalten ist das Vektor-Zeichen-Programm Karbon14, Kugar mit dem sich Geschäftsreports erstellen lassen, KChart zum Zeichnen von Diagrammen und der Formeleditor Kformula. Links zu Mirror-Servern mit Binärpaketen und dem Sourcecode finden sich unter http://www.koffice.org/releases/1.3.2-release.php.

Eine ausführliche Bestandsaufnahme des Office-Pakets hat übrigens jüngst Ben Lamb, einer der Mitverfasser der Kivio-Dokumentation, unter http://www.zurgy.org/kde/koffice.html veröffentlicht. Er kommt am Ende zu dem Schluss, dass mittlerweile alle Einzelkomponenten gut benutzbar sind – allen voran KWord und Kivio. Probleme mit den KOffice-Applikationen sieht er vor allem in der Bedienbarkeit, vereinzelten Fehlern und fehlenden Funktionen.

Ganz schön schattig

Die Schattendarstellung des Symboltextes auf der Arbeitsfläche ist ein neues Feature der KDE 3.2er Serie. Allerdings ist zumindest Ralph Gottesbühren der Meinung, dass ästhetischen Geschmack bewiesen haben. Leider gibt es derzeit noch keine grafische Oberfläche, mit der man den Schattenwurf seinen Vorlieben anpassen könnte.

Aus diesem Grund hat Gottesbühren für alle KDE-Nutzer, die der gleichen Auffassung sind, eine Anleitung entworfen, mit der sich die Schatten dem OS-X- oder Windows XP-Look anpassen lassen. Die Vorgehensweise ist relativ einfach, da eigentlich nur die Datei kdesktoprc angepasst werden muss. Wahlweise kann man die Datei entweder systemweit als Superuser (zum Beispiel /opt/kde3/share/config/kdesktoprc für SuSE) ändern, oder die Anpassung nur im eigenen Home-Verzeichnis vornehmen (.kde/share/config/kdesktoprc).

Um etwa einen Schatten a la Windows XP zu erzeugen, müsste man in der "kdesktoprc" in die Sektion [FMSettings] folgende Zeile ShadowParameters=1,1,32.0,139.0,2,4,0 einfügen. Für OS-X lautet der Eintrag ShadowParameters=0,1,16.0,192.0,2,4,0, die Anmutung von XP2 erhält man mittels ShadowParameters=1,1,32.0,139.0,2,4,1

Die Zahlenwerte lesen sich dabei wie folgt: Die beiden ersten Zahlen beschreiben die X- und Y-Verschiebung des Schattens (wobei ein Wert von 0,0 bedeutet: Der Schatten befindet sich direkt hinter dem Text), Nummer 3 beschreibt die Schattenweichheit während Nummer 4 die Durchsichtigkeit (0 = transparent, 255 = undurchsichtig) spezifiziert. Nummer 5 beschreibt die Dicke bzw. Größe des Schattens. Nummer 6 beschreibt den verwendeten Algorithmus – momentan sind allerdings nur die Werte 1 und 4 implementiert. Nummer 7 schließlich beschreibt das Aussehen des Schattens bei Selektion, dabei bedeutet 0 = Invertierung während bei 1 die Hintergrundtextfarbe verwendet wird.

Damit diese Einträge Wirkung zeigen, muss nach dem Speichern im KDE-Kontrollzentrum unter Erscheinungsbild | Hintergrund | Erweiterte Optionen… der Schatten einmal deaktiviert und danach erneut aktiviert werden. Alternativ kann auf der Kommandozeile jedoch auch ein dcop kdesktop default configure; dcop kdesktop default refresh eingegeben werden.

Abbildung 2

Abbildung 2: Fontschatten sind ein neues Feature der KDE 3.2er Versionen.

Live-CD mit KDE 3.3

Festplatte ade! Die Vorschau auf die nächste KDE-Generation läuft ab sofort von CD – so man möchte. Für alle experimentierfreudigen Nutzer hat das Onebase-Projekt jetzt eine spezielle Variante seiner Linux-Live-CD "OnebaseGo" veröffentlicht. Auf Basis von OnebaseGo 2.0 bietet das Projekt die aktuelle Live-CD mit der Beta 1 Version von KDE 3.3 (Codename Klassroom) http://zum Download an.

Gedacht ist die CD als Technologie-Vorschau und enthält neben der Beta-Version zudem die aktuelle Version 1.3.2 von KOffice sowie MPlayer in der Version 1.0pre4. Die CD soll vor allem zum Ausprobieren der neuen KDE-Generation einladen und so helfen, möglichst viele Fehler zu finden.

Neue Kexi-Version veröffentlicht

Kexi, das Datenbank-Frontend von KOffice mit dem Anwender ihre Abfragen, Formulare und Berichte erstellen, ist in einer neuen Version erschienen. Unter http://download.kde.org/download.php?url=unstable/apps/KDE3.x/office/kexi-0.1beta4.tar.bz2 findet sich ab sofort die vierte Betaversion von Kexi 0.1. Zusätzlich steht unter http://www.kexi-project.org/compiling.html eine detaillierte Anleitung zum Kompilieren der Sourcen bereit. Interessanteste Neuerung des vor allem für Entwickler und erfahrene Benutzer gedachten Release mit dem Namen "FireDuck" dürfte dabei wohl der brandneue Formular-Designer (Abbildung 3) sein. Explizit erwünscht ist ein reges Feedback der Anwender. Bugs und Verbesserungsvorschläge werden dankend im eigens dafür eingerichteten http://Bug-System entgegen genommen. (Stefanie Teufel/agr)

Abbildung 3

Abbildung 3: Der neue Formular-Designer des Datenban-Frontends Kexi.

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