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Mit neuem Hut

Fedora Core 2

Allein im Paketdschungel?

Als Paketverwaltungs-Frontend setzt Fedora das altbekannte Red-Hat-Tool redhat-config-packages ein; einzige Änderung beim Nachfolger findet sich beim Namen: Unter Fedora heißt das Programm system-config-packages.

Dieses Werkzeug bietet eine Übersicht, die die vorhandenen Pakete in Gruppen zusammenfasst. Leider enthält diese Ansicht nicht alle verfügbaren Pakete und eine Suchfunktion fehlt völlig. Auch die sparsamen und größtenteils englischen Beschreibungen verhelfen nicht zu mehr Orientierung.

Abhilfe verspricht Yum, eine modifizierte Version des Yellowdog Update Managers [3], [4]. Dieses Kommandozeilen-Werkzeug arbeitet ähnlich wie Debians APT [5]: Es verfügt über verschiedene Installationsquellen, in der Voreinstellung kennt es allerdings lediglich die Fedora-Internet-Server, selbst die zur Installation verwendeten Datenträger fehlen. Beim Aufruf von yum install paketname lädt es dann automatisch die passende RPM-Datei herunter und installiert sie; benötigt das gewünschte Paket weitere Programme, sorgt Yum zudem für deren Installation. Auch mit einer Suchfunktion wartet dieses Werkzeug auf über den Aufruf von yum search.

Die Performance von Yum lässt allerdings zu wünschen: Regelmäßig lädt es beim Aufruf zunächst Beschreibungsdateien herunter; Modem-Nutzer dürfen dann in aller Ruhe eine Tasse Kaffee genießen bis Yum mit dem angeforderten Download beginnt.

Weder Fisch noch Fleisch

Mit einer sinnvollen und aktuellen, durch häufige Online-Updates auf dem Laufenden gehaltenen Software-Auswahl sowohl im Bereich des Desktop-Nutzers als auch beim darunterliegenden System liefert Fedora eine zeitgemäße Distribution.

Zweifellos löblich ist der Versuch, eine ausschließlich auf Open-Source-Software basierende Distribution zu schaffen, die gleichzeitig mit grafischen Werkzeugen eine einsteigerfreundliche Installation bietet. Die Weiterverwendung der alten Red-Hat-Tools hat durchaus Sinn, auch wenn diese in einigen Bereichen unzulänglich sind und so Handarbeit auf Dauer unumgänglich bleibt.

Eine deutlichere Definition der Fedora-Zielgruppe wäre wünschenswert: Linux-Laien bieten die distributionseigenen Hilfsmittel nicht in jedem Bereich ausreichende Unterstützung, während jene Anwender, die gerne uneingeschränkte Kontrolle über ihr System haben, sich über die oft etwas grobschlächtigen Werkzeuge ärgern werden. Ein produktives Desktop-Betriebssystem mit gängiger Hardware ist schnell aufgesetzt, wer aber etwas mehr will, kommt bei Fedora nicht um eine tiefere Einarbeitung in die Materie herum.

Glossar

Alsa

Unter Kernel 2.4 kam als Standard-Soundkarten-Treiber die Open-Source-Version des Open Sound System (OSS) zum Einsatz. Da es nicht alle Karten und Funktionen unterstützte, riefen einige Entwickler ein neues Soundsystem namens Alsa ins Leben, das seit Kernel-Version 2.6 der Standard ist; OSS gibt es weiterhin optional.

OSS

Unter Kernel 2.4 kam als Standard-Soundkarten-Treiber die Open-Source-Version des Open Sound System (OSS) zum Einsatz. Da es nicht alle Karten und Funktionen unterstützte, riefen einige Entwickler ein neues Soundsystem namens Alsa ins Leben, das seit Kernel-Version 2.6 der Standard ist; OSS gibt es weiterhin optional.

Infos

[1] Fedora Linux: http://fedora.redhat.com/

[2] Gnome 2.6: Carsten Schnober, "Feinschliff statt Neubau", LinuxUser 07/2004, S. 27 f.

[3] Yellowdog Linux: Fred Andresen, "Schön und stark", http://www.linux-user.de/ausgabe/2003/09/057-yellowdog/, LinuxUser 09/2003, S. 57 ff.

[4] Yellowdog Linux: http://www.yellowdoglinux.com/

[5] APT: Martin Loschwitz, "apt-get it on", http://www.linux-user.de/ausgabe/2001/06/090-apt/apt-report.html, LinuxUser 06/2001, S. 90 ff.

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