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01.09.2004

Linux im Westentaschenformat

Es gibt zahlreiche Pocket-Referenzen zu Linux. Die Fülle an Befehlen, Diensten und (für Windows-Anwender) neuen Konzepten fordert ihren Tribut. Mit Ute Herzogs "Linux – Die praktische Referenz" erfährt der Leser neben den Standardbefehlen eine Menge über die Grundlagen, ohne sich durch armdicke Wälzer zu quälen.

Das rund 450 Seiten starke Buch, das vom Format etwas größer als A6 ausfällt, zeigt schon auf dem Titel in einer ansprechende Farbeaufteilung, welche Inhalte den Käufer erwarten. Neben der Installation und den unterschiedlichen Update-Verfahren lernt der Leser etwas über den Umgang mit Dateien und Verzeichnissen, die Hardware-Verwaltung sowie die Netzwerkeinrichtung.

Weitere Kapitel drehen sich um die Unterschiede der Shells, die Systemveraltung, Editoren, Daemonen und Konfigurationsdateien. Bei dieser Themenvielfalt kommt die Frage auf, wie dieses Material aufbereitet ist? Die Antwort lautet: Beschränkung auf das Wesentliche. So ist nicht jeder Befehl mit allen möglichen Optionen und jede Konfigurationsdatei mit allen Parametern erläutert, sondern nur die nach Ansicht der Autorin wichtigsten finden Einzug in das Buch.

Die Auswahl mag Geschmackssache sein, lässt aber auf den ersten Blick kaum etwas vermissen. Angenehm fällt auf, dass neben den beiden weitverbreiteten kommerziellen Distributionen Suse und Red Hat auch das freie Debian zum Zuge kommt. Hier verweist Herzog auf die Unterschiede, wo es nötig ist.

Die Referenz ist eindeutig für einen Leserkreis geschrieben, der an der Administration geschrieben ist. Die Einrichtung grafischer Oberflächen und die Nutzung von GUI-Programmen bleibt weitgehend außen vor. Dafür bespricht die Autorin alte, aber nützliche Tools wie Awk oder Sed.

Das Buch bietet dem Interessierten eine kompakten Überblick und praxisnahe Beipiele. Echtes Grundlagenwissen aneigenen ist nicht Ziel des Buches.

Info

Titel: Linux – Die praktische Referenz

Autor: Ute Herzog

Verlag: Markt & Technik

ISBN: 3-8272-6752-8

Preis: 19,95 Euro

URL: http://www.mut.de

Administration – einfach und überall

Webmin entwickelte sich über die letzten Jahre zu einem beliebten Werkzeug für die Administration von Linux- und Unix-Rechnern. Mit einer einheitlichen Oberfläche zur Konfiguration verschiedener Dienste und Aufgaben bietet es, was viele andere Werkzeuge nicht erreichen – Komfort.

Zudem basiert es auf Perl, einer Skriptsprache, die auf fast allen Systemen installiert ist. Viele Distributionen bieten außerdem Pakete an, die sich leicht installieren lassen. Nicht verschwiegen werden soll, dass die Software in verschiedenen Stadien ihrer Entwicklung Sicherheitsprobleme aufwies.

Das Buch führt den Leser von der grundlegenden Installation über die Einrichtung von Usern und der Konfiguration des Zugriffs bis hin zum Einsatz der Module für unterschiedliche Einsatzzwecke.

Das Buch steckt in einem Dilemma: Einerseits sollte es nicht die Funktionen der einzelnen Dienste und Aufgaben im Detail erläutern. Andererseits darf es sich nicht auf die Beschreibung des Interfaces beschränken. Diese Gradwanderung gelingt dem Autor jedoch ganz gut, in dem er immer wieder auf die Besonderheiten der Administrationsoberfläche eingeht.

Das Buch ist insgesamt nicht sehr umfangreich, bietet es dem Leser doch genau das, was er wissen muss: Einführung in die funktionale Trennung zwischen Verwaltung der eigenen Infrastruktur und denen der Host-Maschine sowie Darstellung der Konzepte. So erhält der Interessierte einen guten Überblick über die Möglichkeiten, die die Software bietet.

Info

Titel: Webmin kompkat

Autor: H. Uman

Verlag: Bomont Verlag

ISBN: 3-8334-0731-X

Preis: 12,80 Euro

URL: http://www.bomont.de

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LinuxUser 06/2012

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