Und los geht's

Der optisch aufgepeppte FVWM startet mit dem Standard-Look aus Abbildung 1. Damit er Ihnen alle Themes anbietet, aktualisieren Sie die Themenauswahl. Öffnen Sie dazu das Hauptmenü über einen Mausklick auf den Desktop-Hintergrund. Unter Theme ManagementRefresh and Reload sorgt Refresh with no cache dafür, dass FVWM alle Daten neu von der Festplatte lädt. Über das Theme-Management-Menü wählen Sie auch eins der neuen Themes aus.

Abbildung 1: So sehen die FVWM Themes nach dem ersten Start aus.

Am schnellsten verwandeln Sie den Desktop, indem Sie ein Theme markieren und aus dem ausklappenden Untermenü all wählen. Dann lädt FVWM sämtliche Definitionen, die der Theme-Autor erstellt hat. Welche das sind, ist von Look zu Look unterschiedlich: Manch einier bringt nur elementare Dinge wie Fensterknöpfe und -dekoration mit. Andere Themes kommen dagegen mit allen Extras: Da ist der Hintergrund ebenso mit dabei wie die Fensterdekoration, der Menüstil und das Farbschema. Besonders gut ist OSX gelungen, das Mac-Gefühle aufkommen lässt – wenn auch nicht komplett: Die Menüleiste am oberen Bildschirmrand bietet Ihnen nicht das Menü des gerade aktiven Programms an.

Die Mischung macht's

Wenn Sie trotz der 20 Themes im Angebot nichts finden, was Ihnen gefällt, gestalten Sie selbst den Desktop nach Maß. Wie in einem Baukastensystem picken Sie sich von jedem Theme einzelne Komponenten heraus. Als Grundlage eignet sich der Look, der Ihnen am meisten zusagt. Soll dazu der Hintergrund des Windows-XP-Themes kommen, aktivieren Sie ihn über Theme ManagementRedmondXPbackground. FVWM ersetzt daraufhin nur den Hintergrund des aktuellen Themes. Um eine komplette Fensterdekoration zuzuschalten, brauchen Sie die drei Elemente windowlook, colors-decor und buttons für die Fensterknöpfe. Wählen Sie danach das Farbschema eines anderen Themes (colors), überschreibt das allerdings die aktuelle Titelleiste. Um das zu verhindern, sperren Sie die Farben der Fensterrahmen über Theme ManagementCurrentcolors-decorLock this component. Bevor Sie das Element über diesen Eintrag wieder entsperren, ändert FVWM nichts an den Titelleisten, egal welches Theme oder Farbschema Sie wählen. Mit diesem Feature pinnen Sie auch andere Teile des Desktops fest, so dass Sie z. B. bei jedem Theme denselben Hintergrund haben. So entsteht mit ein wenig Spieltrieb eine Arbeitsoberfläche, die niemand sonst hat (Abbildung 2).

Abbildung 2: Aus fünf mach eins: "OSX" mit den Titelleisten von "QNX", den Buttons von "ICE", dem Hintergrund von "RedmondXP" und dem "Sa"-Farbschema.

Wer sich daran stört, dass bei fast allen Themes das Fenster den Fokus bekommt, das unter dem Mauszeiger liegt, treibt FVWM diese Unart über ein Menü aus: Sie rufen es über ConfigurationGlobal Feel GUI auf. Setzen Sie dort ein Häkchen vor Klick in ein Fenster für den Fokus (Abbildung 3). Künftig verhält sich FVWM wie Windows oder auch KDE im Auslieferungszustand: Ein Fenster ist aktiv, sobald Sie es anklicken, und verliert den Fokus erst, wenn Sie ein anderes auswählen. Wer neu geöffnete Fenster lieber nebeneinander als übereinander platziert, aktiviert zusätzlich den – schlecht übersetzten – Punkt Platzierung selbstandig wenn Platz frei ist, wenn nicht wird gestuft. Dann stapelt FVWM die Fenster erst dann, wenn nicht mehr genug freier Platz auf der Arbeitsfläche übrig ist. Die Option darunter bewirkt ebenfalls, dass der Window-Manager neue Fenster kachelt. Ist kein Platz mehr frei, platziert er das Fenster jedoch nicht selbständig, sondern überlässt die Entscheidung dem Anwender. Unter dem Cursor blendet er einen Fensterrahmen ein, per Mausklick legen Sie das Fenster an der aktuellen Position ab.

Abbildung 3: Grafischer Dialog für kleine Anpassungen.

Wollen Sie FVWM mit der Theme-Erweiterung noch weiter an Ihre Bedürfnisse anpassen, also z. B. die Zahl der virtuellen Desktops erhöhen, kommen Sie um den Griff zum Editor nicht herum. Einen Einstieg ins Bearbeiten der FVWM-Konfigurationsdateien bietet die FVWM-Themes-FAQ unter [3]. Doch selbst ohne händische Eingriffe müssen sich die FVWM-Themes vor keiner anderen Oberfläche verstecken.

Der Autor

Hagen Höpfner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Technische und Betriebliche Informationssysteme der Fakultät für Informatik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Was er dort so alles treibt, steht unter http://wwwiti.cs.uni-magdeburg.de/~hoepfner/. In seiner Freizeit spielt der begeisterte Vater Gitarre in der Rockband "Gute Frage" (http://www.gutefrage.de/).

Infos

[1] FVWM: René van Bevern, "Verwandlungskünstler", Linux User 08/2004, S. 44 ff.

[2] FVWM-Themes: http://fvwm-themes.sourceforge.net/

[3] FVWM-Themes-FAQ: http://fvwm-themes.sourceforge.net/doc/FAQ

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