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deskTOPia: Effizienter Desktop mit FVWM

Platz für alle

Bei der Fensterplatzierung richtet FVWM sich ebenfalls nach Ihren Wünschen: Sie dürfen sogar für jedes Fenster separat entscheiden, nach welchen Kriterien der Fensterverwalter es platziert. Um eine globale Methode für alle Fenster festzulegen, tragen Sie eine Zeile der Form

Style "*" Platzierungsmethode

in die .fvwmrc ein. Der Stern (*) dient als Platzhalter für alle Fenster, alternativ gehört dort ein Fenstername hin. Diesen lesen Sie aus der Titelleiste der Fenster ab, genauere Informationen liefert Identify aus dem Fenstermenü. Gültige Werte für den Fensternamen stehen in den Feldern Class und Resource. Die gebräuchlichsten Platzierungsmethoden sind:

  • CascadePlacement: Wie unter Windows 3.1 öffnet sich jedes Fenster leicht versetzt zum vorherigen, so dass die Titelleisten und Buttons aller Fenster sichtbar bleiben.
  • TileCascadePlacement: versucht, neue Fenster zu kacheln, also neben ein anderes Fenster zu legen. Gelingt das aus Platzmangel nicht, benutzt FVWM stattdessen die Methode CascadePlacement als Fallback.
  • TileManualPlacement: sucht erst eine Position zum Kacheln und lässt den Anwender das Fenster manuell platzieren, falls der Platz dazu nicht ausreicht.
  • MinOverlapPlacement: überlappt beim Öffnen neuer Fenster die schon vorhandenen so wenig wie möglich.
  • ManualPlacement: lässt den Anwender selbst seine Fenster positionieren. Bevor sich ein Fenster öffnet, erscheint ein gelblicher Rahmen, der dem Mauszeiger folgt. Mit einem Mausklick legt der Benutzer das Fenster auf der Arbeitsfläche ab.

Am wenigsten Arbeit haben Sie mit der MinOverlapPlacement-Methode, da sie automatisch die günstigste Position sucht.

Unbegrenzte Möglichkeiten

Wer sich keine komplett eigene .fvwm2rc-Datei schreiben will, findet auf der Heft-CD zwei Beispielkonfigurationen. Eine (taviso.fvwm2rc) (Abbildung 6) stammt von Tavis Ormandy und enthält einige grafisch sehr anspruchsvolle Optionen, wie halbtransparente Miniatur-Screenshots für minimierte Fenster. Bei der zweiten (rvb.fvwm2rc) handelt es sich um die persönliche Konfiguration des Autors, die sich weniger auf optische Reize, sondern vielmehr auf Ressourcenschonung und schnelle Bedienbarkeit konzentriert (Abbildung 7).

Abbildung 6: FVWM mit transparenten Menüs und Miniatur-Screenshots für minimierte Fenster.

Abbildung 7: Die vom Autor verwendete, etwas schlichtere Konfiguration.

Beide Konfigurationen können als Basis für eine eigene dienen. Wer noch weitere Anregungen sucht, findet sie vielleicht in der FVWM beiliegenden Beispielkonfiguration, die gewöhnlich im Verzeichnis /usr/share/fvwm liegt. Weitere Informationsquellen sind die ausführliche FVWM-Manpage mit der Kommandoreferenz und das FVWM-Wiki unter [4].

Glossar

rxvt

Ein Terminal-Emulator wie das "xterm", die KDE-Konsole oder das "gnome-terminal"

Login Manager

Eine grafische Anmeldemaske, die neben der Login-Option oft noch weitere Features bietet, z. B. Buttons zum Runterfahren oder Neustart des Systems. Die bekanntesten Login Manager sind KDM, GDM und der Klassiker XDM.

Modifier-Taste

Taste, die nur gemeinsam mit anderen Tasten wirkt. Auf den meisten Linux-Systemen arbeiten [Strg] und [Alt] als Modifier.

xmodmap

Programm zur Tastaturkonfiguration, mit dem der Anwender bestimmt, was beim Druck auf eine bestimmte Taste geschieht. Mit der Anwendung lassen sich leicht einzelne Tasten vertauschen.

Der Autor

Rene van Bevern ist auch unter dem Namen "RvB" bekannt und begann unter diesem seine Schreibtätigkeit 1999 beim damals jungen Onlinemagazin Pro-Linux.de. Er unterstützt die Verbreitung freier Software durch öffentliche Tätigkeiten und beteiligt sich gelegentlich an der Entwicklung.

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LinuxUser 06/2012

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