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01.08.2004

Kurz notiert

  • Seit Mitte Juni ist die Version 1.1.2 der Office Suite OpenOfficein einer deutschen Version verfügbar. Die aktuelle Release beseitigt eine Reihe von Fehlern, darunter unter anderem Probleme mit SAPDB, DBase-Tabellen, dem Exportieren von Dokumenten sowie fehlerhaften PDF-Dateien. Darüber hinaus enthält die neue Version kleinere Erweiterungen, so wurde die Unterstützung der norwegischen Sprache ausgebaut und die Portierung auf andere Unix-Derivate verbessert.
  • Das Internet-Radio Radio Tux, das bisher rund 50 Sendungen rund um Linux auf freiwilliger Basis produzierte, sucht dringend neue Mitarbeiter. Anderenfalls steht das Projekt bald vor dem Ende. Seit dem Projektstart im Jahr 2001 ist das Team auf fünf Mitwirkende geschrumpft, während das Projekt selber beständig wuchs. Gesucht werden deshalb Redakteure, Interviewer und Sprecher. Freie Mitarbeiter werden ebenfalls gesucht. Wer sich ein Bild von Radio Tux machen möchte, findet die alten Sendungen als MP3-Archiv zum Download auf der Web-Seite.
  • Fast schon Tradition ist die Linux-Bierwanderung, die in diesem Jahr zum sechsten Mal stattfindet. Diesmal trifft sich die Wandergemeinde vom 16. bis 22. August in dem kleinen niederländischen Ort Schin op Geul, der zwischen Maastricht und Aachen liegt. Für Unterkunft, Verpflegung und die nötige Hardware ist selbst zu sorgen, ein Gemeinschaftsraum mit Internet-Anschluss wird hingegen bereitgestellt. Wie in den Vorjahren stehen wieder Ausflüge, Wanderungen sowie Vorträge und Hacking rund um Linux und natürlich auch Bierproben auf dem Programm. Wer teilnehmen möchte, sollte sich auf jeden Fall anmelden.
  • Quasi in letzter Minute konnte der Fortbestand des in finanzielle Nöte geratenen Projektes Grsecuritydurch Spenden aus der Community, sowie neue Investoren gesichert werden. Anfang Juni gab der Entwickler die Einstellung des Projektes und die Schließung aller Online-Quellen bekannt, nachdem ein wichtiger Sponsor abgesprungen war. Mit der jetzt erhaltenen Finanzierung nimmt der Entwickler die nächste Stufe des Projektplans, eine Verbesserung der Performance, in Angriff.
  • Die Mozilla Foundation und Opera Softwarereichten beim W3 Konsortium einen gemeinsamen Entwurf ein, der die Mechanismen zur Bereitstellung von Webformularen in HTML und XML ändern soll, eingereicht. Der "Web Form 2.0" betitelte Entwurf beinhaltet neue Attribute, sieht Änderungen im Document Object Model vor und soll außerdem über sogenannte Events verfügen, um die Korrektheit von Eingaben besser zu prüfen. Auf diese Weise sollen bereits gängige Praktiken dokumentiert und standardisiert werden, bevor sich proprietäre Standards wie Microsofts XAML etablieren.

Schneller Mailer für die Konsole

http://Pine ist ein News- und Mail-Client, der von der Universität Washington Anfang der neunziger Jahre speziell für unerfahrene Anwender entwickelt wurde. Dabei eignet sich das Konsolenprogramm hervorragend für den Einsatz in SSH-verschlüsselten Verbindungen und steht auch im Funktionsumfang der grafischen Konkurrenz in nichts nach.

Neben verschiedenen Mail-Protokollen, wie IMAP, POP3, SMTP etc. bietet das Programm umfangreiche Filterfunktionen und ist in der Lage, mehrere Mail-Konten zu verwalten. Als Editor kommt Pico zum Einsatz, der via Tastaturkürzel mit der Rechtschreibkontrolle Ispell interagiert. Es kann aber auch ein beliebiger Editor verwendet werden.

Das Programm ist plattformübergreifend verfügbar. Selbst für Exoten wie OS/2 oder VMS existieren Portierungen. Alle E-Mails legt Pine im gängigen Mbox-Format ab.

Die aktuelle Version 4.60 enthält zahlreiche Verbesserung und Fehlerkorrekturen. So soll die neue Version beispielsweise nicht mehr abstürzen, wenn eine angehängte Nachricht als Anhang weitergeleitet wird oder die Mail mehrere Attachments enthält. Außerdem unterstützt die neue Version UTF-8 und kommt besser mit Fließtext zurecht.

Wine einfach konfigurieren

Die http://Wine-Tools helfen bei der Installation und Konfiguration der wichtigsten Windows-Anwendungen unter der Windows-API Emulation Wine. Hier war früher Handarbeit gefragt. Heute legt der Anwender mit einem übersichtlichen Frontend bequem ein simuliertes Windows-Laufwerk an und installiert Microsoft Schriften oder System-Dateien sowie komplette Programme. Die Bearbeitung der Wine-Konfiguration ist mit den Wine-Tools möglich.

Das Programm unterstützt den Anwender bei der Installation der Visual Basic und Laufzeitumgebungen für C++, hilft beim Einrichten des Windows Installers sowie Windows Script 5.6 und der DCOM98 Bibliothek. Im Bereich Anwendungs-Software stehen die Wine-Tools bei der Einrichtung von Acrobat Reader 5, Internet Explorer 6, Lotus Notes 5, Microsoft Office 2000, Phototshop 7 und Winzip 9 sowie einer Reihe kleinerer Programme hilfreich zur Seite.

Im Gegensatz zu früheren Versionen der Wine-Tools, die in der Programmiersprache Revolution entwickelt wurden, basieren die neuen Versionen ausschließlich auf Shell-Skripten. Damit ist die Tool-Sammlung auf anderen Plattformen wie FreeBSD oder Solaris lauffähig.

Abbildung 1: Die Wine-Tools unterstützen den Anwender bei der Installation von Windows-Programmen.

Yellow-Dog-Updater im neuen Gewand

Mit http://Yumtk existiert endlich eine grafische Oberfläche für den Yellow-Dog-Updater. Diese ist aus der Red-Hat-Welt übernommen und assistiert dort dem Anwender seit Version 9.0 sowie bei Fedora Core 1 bei Systemaktualierungen.

Nach dem Start wählt der Anwender, ob er nur die aktualisierten oder alle verfügbaren, aber nicht installierten, Pakete sehen möchte. Yumtk fragt daraufhin die in der Konfigurationsdatei angegebenen Quellen ab. Die daraus resultierenden Informationen stellt Yumtk zu einer alphabetisch sortierten Liste zusammen.

Eine Suchfunktion innerhalb dieser Liste fehlt augenblicklich noch, so dass größere Listen etwas unübersichtlich wirken. Der Benutzer markiert entweder einzelne Programme zur Installation aus oder aktualisiert einfach alle Programme. Auf Wunsch löst die Software dabei alle notwendigen Abhängigkeiten automatisch auf.

Der Funktionsumfang der aktuellen Version 0.4 ist relativ bescheiden. Für kommende Versionen plant der Entwickler unter anderem verbesserte Fehlerbehandlungen und Dialoge sowie Optionen zur Wahl und Modifikation der Yum-Konfiguration durch Yumtk.

Abbildung 2: Das Frontend Yumtk assistiert dem Anwender bei der Systemaktualisierung.

Lokale Netzwerke im Überblick

Wer in lokalen Netzwerken den Überblick über alle existierenden SMB-Server behalten will, für den ist http://Nmbscan genau das Richtige. Mit dem Programm scannt der Anwender mit den Protokollen NMB und SMB das komplette lokale Netz nach Freigaben. Je nach Startparameter fällt das Ergebnis entsprechend umfangreich aus.

Ein ausführlicher Scan liefert eine Liste aller vorhandenen SMB-Domainen, inklusive aller Primary Domain Controller und sonstiger Server. Zu allen Rechnern ermittelt Nmbscan die jeweilige IP- und MAC-Adressen sowie die verwendete Samba-Version und das eingesetzte Betriebssystem. Im Gegensatz zu anderen Scannern braucht Nmbscan dazu keine Root-Rechte, so dass jeder Anwender diese Scans durchführen kann.

Die aktuelle Version 1.2.3 bietet außer einer Unterstützung für Samba 3 auch eine verbesserte Erkennung der BSD-Systeme und Mac OS X. Frühere Versionen hatten oft Probleme mit der Ermittlung der richtigen MAC-Adresse.

Abbildung 3: Vor einem Nmbscan kann sich kein Samba-Share verstecken.

Sichere Kommunikation mit Putty

Der SSH-Client http://Putty ist den meisten als Windows-Programm ein Begriff. Seit der Version 0.54 existiert nun eine Unix-Portierung dieser Remote-Login-Software.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Telnet- oder SSH-Clients besitzt Putty eine grafische Oberfläche zur Konfiguration der Verbindung. Sämtliche verbindungsspezifischen Einstellungen wie zu tunnelnde Ports oder Terminal-Emulationen lassen sich abspeichern und jederzeit laden. Komplexe Verbindungen baut man somit im Handumdrehen auf.

Die Verwendung von Proxy-Servern wie Socks ist mit Putty sehr einfach möglich. Die Konfiguration von SCP- und SFTP-Verbindungen erfolgt jedoch über Kommandozeilenparameter. Das Programm verfügt dazu wie OpenSSH über eigenständige Client-Programme.

Neu in der aktuellen Version 0.54 ist ein schneller SFTP-Client, außerdem erfolgt die DNS-Abfrage bei Verwendung eines Proxy durch den Proxy-Server und das SSH2-Protokoll ist nun die Standardeinstellung. Darüber hinaus beseitigten die Entwickler eine Reihe von Fehlern, die unter anderem bei der Tunnelung von SMB-Verbindungen für Probleme sorgten.

Abbildung 4: Im Punkto Konfiguration steht Putty OpenSSH in nichts nach.

Bilder betrachten mit dem Image Viewer

Der http://Image Viewer ist ein leistungsfähiger kleiner Bildbetrachter, der einfache Bildmanipulationen wie das Anpassen der Bildgröße oder die Rotation des gesamten Bildes erlaubt. Jedem Bild lässt sich mit der Software ein Header aus Titel, Fotograf und Kommentar zuordnen.

Da sich Image Viewer der Imlib-Bibliotheken bedient, speichert der Benutzer sein Werk in nahezu jedem beliebigen Format von Bitmap bis WMF ab. Besonderes Schmankerl: Auf Knopfdruck setzt das Programm das aktuelle Bild als Bildschirmhintergrund ein. Zudem erstellt der Image Viewer Screenshots.

In der aktuellen Version 0.3.8 verfügt das Programm über einen neuen Kommandozeilenparameter, der das Image Viewer Fenster versteckt, wenn das Programm eine Nicht-Grafik-Datei öffnet. Außerdem zeigt das Header-Manipulationsmenü die Hintergrundfarbe des Bildes jetzt als dezimalen Farbcode an. (Uwe Vollbracht/agr)

Abbildung 5: Kein unnötiger Schnick-Schnack: Der Image Viewer beschränkt sich auf das Wesentliche.

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LinuxUser 03/2012

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