Home / LinuxUser / 2004 / 08 / Fedora Core 2

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

„Klickbunt auf dem Server? Warum nicht, wenn's hilft!"
(220 Punkte bei 8 Stimmen)
KDE 4.10.2, Gnome 3.6 und mehr
(121 Punkte bei 4 Stimmen)
Google schmeißt Jabber raus ...
(121 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.

Mit neuem Hut

Fedora Core 2

01.08.2004 Die schon seit früheren Linux-Tagen bekannte Firma Red Hat versucht seit einiger Zeit, mit seiner Community-basierten Distribution namens Fedora Desktop-Benutzer zu erreichen. Inzwischen ist die zweite Version erschienen.

Mit dem Update auf Kernel-Version 2.6 mit Unterstützung für SELinux (Security Enhanced Linux) als Unterbau und dem aktuellen Gnome 2.6 bringt Fedora Core 2 – Codename Tettnang[1] einige Neuerungen. Vier CDs oder eine DVD füllt die Distribution, die sich derzeit als einziges Red-Hat-Linux an Desktop-Anwendern richtet. Die finale Kontrolle über den offiziellen Inhalt bleibt bei Red Hat, aber die Community trägt ihren Teil zur Entwicklung bei. Nebeneffekte der freien Lizenz sind der Mangel an kommerziellen Zusatzprogrammen, aber auch die uneingeschränkt erlaubte Weitergabe und Veränderung aller Komponenten.

Die standardmäßig ausgeschaltete Unterstützung für SELinux hat Red Hat vor allem zu Testzwecken zur späteren Verwendung in seinen Server-Distributionen eingebaut; für Benutzer gewöhnlicher Home-PCs bringt diese Erweiterung des US-amerikanschen Geheimdienstes NSA keinen praktischen Nutzen. Sie erlaubt die Beschränkung der Rechte jedes Prozesses, inklusiver derer des Benutzers root.

Als Server für grafische Anwendungen dient unter Fedora ab Core 2, wie unter einigen anderen Distributionen mittlerweile auch, nicht mehr XFree86, sondern X.org. Hierbei handelt es sich um eine Abspaltung ("Fork") aus dem XFree86-Projekt auf Grund von Streitigkeiten über die Lizenz; dank dieser engen technischen Verwandtschaft ergibt sich daraus kein für den Benutzer spürbarer Unterschied.

Los!

Die Fedora-Core-2-Installation erinnert nicht nur optisch an Red Hat Linux 9, sondern arbeitet tatsächlich mit dem von dort bekannten Installations-Tool Anaconda. Wer schon einmal Red Hat Linux aufgespielt hat, findet sich sofort zurecht; die Änderungen liegen im Detail. So hat sich das Entwickler-Team bemüht, die Installation so weit zu vereinfachen, dass sie nur wenig Interaktion des Benutzers benötigt.

Zu Beginn der Installation versucht Anaconda, den verwendeten Monitor zu erkennen. Gelingt das, behelligt er den Anwender bei der Konfiguration der grafischen Oberfläche nicht mehr mit der langen Liste einzelner Modelle. Stattdessen präsentiert er einen knappen, auch für Windows-Umsteiger verständlichen Dialog, in dem man nur die Auflösung oder Farbtiefe ändert (Abbildung 1).

Abbildung 1: Die Konfiguration der grafischen Oberfläche beschränkt sich aufs Wesentliche.

Geht es ans Einrichten der Sound-Karte zeigt sich, dass es die Entwickler mit den Vereinfachungen ein wenig zu gut gemeint haben: Der grafische Assistent informiert den Nutzer, welches Gerät er erkannt hat und spielt auf Wunsch einen Testsound ab. Bleiben dabei die Lautsprecher stumm, gibt es nicht etwa eine Liste zur manuellen Auswahl der Karte; das Fazit des Installers lautet sinngemäß "Keine Autoerkennung, kein Sound" (Abbildung 2) – ein Hinweis, wie man herausfindet, ob Linux die eigene Karte vielleicht doch unterstützt, fehlt.

Abbildung 2: Schlägt die Autoerkennung fehl, deaktiviert Fedora das Sound-System.

Ein weiteren Wermutstropfen bilden die fehlenden OSS-Sound-Module im Fedora-Kernel, die Distribution setzt komplett auf den neuen Standard Alsa; Pech für Besitzer von Karten, die das neue Soundsystem nicht oder fehlerhaft unterstützt. Wie andere Distributionen die alten Module als Notnagel weiterhin mitzuliefern, würde Besitzern von ausgefalleneren Geräten helfen.

Eine weitere Schattenseite der Installationsroutine offenbart sich, wenn die automatische Erkennung der Grafikkarte fehlschlägt: Auf einem unserer Testsysteme gelang es Fedora nicht, den X-Server für die grafische Installationsroutine zu starten. Statt in eine textbasierte Oberfläche zu wechseln, führte das System daraufhin kommentarlos einen Neustart durch.

In unserem Fall wollte der Installer offenbar eine zu hohe Auflösung einstellen, denn nach einem Start mit der manuellen Ergänzung des Boot-Parameters resolution=800x600, um eine niedrigere Bildschirmauflösung einzustellen, ließ sich Fedora problemlos installieren.

Warum man bei der Installation noch immer nicht die Möglichkeit hat, die Dateisysteme xfs oder reiserfs auszuwählen, obwohl das Installationssystem die notwendigen Werkzeuge an Bord hat, bleibt ein Rätsel.

Der Empfang

Als einziger der großen Distributoren verwendet Red Hat als Standard-Desktop-Umgebung Gnome; das äußert sich darin, dass Fedora als einzige große Distribution bereits die aktuelle Version 2.6 [2] dieser Oberfläche mitliefert; die ebenfalls weitverbreitete Alternative KDE befindet sich aber ebenfalls auf den Installationsmedien.

Dem Gnome-Desktop hat das Fedora-Team optisch mit seinem Bluecurve-Theme ein neues Outfit verpasst (Abbildung 3). Im Menü hat es die distributionseigenen Werkzeuge in den Einträgen Systemeinstellungen und Systemtools ergänzt. Hier lassen sich die einzelnen Schritte der Installation wiederholen, beispielsweise bei nachträglich veränderter Hardware.

Abbildung 3: Fedora verwendet einen optisch veränderten Gnome-Desktop

Als Office-Paket dient OpenOffice in der Version 1.1.1, der voreingstellte Web-Browser ist Mozilla 1.6. Als Kommunikationswerkzeug mit E-Mail- und Kalenderfunktion steht Evolution 1.4 bereit.

Schon von früheren Linux-Distributionen aus dem Hause Red Hat bekannt ist die Schwäche im Multimediabereich. So fehlt auf Grund juristischer Befürchtungen die Möglichkeit, MP3-Musikdateien abzuspielen. Auch den RealPlayer zur Wiedergabe von Video- und Tondateien im proprietären Real-Format muss man unter Fedora manuell nachinstallieren, ebenso wie den Acrobat Reader zum Betrachten von PDF-Dateien; für letzteres gibt es immerhin Open-Source-Alternativen.

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

802 Hits
Wertung: 0 Punkte (0 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

title_2013_06

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,95 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 60,60) können Sie im Medialinx-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Emacs als Psychologe
Emacs als Psychologe
Tim Schürmann, 21.05.2013 11:49, 0 Kommentare

Wer beim Schreiben in Emacs nicht mehr weiter weiß oder schier an einer Programmieraufgabe verzweifelt, der kann den eingebauten Psychologen um Rat fragen.

1966 entwickelte der Infor...

Aktuelle Fragen

Kontakt via QR code hinzufügen
Herman Sproesser, 17.05.2013 17:46, 3 Antworten
Hi hab in der aktuellen ausgabe 06.2013 den artikel über QR Codes gelesen. Ich hab nartürlich...
Dateimanager Dolphin, wo legt er die Datei Kommentare ab?
Uwe Heine, 16.05.2013 15:19, 1 Antworten
Suse Linux 12.1 - KDE 4.7.2 / Dolphin 1.7. Ich habe bei vielen Dateien über Dolphin Kommentare...
wie baut man Kernel Module so, dass sie mit jedem Kernel laden?
GoaSkin , 22.04.2013 10:22, 1 Antworten
Hallo, baut man anhand eines Kernel-Sources Module, nutzt Linux im Normalfall eine strikte V...
Problem beim Installieren von SuSe 12.3
Georg Prokert, 14.04.2013 00:04, 16 Antworten
Hallo, auf meinem neuem Laptop (Acer Aspire V3-771, Intel Core i5-3230 M, Intel HD Graphics 4...
lvm wieder loswerden
Peter Dibbern, 11.04.2013 16:28, 4 Antworten
Ich habe sämtliche alten Kisten ausgeschlachtet und aus der Teilen einen Rechner zusammengeschrau...