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deskTOPia: Effizienter Desktop mit FVWM

01.08.2004 Oberste Maxime bei der Arbeit sollte sein, dass der Computer sich dem Menschen anpasst und nicht umgekehrt. Gerade in Sachen Flexibilität und Konfigurierbarkeit hat einer der ältesten und dennoch modernsten Fenstermanager die Nase vorn – FVWM.

deskTOPia

Wie Ihr Linux-Desktop aussieht, bestimmen allein Sie. Mit deskTOPia nehmen wir Sie regelmäßig mit auf die Reise ins Land der Window-Manager und Desktop-Umgebungen, stellen Nützliches und Farbenfrohes, Hingucker und hübsches Spielzeug vor.

Jeder Mensch hat eine individuelle Vorstellung von der optimalen Arbeitsumgebung. Wer programmieren kann, schreibt sich einfach selbst eine, alle anderen sind auf die von den Entwicklern vorgesehenen Konfigurationsoptionen angewiesen. Besonders viel Freiraum bietet FVWM [1], der von Rob Nation ins Leben gerufene Klassiker unter den Fenstermanagern, seinen Anwendern.

Geschichtsstunde

FVWM lag ursprünglich einer rxvt-Version bei, um ihn schnellstmöglich zu verbreiten. Die Rechnung ging auf, so dass FVWM vor dem Aufkommen von KDE und Gnome die Standardarbeitsumgebung unter Linux war. Da es ihm zu Beginn an Features mangelte, er jedoch die Verwaltung mehrerer Desktops beherrschte, stand FVWM zunächst für Feeble Virtual Window Manager (feeble=schwach). Die damalige Bedeutung des "F" ging schnell verloren, da sie nicht länger zutraf. Bis heute hält sich das Gerücht, seine Bedeutung sei unbekannt; sie tauchte jedoch sehr spät in einem Quelltextkommentar wieder auf. Dennoch verbreiten viele Anwender gerne die Legende des "mysteriösen F".

Trotz seiner langen Geschichte hat sich der Star vergangener Tage nicht etwa aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, sondern sich unter der Projektleitung von Dominik Vogt zu einem der modernsten Fenstermanager gemausert, der sich wachsender Benutzerzahlen erfreut.

Was FVWM von den unzähligen anderen Window-Managern abhebt, sind die vielfältigen Kommunikationskanäle, die er unterstützt, wie beispielsweise Mausgesten, die Aktionen nach bestimmten Mausbewegungen ausführen. Um alle FVWM-Vorzüge zu nutzen, ist jedoch der steinige Weg über das Bearbeiten von Konfigurationsdateien zu gehen. Der Lohn ist eine flexible Arbeitsumgebung, die man in dieser Form kein zweites Mal findet.

Installation

Zum Kennenlernen von FVWM bietet sich eine Entwicklerversion der 2.5er-Reihe an, die während unserer Tests stabil und zuverlässig lief. Selbst kompilieren müssen Sie den Fensterherrscher nicht: unter [2, 3] und auf unserer Heft-CD finden Sie fertige RPM- und Debian-Pakete.

Vorsichtige Naturen, die einer Entwicklerversion nicht trauen, verwenden die stabile Version des Window-Managers von den Installationsmedien der verwendeten Distribution; sie unterstützt allerdings nicht alle in diesem Artikel angesprochenen Features.

Wer lieber selbst zum Compiler greift, findet in der Datei INSTALL.fvwm im Quellcode-Verzeichnis die wichtigsten Informationen. Die Installation erledigt wie üblich der Dreischritt ./configure ; make ; su -c make install, wobei das ./configure-Skript viele zusätzliche Aufrufparameter kennt.

./configure --help

zeigt sie an; so deaktivieren z. B. alle, die FVWM nicht auf mehreren Monitoren gleichzeitig betreiben wollen, mit

./configure --disable-xinerama

die Xinerama-Unterstützung.

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