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01.08.2004

Kurz notiert

  • Anfang Juni startete die Entwicklung der nächsten Gnome Version 2.8. Ein erstes Entwickler-Release mit Versionsnummer 2.7.1 ist bereits im Quellcode verfügbar. Verbesserungen erfuhren dabei das Panel und der Dateimanager Nautilus. Zahlreiche Fehlerkorrekturen in beiden Applikationen sorgen für größere Stabilität. Außerdem verfügt die Archivverwaltung File-Roller nun über eine Reihe neuer Funktionen. Das Programm ist jetzt in der Lage, ISO-Images zu verarbeiten und Dateien aus ihnen zu extrahieren. Als Web-Browser rundet Epiphany in der Version 1.3.0 das neue Gnome ab.
  • Nachdem das Gnome-Projekt im April seine File-Server aus Sicherheitsgründen schließen musste, gibt es jetzt mit Gnomefiles.orgeine neue Anlaufstelle für Gnome- und GTK-Programme. Die Website befindet sich zwar noch im Beta-Betrieb, beherbergt aber bereits eine Vielzahl von Gnome-Programmen. Die Betreiber hoffen, dass möglichst viele Entwickler Ihre Projekte auf den Web-Seiten eintragen und so die Datenbank schnell füllen.
  • Nach zweimonatiger Pause steht die Website art.gnome.orgden Anwendern wieder als Quelle für Gnome-Themes und -Grafiken zur Verfügung. Zur Zeit ist die Funktionalität jedoch noch eingeschränkt. Nach Abschluss aller Sicherheitsprüfungen wird die Seite wieder in gewohntem Umfang verfügbar sein.
  • Angeregt durch das Portal KDE-Look.org wurde GNOME-Look.orgins Leben gerufen. Die Website dient als Basis zur Entwicklung von Gnome-Icons, -Themes und -Hintergrundbildern. Dabei kooperiert das Portal eng mit KDE-Look.org. Beide Projekte nutzen dieselbe Benutzerdatenbank: Entwickler, die bereits einen KDE-Look.org-Zugang besitzen, können diesen unter GNOME-Look.org verwenden. Langfristiges Ziel ist ein Zusammenwachsen beider Entwicklergruppen sowie einheitliche Icons und Themes für beide Oberflächen.

Handliches Adressbuch

Wer eine kleine, einfach zu handhabende Adressverwaltung sucht, für den ist Dlume sicher das Richtige. Das kleine Programm erfasst alle relevanten Daten vom Spitznamen bis zu den Websites einer Person. Zudem ist ein Feld zur freien Texteingabe vorhanden.

Dlume speichert alle Informationen in einer XML-Datei und konvertiert sie bei Bedarf in die Austauschformate CSV und HTML. Die Suchfunktion beschränkt sich im Augenblick leider auf die reine Suche nach Vor- oder Nachnamen. Eine Suche nach Schlüsselbegriffen im Freitext ist noch nicht möglich.

Die aktuelle Version 0.2.2a beseitigt einen schwerwiegenden Fehler der Vorgängerversion. Neuerungen wurden nicht implementiert.

Abbildung 1: Dlume ist klein und übersichtlich.

Programmierbares Mathe-Programm

Genius ist leistungsfähiges Kalkulationsprogramm, das sich an Software wie MathLab oder Maple anlehnt. Neben der präzisen Berechnung ganzer, rationaler und komplexer Zahlen beherrscht die Software auch den Umgang mit Matrizen. Zur Umsetzung komplexer Funktionen kommt eine eigene Programmiersprache namens GEL zum Einsatz. GEL wurde mit dem Ziel entwickelt, besonders auf die Bedürfnisse und Gewohnheiten von Mathematikern einzugehen. Die Syntax ist an gängige Sprachen wie C oder Pascal angelehnt.

Die Bedienung und Konfiguration von Genius fallen bei der Gnome-Variante wesentlich leichter als bei der früheren kommandozeilenbasierten Version. Beispielsweise kann der Anwender in wenigen Schritten die Genauigkeit bei der Berechnung von Fließkommazahlen in der Konfiguration ändern. Für die eigentliche Berechnung verwendet das Programm die GMP-Bibliotheken, die sich besonders für die schnelle Berechnung großer Zahlen eignen. Selbstverständlich lassen sich alle Funktionen grafisch darstellen. Matrizen können direkt im LaTex-, Troff- oder MathML-Format ausgegeben werden, was die spätere Verarbeitung erheblich erleichtert.

In der aktuellen Version 0.6.1 legten die Entwickler besonderen Wert auf die Verbesserung der Gnome-Integration und die Vereinfachung der Bedienung. Darüber hinaus korrigierten sie eine Reihe von Fehlern.

Abbildung 2: Bis zu sieben Funktionen kann Genius gleichzeitig darstellen.

Ghextris, Tetris im Sechseck

Wem Tetris zu anspruchlos ist, der sollte sein Geschick bei Ghextris versuchen. Das Spiel ist eine neue Umsetzung des bekannten Klassikers Xhextris und bedient sich ebenfalls der Tetris-Spielidee: Der Spieler hat die Aufgabe, herabfallende Steine einzupassen und muss sie dazu in die richtige Position drehen. Sobald der Spieler mit den Steinen eine durchgehende horizontale Reihe gelegt hat, erhält er Punkte und die Reihe wird gelöscht. Das Besondere an Ghextris ist jedoch, das die Steine nicht quadratisch, sondern sechseckig sind. Das macht das Abschätzen der Passgenauigkeit und das Legen einer Reihe wesentlich spannender.

Die aktuelle Version 0.9 ist die erste offizielle Version der Neuimplementierung. Im Augenblick tritt der Spieler nur gegen den Rechner an. Ein Multi-Player- oder Netzwerk-Modus wäre aber eine interessante Erweiterung für zukünftige Versionen. Ghextris ist unter http://mjr.iki.fi/software/ghextris als Debian-Paket erhältlich.

Abbildung 3: Bei Ghextris ist gutes räumliches Denken gefragt.

SSH-Verbindungen komfortabel verwalten

GPutty speichert die Adressen verschiedener SSH-Server und die dazugehörigen Zugangsdaten. Der Anwender kann die gespeicherten Daten verwenden, um aus GPutty heraus Secure-Shell-Sitzungen zu öffnen. Wie der Name andeutet ist das Programm ein Versuch, das beliebte Terminalprogramm Putty nachzubilden. Im Moment beschränkt es sich GPutty jedoch ausschließlich auf die Verwaltung der Verbindungsdaten. Zum Verbindungsaufbau benutzt es im Gegensatz zu Putty die externen Programme Xterm und OpenSSH. Das Tunneln von Verbindungen oder Ports ist ebenfalls nicht möglich.

Die aktuelle Version 0.9.6 ist eine komplette Neuentwicklung von GPutty und verwendet nun Gtk+ 2 statt der libgtkpp-Bibliothek.

Abbildung 4: Leider ist GPutty noch kein vollwertiger Putty-Klon.

Hilfe bei der Netzwerk-Planung

Die Berechnung von IP-Segmenten gehört gemeinhin zu den unliebsamen Aufgaben. Gip nimmt dem Anwender diese mühselige Kalkulation ab. Anhand einer vorgegebenen IP-Adresse und Netzmaske berechnet das Programm die Größe des zugehörigen Teilnetzes samt Network- und Broadcast-Adresse. Die Daten werden zusätzlich in binärer Form dargestellt. Darüber hinaus ermittelt Gip auch, wieviele Rechner ein Teilnetzwerk aufnehmen kann. Besonders praktisch ist, dass das Programm für einen vorgegebenen Adressbereiche alle möglichen Kombinationen von Teilnetzwerken angibt.

Gip liegt augenblicklich in der Version 0.0.1 vor, was die erste öffentliche Version des Programmes ist. (Uwe Vollbracht/mhu)

Abbildung 5: Mit Gip lassen sich Netzwerksegmente im Handumdrehen berechnen

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LinuxUser 06/2012

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