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Grafik ohne grafisches Frontend

Zu Befehl: Grafik-Tools aus ImageMagick

01.08.2004 Gimp ist das Standardprogramm, wenn es um anspruchsvolle Bildbearbeitung geht. Doch viele Aufgaben, wie Größenänderung und Formatkonvertierung, erledigen Sie auch schnell auf der Kommandozeile.

Wer an Bildbearbeitung denkt, stellt sich meist automatisch eine komplexe grafische Oberfläche mit vielen Paletten für Werkzeuge, Farbwahl etc. vor – doch es gibt viele Aufgaben, bei denen ein Programm wie der Klassiker Gimp ganz unangemessen ist.

Das Paket ImageMagick [1], das bei vielen Linux-Distributionen automatisch mitinstalliert wird, enthält viele Kommandozeilen-Tools zur Bildbearbeitung, von denen wir hier einige vorstellen.

Formatwechsel

Eine häufige Aufgabe ist das Konvertieren von Grafiken in ein anderes Bildformat, beispielsweise von TIF nach PNG. Dazu benutzen Sie das ImageMagick-Kommando convert:

convert bild.tif bild.png

convert erkennt an der Endung der Zieldatei selbständig, welches Zielformat es erzeugen soll – ob Sie die Endung in Groß- oder Kleinbuchstaben oder gar gemischt schreiben, spielt dabei keine Rolle. Selbst Varianten (z. B. .tiff statt .tif oder .Jpeg statt .jpg) sind für das Tool kein Problem. Über die zentrale ImageMagick-Manpage, die Sie mit

man ImageMagick

aufrufen, erhalten Sie eine Liste aller möglichen Dateiformate (Abbildung 1).

Abbildung 1: Dies ist nur die erste von mehreren Seiten der ImageMagick-Manpage, die Dateiformate auflisten.

Skripte

Ein großer Vorteil des Einsatzes von Shell-Tools ist ihre leichte "Skriptbarkeit", also die Möglichkeit, sie in Shell-Skripten zur Automatisierung einzusetzen.

Wollen Sie beispielsweise häufig einen farbigen Screenshot, den Sie als PNG-Datei erstellt haben, in eine schwarzweiße TIF-Datei und eine ebenso graue PDF-Datei konvertieren, können Sie dazu einfach das Skript color2gray aus Kasten 1 verwenden: Es wandelt nicht nur vom PNG-Format nach TIF und PDF, sondern reduziert auch gleich den Farbraum – dazu dienen die beiden Optionen -colors 256 und -colorspace GRAY.

Kasten 1: Skript "color2gray"

#!/bin/bash
# Schwarzweiß-TIF und -PDF erzeugen
#
base=$(echo $1 | sed -e "s/\….$//")    # Dateiendung abschneiden
baseBW=${base}.tif                       # Name für TIF-Datei
basePDF=${base}.pdf                      # Name für PDF-Datei
convert -colors 256 -colorspace \
        GRAY $1 $baseBW                  # Konvertieren nach TIF
convert $baseBW $basePDF                 # … und nach PDF
mkdir -p COLOR; mv $1 COLOR/             # Original verschieben

Nebenbei erledigt das Skript noch etwas Verwaltungsarbeit: Rufen Sie es beispielsweise mit

color2gray test.jpg

auf, erzeugt es test.tif und test.pdf und schiebt anschließend die Originaldatei in ein Unterverzeichnis COLOR – wenn dieses noch nicht existiert, wird es vorher angelegt.

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Infos zum Autor

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer ist Chefredakteur der Zeitschrift EasyLinux, Doktorand an der Uni Erlangen-Nürnberg und seit Mitte der 90er begeisterter Linux-Anwender.


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LinuxUser 06/2012

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