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Standard-Dialog

Linux-Programmierung mit Kylix, Teil 5: Standarddialoge und Verteilung

01.08.2004 Kylix kennt Standarddialoge für viele gängige Aktionen, etwa Dateien öffnen und speichern, Textpassagen suchen und ersetzen oder Schriftarten und Farben auswählen. Diese Komponenten sparen Programmierarbeit und sorgen für einheitlich bedienbare Software. Außerdem: Richtig verpackt laufen Ihre Programme auch auf fremden Desktops.

Zu den großen Errungenschaften der Desktop-Umgebungen wie KDE oder Gnome gehört, dass die Programme einheitlich aussehen und sich einheitlich verhalten (Look and Feel). Dazu gehören auch Dialogfenster. Vielleicht haben Sie sich als Anwender auch schon darüber geärgert, wie unterschiedlich sich der Datei-Öffnen-Dialog in älteren Programmen verhält.

Moderne Entwicklungsumgebungen unterstützen Sie als Programmierer dabei, dieses Chaos zu vermeiden und Aktionen einheitlich zu implementieren. Als Anwender werden Sie sich über ein bekanntes Fenster freuen, das Sie flott bedienen können, und als Programmierer sparen Sie sich überflüssige Schreibarbeit. Für die standardisierten Vorgänge wie das Auswählen von Farben oder das Speichern von Dateien bringt die Programmierumgebung passende Komponenten mit, siehe Abbildung 1.

Abbildung 1: Das Kylix-Register "Dialoge" enthält die Komponenten für Datei öffnen und speichern, Schriftart, Farbe, Suchen und Ersetzen

Leider realisieren diese Komponenten nur die GUI-Funktionalität und liefern Werte, die das Programm dann selbst weiter verarbeiten muss. Beispielsweise liefert der Datei-Öffnen-Dialog nur die URL der vom Benutzer ausgewählten Datei. Die Datei wird aber nicht automatisch geöffnet. Hier ist Handarbeit notwendig.

Den Dialog starten

Dialogkomponenten sind allesamt nicht-visuell. Im Designfenster ist nur ein Symbol auf der Form zu sehen. Das Dialogfenster soll schließlich nicht immer sichtbar sein, sondern nur auf Anforderung Ihres Programms. Zur Laufzeit öffnet sich die Dialogkomponente, wenn Ihr Programm die Methode Execute() aufruft – etwa als Reaktion, wenn der Benutzer auf einen Button klickt. Diese Methode ist bei allen Komponenten vorhanden.

Die Execute-Methode bleibt so lange aktiv, bis der User den Dialog wieder schließt. Erst dann kehrt sie zurück und liefert als Rückgabewert True, wenn der Benutzer die Bestätigungsschaltfläche gewählt hat und False, wenn er im Dialogfeld Abbrechen selektiert hat. Sie können auch aus dem Programm selbst jedes Dialogfenster wieder schließen, dazu ist die Methode CloseDialog() vorhanden.

Dialogkomponenten lassen sich auf vielfältige Weise konfigurieren. Beispielsweise verfügen alle über die Eigenschaft Options. Mit ihr können Sie das Aussehen und die Funktionsweise der Komponente steuern. Um auf die Optionen zuzugreifen, klicken Sie im Objektinspektor doppelt auf Options (oder Einfachklick auf das Pluszeichen), siehe Abbildung 2. Zur Laufzeit können Sie mit den Eigenschaften Handle, Left, Top und Position die Position des Dialogfelds ändern.

Abbildung 2: Der Objektinspektor der "OpenDialog"-Komponente bietet im "Options"-Menü mehrere Eigenschaften, die das Aussehen und Verhalten der Komponente steuern

Datei, öffne dich

Die OpenDialog-Komponente implementiert den Standarddialog zum Öffnen von Dateien, der alle üblichen Zusatzfunktionalitäten mitbringt. Um dieses Dialogfenster in Ihr Programm einzubinden, ziehen Sie aus dem Dialogs-Register (Abbildung 1) die passende Komponente (zweiter Button von links) auf Ihre Form.

Wenn Ihr Programm zur Laufzeit die Execute()-Methode der Komponente aufruft, öffnet sich das Dialogfenster (Abbildung 3) und der Benutzer kann den Namen der zu öffnenden Datei eingeben oder sie per Maus auswählen. Wenn er dann den OK-Button drückt, kehrt die Methode mit dem Rückgabewert True zurück. Welchen Dateinamen der Anwender gewählt hat, erfahren Sie über die Eigenschaft Filename der Datei-Öffnen-Komponente.

Abbildung 3: Diesen bekannten Datei-Öffnen-Standarddialog können Sie bequem in eigenen Programmen verwenden

Der Dialog verfügt über die üblichen Funktionalitäten: Der Anwender kann Dateien und Verzeichnisse sortieren, zwischen verschiedenen Ansichten wählen und neue Verzeichnisse anlegen.

Die SaveDialog-Komponente ist das passende Gegenstück, sie stellt ein Standarddialogfeld zum Speichern von Dateien zur Verfügung. Beide Dialoge realisieren nur die Auswahl der Datei-URL. Alle weiteren Schritte, die zum Öffnen und Speichern nötig sind, müssen Sie manuell im Quelltext durchführen. Tabelle 1 listet wichtige Pascal-Operationen für das Öffnen und Speichern von Dateien.

Tabelle 1: Dateioperationen in Pascal

Operation

Erklärung

AssignFile Weist den Namen einer Datei einer Dateivariablen zu.
Eof Prüft, ob das Dateiende erreicht wurde.
FilePos Gibt die aktuelle Dateiposition zurück.
IOResult Liefert den Status der letzten Ein/Ausgabe-Operation.
BlockRead Liest einen oder mehrere Datenblöcke aus einer geöffneten Datei in eine Variable ein.
BlockWrite Schreibt einen oder mehrere Datenblöcke aus einer Variablen in eine geöffnete Datei.
Reset Öffnet eine vorhandene Datei, um aus ihr zu lesen.
Rewrite Erstellt eine neue Datei und öffnet sie anschließend, um in sie zu schreiben. Ist das File schon vorhanden, wird es vorher gelöscht.
Write Schreibt Daten in eine Datei.
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LinuxUser 03/2012

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