Distribits

01.09.2004

Kurz notiert

  • Die nächste Version von Mandrake-Linuxhttp://www.mandrakelinux.com nimmt langsam Formen an. Eine erste Alpha-Version der Distribution enthält unter anderem Kernel 2.6.8, GCC 3.4.2 und KDE 3.2.3 sowie weitere aktuelle Software-Pakete. Drei Iso-Images liegen auf dem Download-Server von Mandrake und zahlreichen Spiegel-Servern zum Herunterladen bereit. Die Entwickler hoffen, bald eine erste Beta-Version bereit stellen zu können. Wenn alles wie geplant läuft, soll Mandrake 10.1 am 20. September fertig sein.
  • Die Entwickler von Fedorahttp://fedora.redhat.com sind fleißig bei der Arbeit: Die erste Vorabversion von Fedora Core 3 besteht in Teilen allerdings aus Absichtserklärungen: Kernel 2.6.7, Gnome 2.8, Evolution 2.0 und KDE 3.3 sollen in Fedora Core 3 enthalten sein, sind jedoch allesamt noch nicht erschienen. Ein Download in Form von CD-Images und eines DVD-Images ist von verschiedenen Spiegel-Servern und via BitTorrent möglich. Die Freigabe der endgültigen Version ist für Mitte Oktober geplant.
  • Securinixhttp://gaida.homelinux.com/securinix ist eine neue Live-CD mit Werkzeugen zur Datenrettung und Netzwerküberwachung. Die Distribution basiert auf Slackware 10 und benötigt für den reibungslosen Betrieb mindestens einen 486er-Prozessor und 32 MByte RAM.
  • Die zweite Beta-Version von Vector Linux4.3 http://www.vectorlinux.com bringt als Neuheiten Kernel 2.6.7, ein auf Alsa basierendes Sound-System, XFCE 4 und Fluxbox 0.9.9. Vectorlinux ist eine kompakte Distribution, die alle für die tägliche Arbeit nötigen Programme enthält. Der Download des Iso-Images ist von der Projekt-Homepage möglich.
  • Das Linux-Tiny-Projekthttp://www.selenic.com/tiny-about/ verfolgt das Ziel, den aktuellen Linux-Kernel der 2.6er-Reihe abzuspecken und so für Rechner mit schwachem Prozessor und wenig Arbeitsspeicher verfügbar zu machen. In der aktuellen Version bootet der Kernel mit Konsolen-Unterstützung, Netzwerk- und IDE-Festplattenunterstützung auf einem System mit lediglich zwei MByte RAM. Linux-Tiny ist besonders für Handhelds oder andere Geräte mit schwacher Systemleistung interessant.
  • Devil-Linuxhttp://devil-linux.org zeigt eine zweite Beta-Version der kommenden Version 1.2. Devil Linux eignet sich für die Einrichtung von Routern, Firewalls und Internet Gateways. Die Distribution läuft von einer CD, die Konfigurationsdaten können entweder auf einer schreibgeschützten Diskette oder auf der CD gespeichert werden, so dass Angreifer das System nicht verändern können. Der Download des 172 MByte großen Iso-Images ist von zahlreichen Spiegel-Servern möglich.
  • Unter dem Namen Aurox Single CDist eine reduzierte Version von Aurox 9.4 http://www.aurox.org zum Download erhältlich. Es gibt eine deutsche und eine polnische Version der CD, wobei beide in der Lage sind, ein englischsprachiges System zu installieren. Die CD enthält nur die wichtigsten Pakete um ein funktionierendes System einzurichten. Nach der Installation lassen sich mit Apt-get oder Yum alle Pakete aus Aurox Linux nachinstallieren.
  • Linspire (früher Lindows) und Microsoft eigneten sich außergerichtlich Streit um den Namen der Distribution Lindows. Linspire verpflichtet sich in der Einigung, die Namen und Domains Lindows, Lindoz, lindowsinc.com und lin—s.com nicht mehr zu benutzen und die Domains an Microsoft zu übergeben. Ferner entfernt Linspire, einige Dateien aus der Distribution und beendet den Namensstreit mit Microsoft um das Wort "Windows". Microsoft zahlt im Gegenzug 20 Millionen US-Dollar an Linspire und zieht alle Klagen zurück.
  • Die Mini-Distribution Feather Linuxhttp://featherlinux.berlios.de ist in Version 0.5.5 erschienen. Neu sind ein Theme für Fluxbox, Verbesserungen an den Download-Skripts für Opera und Abiword, ein einfacher Reader für RSS-Feeds und viele andere Verbesserungen. Feather Linux ist lediglich 64 MByte groß und bootet von einer CD oder einem USB-Medium.
  • Bei Damn Small Linuxhttp://www.damnsmalllinux.org gibt es einige Verbesserungen. Die aktuelle Version 0.7.3 bootet direkt in einen 1024x768 Punkte großen Desktop, wenn nicht beim Start eine andere Auflösung eingegeben wurde. Ferner korrigierten die Entwickler eine Reihe von Fehlern und verbesserten die Integration von zusätzlich installierten Programmen. Damn Small Linux läuft als Live-Distribution von einer CD, lässt sich aber auch problemlos auf der Festplatte installieren. Das knapp 49 MByte große Iso-Image findet sich auf der Projekt-Homepage und zahlreichen Spiegel-Servern.
  • Libranetbietet die Version 2.8 seiner auf Debian basierenden Distribution zum freien Download an. Unter http://www.debianworld.net und http://download.libranet.co.uk liegen zwei Iso-Images zum Herunterladen bereit. Ein Download ist zusätzlich über Bittorrent möglich. Die Vorgängerversion 2.7 ist ebenfalls frei erhältlich. Sie besteht aus einem Iso-Image und kann aus dem umfangreichen Debian-Fundus erweitert werden.
  • Yoper V2 http://www.yoper.com, die nach Aussagen der Entwickler schnellste Distribution out of the box ist fertig. Yoper ist speziell für Prozessoren ab i686 angepasst und durch einige Verbesserungen an den Quelltexten der Programme auf Geschwindigkeit getrimmt. Der Download des Iso-Images ist von der Homepage des Herstellers und via Bittorrent möglich.
  • Das Basissystem von Debian "Sarge" unterliegt seit dem 31. Juli einem ersten Feature-Freeze. Seit diesem Zeitpunkt beheben die Entwickler nur noch kritische Fehler in den enthaltenen Paketen, um die Distribution für die Freigabe vorzubereiten. Wann mit der endgültigen Version von Sarge zu rechnen ist, steht noch nicht fest.

Slackware auf der Scheckkarte

Die Live-Distribution Slax ist mittlerweile in Version 1.4.3 erschienen. Die Entwickler haben das Ziel, ein funktionsfähiges System mit einer kompletten Software-Ausstattung auf einem Scheckkarten-Rohling unterzubringen, das Iso-Image der aktuellen Version ist nur 178 MByte groß.

Slax basiert auf Slackware 9.1, erweitert um die aktuellen Versionen von KDE und KOffice. Nach dem Start und der sehr gut funktionierenden Hardware-Erkennung und dank DHCP automatischen Netzwerkeinrichung wählt der Benutzer, ob KDE 3.2.3 oder Fluxbox startet. Die Konfiguration von X erledigt Slax automatisch. Nach dem Start der grafischen Oberfläche erscheint ein sauber konfigurierter Desktop, der mit KOffice, KMail, KNode und Konqueror alle Programme für die tägliche Arbeit mitbringt. Für den Musikgenuss und das Brennen von CDs ist mit KSCD und K3b gesorgt.

Fluxbox ist ebenfalls fix und fertig konfiguriert, nur kann man dem Rat der Entwickler, Slax mit Fluxbox auf schwächeren Rechnern einzusetzen, nicht folgen: Es sind keine resourcensparenden Programme dabei, die auf solchen Maschinen schnell genug laufen. Das Programmmenü von Fluxbox enthält einige Einträge für die kein Programm installiert ist.

Wer gerne mit dem aktuellen KDE arbeitet oder es einfach einmal ausprobieren möchte, findet in Slax eine kompakte Live-Distribution, die alle Programme enthält um unterwegs oder an einem fremden Rechner zu arbeiten.

Abbildung 1: Slax präsentiert sich mit einem aktuellen KDE-Desktop.

Voll integriert

Lycoris plant für die voraussichtlich am 16. August erscheinende Version Lycoris Desktop/LX 1.4 die Einführung der neuen Technik AI2. AI2 steht für "Advanced Application Integration Infrastructure" und ermöglicht die einfache Integration von Anwendungen in Lycoris.

Entwickler können Ihre Anwendungen ohne Änderungen des Quelltextes in das System integrieren. Diese Arbeit übernehmen einige Integrations-Skripte, die das Programm übersetzen und alle für den Programmaufruf nötigen Menüeinträge und Systemeinstellungen vornehmen.

Lizenz-Gebühren für die Nutzung von AI2 fallen für die Entwickler nicht an. Lycoris Desktop/LX 1.4 mit Unterstützung für AI2 wir voraussichtlich am 16. August 2004 erscheinen.

Gentoo-Derivat aus Polen

Navyn OS ist eine Desktop-orientierte Live-Distribution aus Polen, die auf Gentoo basiert. Sie lässt sich mit einem sehr gut gemachten grafischen Installationsprogramm dauerhaft auf der Festplatte installieren und mit der Paketverwaltung Portage aus Gentoo Linux um Programme erweitern. Das Iso-Image liegt gepackt und 362 MByte groß auf der Homepage und drei Spiegeln zum Herunterladen bereit.

Nach dem Programmstart und der sehr sicheren Hardware-Erkennung hat der Benutzer die Wahl zwischen einer automatischen Einrichtung des X.org-Servers oder der manuellen Eingabe der Monitordaten, dann startet X in ein gut konfiguriertes Fluxbox.

Die Software-Auswahl ist üppig: Als Textverarbeitung ist Abiword 2.0.6 dabei, mit Firefox und Opera sind gleich zwei moderne Browser an Bord. Für die Grafikbearbeitung steht Gimp 2 bereit und für den Ohren- und Augenschmaus gibt es XMMS und MPlayer. Zur Partitionierung der Festplatte vor der Installation greift Navyn OS auf Qtparted zurück, mit LinNeighborhood findet das System Anschluss an Windows-Netzwerke.

Navyn OS ist ein guter Ausgangspunkt für alle, die Gentoo einmal ausprobieren wollen und nicht erst lange ein System zusammen stellen und übersetzen möchten. Als Live-Distribution für die Reise eignet es sich aufgrund der umfangreichen Ausstattung gut.

Abbildung 2: Navyn OS bringt eine Reihe von Programmen mit.

Neues von Gentoo

Pünktlich erschien Version 2004.2 von Gentoo Linux. Zusätzlich zu zahlreichen Fehlerberichtigungen und Sicherheitsaktualsierungen enthält Gentoo Linux 2004.2 die Desktop-Umgebungen Gnome 2.6 und KDE 3.2.2. Außerdem haben die Entwickler die Kompatibilität zu Dell-Rechnern verbesert und das Handling von Wireless LAN Karten verbessert. Die PCMCIA-Unterstützung erfuhr eine gründliche Überarbeitung.

Als Paketsystem verwendet das aktuelle Release Portage 2.0.50-r9, das ebenfalls in einigen Punkten verbessert wurde. Der verwendete Kernel trägt die Versionsnummer 2.6.7.

Gentoo 2004.2 ist für x86-, AMD64-, HPPA-, SPARC-Architekturen erhältlich. Bei Erscheinen dieses LinuxUser sollten auch fertige Binärpakete auf den Download-Servern bereit liegen.

Ebenfalls neu ist Gentoo für MacOS. Bis jetzt ist es den Entwicklern noch nicht gelungen, den Compiler GCC für MacOS zu übersetzen. Gentoo für MacOS enthält im Augenblick nur eine Reihe von Programmen aus dem Portage-System.

Die Distribution lässt sich über ein grafisches Installationsprogramm einrichten. Anschließend werden die gewünschten Programme wie unter Gentoo gewohnt mittels emerge installiert.

Progeny wächst und gedeiht

Progeny 2.0, eine auf Debian basierende Distribution des Debian-Gründers Ian Murdock steht als erste Beta-Version zum Testen bereit.

Progeny Debian ist eine schlanke Distribution, die nur die allernotwendigsten Pakete enthält und mit "Komponenten" an die Bedürfnisse des Benutzers angepasst wird. Progeny nennt das "Componentized Linux". Zur Zeit gibt es Komponenten für Gnome 2.4, Kernel 2.4 und 2.6 sowie für XFree 4.2.

Zur Hardware-Erkennung greift Progeny Debian auf das selbst entwickelte Programm Discover zurück, als Installationsprogramm findet Anaconda von Red Hat Verwendung und um die Paketverwaltung kümmert sich Apt. So ist die Distribution um Pakete aus dem reichhaltigen Angebot von Debian Sarge erweiterbar. Für die Zukunft ist auch die Integration von Paketen aus Fedora geplant. Der Download in Form nur eines CD-Images ist von der Homepage möglich.

Windows-Programme auf dem Desktop

Xandros hat seine Desktop-Distribtion überarbeitet und bietet Version 2.5 jetzt mit integriertem Crossover-Office 3.0.1 an. So ist es möglich, viele Windows-Programme direkt auf dem Linux-Desktop auszuführen.

Xandros basiert auf Debian Sarge und ist in drei Varianten erhältlich. Die Standard-Version für 39 US-Dollar enthält allerdings kein Crossover-Office, dieses ist der Deluxe-Edition für 89 US-Dollar und der Business-Edition für 129 US-Dollar vorbehalten, die auch noch StarOffice enthalten. Alle Versionen werden mit einem Handbuch und 60 Tagen E-Mail-Support geliefert. Die Distribution lässt sich problemlos durch Programme aus dem Fundus von Debian erweitern.

Als Desktop verwendet Xandros 2.5 ein modifiziertes KDE 3.1.4, der Kernel werkelt in Version 2.4.24 und Mozilla ist in Version 1.6 dabei. Eine deutsche Übersetzung für Xandros Linux ist entgegen alter Pläne aus dem Frühjahr nicht mehr geplant. (Frank Wieduwilt/agr)

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