Zurück zu den Wurzeln

01.08.2004

Liebe Leserinnen und Leser,

als Linux schon vor einigen Jahren Einzug in viele Unternehmen gehalten hat, waren Linux-Desktops noch kein Thema – außer einigen Studenten und besonders experimentierfreudigen Anwendern setzte die Mehrheit Linux nur auf Servern ein.

Auch wenn sich die Situation heute geändert hat und das freie Betriebssystem mehr und mehr auf die Arbeitsplatzrechner und privaten PCs daheim drängt, sind Server noch immer eines der Haupteinsatzgebiete: Wo Linux von Anfang an stark war, hat es im Laufe der Jahre nur noch weiter zugelegt.

Die Kurzbezeichnung für die – inzwischen – klassische Kombination aus Linux, Apache, MySQL und PHP ist "LAMP": Entsprechend haben wir den Titel dieser Ausgabe gestaltet, denn im Schwerpunkt geht es diesmal um PHP und MySQL: In zwei Artikeln erfahren Sie, wie Sie die beiden Programmpakete einrichten und nutzen. Danach stellen wir die MP3-Jukebox Otto vor – sie basiert auf Apache und MySQL und stellt damit ein schönes Praxisbeispiel für die dynamische Nutzung eines LAMP-Systems dar – die Tools erlauben eben weit mehr als die Auslieferung statischer Web-Seiten.

Mehr Videorekorder

Fast schon als Serie könnte man unsere regelmäßigen Berichte rund um den digitalen Videorekorder VDR bezeichnen – in dieser Ausgabe geht es um die neuesten Versionen von vdr und linvdr: Jetzt können Sie das On-Screen-Menü auch mit Themes an Ihre persönlichen Vorlieben anpassen.

Microsoft auf dem LinuxTag

In Karlsruhe fand Ende Juni wieder der LinuxTag statt. In zahlreichen Vorträgen und bei den vielen Ausstellern im Messebereich konnten sich sowohl Linux-Neulinge als auch Profis über die neuesten Trends und Entwicklungen informieren. Neu und mit einem unerwartet bescheiden anmutenden Stand vertreten war diesmal Microsoft. Als Vortragenden präsentierte man unter anderem einen ehemaligen Open-Source-Entwickler [1]: Er stellte eine Cygwin-ähnliche Lösung vor, die Windows um Unix-Funktionen erweitert.

Interessant waren aber nicht nur Microsofts Vortragsthemen [2], sondern die Anwesenheit des Konzerns überhaupt. In vielen PC-Zeitschriften sind in den letzten Monaten auch Anzeigen erschienen, in denen Microsoft auf vermeintliche Vorteile seiner Windows-basierten Lösungen aufmerksam machen will. Unter dem Titel "Fakten zu Windows und Linux" wird dort vorgerechnet, dass – trotz niedrigerer Anschaffungskosten – die Gesamtkosten TCO (total cost of ownership) für Microsoft-Lösungen niedriger wären. Komisch, dass trotzdem so viele Unternehmen und Verwaltungen auf Linux migrieren wollen; von einer Gegenwelle von Linux zurück zu Windows hört man nichts.

Werfen Sie doch mal einen Blick auf diese Seiten, vielleicht finden Sie den einen oder anderen Fehler in der Logik.

Hans-Georg EßerChefredakteur

Infos

[1] LinuxTag-Bericht: Microsofts Windows Services for Unix 3.5, Linux-Community, http://www.linux-community.de/Neues/story?storyid=13759

[2] LinuxTag-Programm 2004, http://www.linuxtag.org/2004/program.do?date=24.06.2004&types=ALL&rooms=ALL

[3] Microsoft-PR, http://microsoft.com/germany/diefakten

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