Home / LinuxUser / 2004 / 08 / Suse 9.1 von unnötigem Ballast befreien

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Mandriva gibt Distribution in die Hände der Community
(268 Punkte bei 24 Stimmen)
Neues vom Systemd
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Mandriva in Nöten
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Shopping
Topsuche
 
Yatego Deutschlands größte Shoppingmall. 10000 Shops,
3.5 Mio Artikel. Alle Bestseller, Servertechnik und Technik Themenwelten.

Notebooks und Netzwerkhardware bei Mercateo günstig kaufen.
Internet Telefonie mit VoIP Telefonen von Gigaset
Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.
Günstige Digitalkameras finden Sie im Preisvergleich.

Linux light

Suse 9.1 von unnötigem Ballast befreien

Suse auf Diät

Dass Suses Arbeitsspeicherhunger nicht gerade klein ist, verdankt die Distribution u. a. der Tatsache, dass sie beim Booten automatisch eine Menge Dienste startet [6]. Einige davon (z. B. die Tastaturkonfiguration) sind für ein vernünftiges System unvermeidlich. Auf so manch anderen Dienst kann man jedoch getrost verzichten. Zum "Abspecken" kommt der Runlevel-Editor von YaST2 im Expertenmodus zum Einsatz (Abbildung 9), der dort unter System zu finden ist. Da man damit in Systeminterna eingreift, sollte man sich alle Änderungen peinlich genau merken, um sie im Zweifelsfall rückgängig machen zu können.

Abbildung 9: Ein Klick auf das Kästchen neben "Expertenmodus" erlaubt es, detailliert festzulegen, welche Dienste in welchem Runlevel laufen sollen.

Die Benutzeroberfläche besteht im Expertenmodus im Wesentlichen aus einer Tabelle und einer Liste von Checkboxen. In der ersten Tabellenspalte steht der Name des betroffenen Dienstes, in der zweiten, ob er gerade läuft. Dann folgen Spalten, die besagen, in welchem Runlevel der Dienst automatisch gestartet wird, gefolgt von einer Kurzbeschreibung.

Wer ohnehin nur den Standard-Runlevel 5 verwendet, der dafür sorgt, dass am Ende des Bootprozesses das grafische Login erscheint bzw. ein Autologin durchgeführt wird, kann seine Änderungen auf das Entfernen von Kreuzchen in der Checkbox 5 beschränken. So braucht man bei einem per WLAN vernetzten Desktop-PC, an den kein Drucker angeschlossen ist, weder das Druck-Subsystem cups noch ISDN. Um die beiden Dienste am automatischen Starten zu hindern, wählt man sie nacheinander in der Liste aus und deaktiviert die Checkbox für Runlevel 5. Der positive Nebeneffekt: Abgeschaltete Netzwerkdienste sind der beste Schutz gegen Angreifer.

Booten wie zu alten Zeiten

Wem sein System beim Booten bereits zu bunt ist, kann zudem den Bootsplash-Schnickschnack abschalten, und zwar durch Setzen der Bootoption splash auf den Wert 0 in der Datei /boot/grub/menu.lst. Sie konfiguriert das Bootmenü, das der Bootloader Grub beim Starten des Computers anzeigt.

Änderungen nimmt man entweder im YaST-Modul Konfiguration des Bootloaders, welches ebenfalls unter System zu finden ist, durch Bearbeiten des Punktes Verfügbare Abschnitte vor – oder als root mit einem Texteditor: Man ersetzt in /boot/grub/menu.lst lediglich das Wort silent in der dritten Zeile aus Listing 1 durch 0 mit dem Ergebnis, dass splash=0 dasteht. Beim nächsten Reboot bekommt man nun statt eines farbigen Splash-Screens wieder die Boot-Meldungen auf schwarzem Hintergrund zu Gesicht.

Aufmerksame Beobachter dürften sich jetzt wundern, warum sich der Splash-Screen nicht durch Deaktivieren des Bootskripts splash im Runlevel-Editor ausschalten lässt. Ein klassisches Beispiel für ein Usability-Problem, das auch die mitgelieferte Dokumentation nicht erhellt.

Listing 1

/boot/grub/menu.lst

(Ausschnitt)

###Don't change this comment - YaST2 identifier: Original name: linux###
title Linux
    kernel (hd0,5)/boot/vmlinuz root=/dev/hda6 vga=0x317 splash=silent desktop resume=/dev/hda5 showopts
    initrd (hd0,5)/boot/initrd

Der Autor

Hagen Höpfner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Technische und Betriebliche Informationssysteme der Fakultät für Informatik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. In seiner Freizeit spielt der begeisterte Vater Gitarre in der Rockband "Gute Frage" (http://www.gutefrage.de/).

Glossar

Dateibaum

Sämtliche auf einem Linux-Rechner zugänglichen Dateien und Verzeichnisse lassen sich ausgehend von einem (auf der Root-Partition gelegenen) Wurzelverzeichnis / aus ansprechen. Zeichnet man die Wege von der Wurzel über alle Verzeichnisse bis hin zu jeder einzelnen Datei auf, so ergibt sich eine Struktur, die einem (umgekehrten) Baum ähnelt: Verzeichnisse mit mehreren Unterverzeichnissen bilden "Astgabeln", Dateien (und leere Verzeichnisse) die "Blätter". Jedes Linux-Dateisystem enthält für sich genommen eine solche Baumstruktur, die durch "Mounten" in den von / ausgehenden Systembaum eingefügt wird. Erst dann kann man auf die darauf liegenden Dateien zugreifen.

subfs/submount

Submount ist der Name einer Software, die Wechselmedien automatisch beim Zugriff auf den Mount-Point einhängt. Sie kümmert sich auch darum, dass nicht mehr benutzte Medien automatisch wieder ausgehängt werden. Damit das funktioniert, müssen der Linux-Kernel das "subfs"-Kernel-Modul geladen haben und der Daemon "submountd" im Hintergrund laufen.

Displaymanager

Ein Programm, das den X-Server (und damit die Möglichkeit der grafischen Oberfläche) am Laufen hält, ihn mit einem Bildschirm verknüpft und für einen grafischen Anmeldebildschirm sorgt.

Kernel-Modul

Das eigentliche Linux-Betriebssystem, der Kernel, enthält u. a. Funktionen, die den Zugriff auf die Hardware steuern. Abhängig von der jeweiligen Systemkonfiguration werden jedoch unterschiedliche Funktionen benötigt, zum Beispiel der Treiber für eine spezielle Soundkarte (und nicht alle Treiber für alle unterstützten Karten). Daher kapselt man die entsprechende Funktionalität in Module, die bei Bedarf nachgeladen werden, anstatt einen sehr großen, ballasthaltigen Kernel zu erstellen. Dann muss nur die Funktionalität im Speicher gehalten werden, die tatsächlich benötigt wird.

Dateisystem

Beschreibt, wie die Daten auf einem Datenträger (z. B. einer Festplattenpartition, einem USB-Stick, einer CD, DVD oder Diskette) organisiert sind.

Runlevel

Beschreiben die Betriebsmodi des Linux-Systems. Sie unterscheiden sich im Wesentlichen dadurch, welche Dienste beim Booten (oder beim Runlevel-Wechsel) gestartet werden.

Infos

[1] Suse-9.1-Rezension: Patricia Jung, "Die nächste Runde!", LinuxUser 07/2004, S. 56 f.

[2] Rechner gegen Angriffe absichern: Ralf Spenneberg, "Vorsorge ist besser…", LinuxUser 05/2004, S. 27 ff.

[3] Submount: http://submount.sourceforge.net/

[4] Automount-Mini-Howto: http://www.faqs.org/docs/Linux-mini/Automount.html

[5] Klassisch mounten statt subfs: http://portal.suse.com/sdb/de/2004/05/hmeyer_91_revert_from_subfs.html

[6] Linux-Boot-Prozess: Marc André Selig, "Wie Linux sich die Stiefel anzieht", LinuxUser 12/2002, S. 26 ff., http://www.linux-user.de/ausgabe/2002/12/026-init/

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

Hits
Wertung: 0 Punkte (0 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 06/2012

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,50 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 56,10) können Sie im LNM-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Adobe AIR
Adobe-AIR-Programme installieren und (manuell) starten
Tim Schürmann, 14.05.2012 13:09, 0 Kommentare

Es gibt sie noch: neue Anwendungen, die Adobes Integrated Runtime voraussetzen. Aktuellstes und vermutlich auch größtes Beispiel ist das Adventure Botanicula

Aktuelle Fragen

gibt es ein Kommandozeilen Tool, um ein X11-Fenster in ein Anderes einzubetten?
GoaSkin , 21.05.2012 16:44, 0 Antworten
Das XEmbed-Protokoll ist u.A. dazu gedacht, dass man eine X11-Anwendung in eine andere wie ein Wi...
Apache2, Options -Indexes geht nicht
no no, 12.05.2012 19:01, 8 Antworten
Habe in apache2.conf folgendes stehen: Options -Indexes ...
LInux auf Dell LS H500
Andreas Endresl, 09.05.2012 08:54, 2 Antworten
Habe einen alten Dell Latitude LS H500 nur mit ext. Floppy und CD es geht nur immer eines von den...
Datenwiederherstellung unter Ubuntu 12.04 mit "Simple Backup" nach Umzug von Linux Mint
Christian Lottmann, 07.05.2012 13:33, 0 Antworten
Vor dem Umzug auf Ubuntu 12.04 habe ich unter Linux MInt mit "Simple Backup" voll (15.4.2012) und...
DKMS für den propritären NVIDIA-Treiber
Commander Data, 26.04.2012 22:02, 2 Antworten
Hallo an die Gemeinde. Ich habe hier ein interessantes Stück openSuSE gefunden. http://forums.op...