Distribits

01.08.2004

Kurz notiert

  • Skole Linuxhttp://www.skolelinux.no ist in Version 1.0 erschienen. Der Funktionsumfang unterscheidet sich wenig von dem des Release Candidates. Die Distribution erlaubt den Aufbau eines schulinternen Netzwerkes. Ältere Rechner kommen als Thin Clients zu neuen Ehren, alle Konfigurations- und Benutzerdaten werden auf einem Server gespeichert. Über ein Webinterface lässt sich das System verwalten. Skole Linux basiert auf dem stabilen Zweig der Debian-Distribution und enthält deshalb nicht die allerneueste Software.
  • Vidalinux Desktop OShttp://gentoo.vidalinux.com ist eine neues Desktop-Linux auf der Basis von Gentoo. Die Entwickler achteten vor allem auf einfache Installation und eine möglichst aktuelle Softwareauswahl. Als Desktop kommt Gnome 2.6 kommt, für die Büroarbeit ist OpenOffice 1.1 zuständig und Anschluss ans Internet bringt Mozilla in der Version 1.6. Die Distribution kann leicht um Pakete aus dem großen Pool von Gentoo erweitert werden. ISO-Images für verschiedene Prozessorarchitekturen liegen auf der Homepage des Projekts zum Download bereit.
  • Slackwarehttp://www.slackware.org, das Urgestein unter den Linux-Distributionen, ist in Version 10 erschienen. Die Software ist auf dem neuesten Stand: Der Kernel liegt wahlweise in Version 2.6.7 und 2.4.26 bei, als Browser bringt Slackware Mozilla 1.7 mit. Als X-Server verwendet es X.org 6.7.0. Die Desktops Gnome 2.6 und Kde 3.2.3 sind ebenfalls in der neuesten Version dabei. Auch Zipslack, eine Variante von Slackware, die sich direkt unter Windwos in einer FAT-formatierten Partition installieren läßt und nur etwa 100 MByte Plattenplatz belegt, ist aktualisiert worden. Slackware und Zipslack stehen auf der Homepage und zahlreichen Spiegel-Servern zum Download bereit.
  • Susehttp://www.suse.de bietet mit der aktuellen Version 9.1 die eigene Distribution erstmals zum Download in Form eines ISO-Image an. Einmal installiert, lässt sich die Distribution über eine FTP-Installation um alle frei erhältlichen Pakete von Suse 9.1 Professionell ergänzen. Das etwa 700 MByte große ISO-Image liegt auf dem FTP-Server von Suse ftp://ftp.suse.com/pub/ zum Download bereit.
  • ThinTuxhttp://thintux.sourceforge.net ist ein System für Thin Clients. Die Rechner booten von CD, Floppy oder USB-Medien, das System, die Programme und die Daten der Benutzer liegen entweder auf einem Linux- oder Windows-2000-Server. Die Hardeware-Anforderungen sind sehr gering: Ein Rechner mit Pentium-I-Prozessor und 32 MByte RAM reicht zum Betrieb. Der Server hingegen sollte mit einem schnellen Prozessor und viel Arbeitsspeicher ausgestattet sein. Neben den Boot-Images finden sich auf der Web-Seite Anleitungen zum Einrichten von Server und Clients.
  • Tao Linuxhttp://taolinux.org ist ein weiteres Projekt, das eine Distribution auf Basis der von Red Hat freigegebenen Quellen der Red Hat Enterprise Distribution anbietet. Tao Linux ist für X86, X86-64- und s390-Prozessoren erhältlich und verfügt über eine sehr gute Dokumentation, die bei Installation und Wartung des Systems hilft.
  • Die polnische Distribution Auroxhttp://www.auroxusers.de hat Version 9.4 erreicht. Aurox 9.4 besteht im wesentlichen aus Verbesserungen und Fehlerbereinigungen. Wie seine Vorgänger basiert es auf dem aktuellen Red Hat Linux. Anders als bei Fedora liefert Aurox jedoch die Programme und Bibliotheken zum Abspielen von MP3-Dateien mit. Zuätzlich enthält die Distribution eine ganze Reihe aktueller Pakete wie Gnome 2.4.1, KDE 3.2.2 mit KOffice 1.3.1, OpenOffice 1.1.1, Mozilla 1.6. Gimp 2.0.1 und die frischesten Versionen von Xine und MPlayer.
  • Die nächste Debian-Version "Sarge"erscheint wahrscheinlich doch in diesem Jahr. Nach einer Änderung des Gesellschaftervertrages sah es zunächst danach aus, als würde das nächste Release erst Anfang 2005 fertig werden. Die Entwickler entschieden sich in einer Abstimmung, Sarge dieses Jahr herauszubringen und die Veränderungen an der Distribution bis nach der Freigabe herauszuschieben.
  • Das Fedora-Projekthttp://fedora.redhat.com verspricht die nächste Version von Fedora Core für den 18. Oktober 2004. Bis dahin werden noch einige Test-Versionen und Release Candidates erscheinen.
  • Knoppixhttp://www.knoppix.org 3.6, das im Sommer dieses Jahres erscheint, enthält eine freie Implementierung des NX-Servers. NX ermöglicht, ähnlich wie VNC, das Exportieren eines Desktops über das Netz. Dabei macht die Software regen Gebrauch von Kompression und so ist es problemlos möglich, über eine ISDN-Leitung auf einem entfernten Rechner zu arbeiten.

Neue Xandros-Distribution

Xandros bringt eine freie Variante seiner Desktop-Distribution auf den Markt. Die Open Circulation Edition http://www.xandros.com/products/home/desktopoc/dsk_oc_intro.html getaufte Version enthält ein einfach zu installierendes System mit allen Programme für die tägliche Arbeit. Sie richtet sich ausdrücklich an Umsteiger aus der Windows-Welt und installiert sich problemlos neben einem bestehenden Windows. Der Zugriff auf Daten und Drucker auf Windows-Servern und ist bereits fertig konfiguriert.

Gegenüber der Kaufversion gibt es einige Einschränkungen. Die Geschwindigkeit des CD-Brenners wird auf die Minimalgeschwindigkeit des Gerätes beschränkt, als Browser kommt eine werbefinanzierte Variante von Opera zum Einsatz und es gibt keine Dokumentation zur Installation. Ebenso fehlen alls kommerziellen Programme wie Crossover Office, das in der Vollversion die Ausführung von Windows-Programmen ermöglicht.

Die Open Circulation Edition ist auf nichtkommerzielle Anwendung beschränkt, E-Mail Support gibt es nicht. Ein kostenloser Download ist nur über Bittorrent möglich, ein Download via HTTP von der Xandros-Homepage kostet 10 US-Dollar.

Spiel's noch einmal, Sam!

Sam 0.2 ist eine neue Live-Distribution, die Mandrake 10 und MandrakeMove als Grundlage hat. Die Hardware-Erkennung funktioniert tadellos, dank DHCP findet Sam schnell Anschluss an ein Netzwerk und Samba-Shares lassen sich dank eines gut funktionierenden Samba-Setups und des Programms Linneighborhood problemlos nutzen.

Als Desktop dient Xfce 4, das im Aussehen ein wenig an MacOS X erinnert. Die Software-Ausstattung ist komplett und reicht für die tägliche Arbeit aus. Als Browser, E-Mail-Programm und HTML-Editor verwendet Sam Mozilla 1.6. Als Textverarbeitung dient Abiword in der Version 2.1.2, Tabellenkalkulation ist mit Gnumeric möglich. Zur Manipulation von Pixelgrafiken setzt die Distribution auf das aktuelle Gimp 2 (Abbildung 1).

Benutzerdaten speichert Sam auf Wunsch auf einem USB-Stick, beim Start liest es dann die Konfigurations- und sonstigen Daten von dort wieder ein. Sam macht trotz seiner sehr frühen Version bereits einen guten Eindruck und eignet sich dank seiner geringen Größe von 205 MByte gut als Linux für unterwegs, passt es doch auf einen Rohling mit acht Zentimetern Durchmesser.

Abbildung 1: Sam basiert auf Mandrake 10.

Linux für Kleine

Deli (Desktop Light) Linux ist eine Distribution, die spezielle für ältere Rechner mit schwachem Prozessor und kleiner Festplatte zusammen gestellt wurde (Abbildung 2). Der Entwickler denkt dabei vor allem an Computer mit 486- und Pentium-I-Prozessoren. Als Arbeitsspeicher reichen 16 bis 32 MByte, mehr als 250 MByte Festplattenplatz ist nicht notwendig. Das ISO-Image der Installations-CD ist nur 97 MByte groß. Die Distribution basiert auf Slackware 7.1 und kann problemlos um Pakete aus dieser Distribution erweitert werden.

Für Rechner, die noch nicht von einer CD starten können, liegen auf der Deli-Linux Homepage Disketten-Images zum Download bereit. Bei der Installation und Wartung des Systems helfen zwei Konsolenprogramme: deliinstall kopiert das System auf die Festplatte und erlaubt die Auswahl der zu installierenden Pakete, delisetup hilft beim Einrichten von Netzwerk, E-Mail, Sprache, Zeitzone und X.

Deli verwendet die Kernel-Version 2.2.26, GCC ist in Version 2.95 dabei. XFree ist in Version 3.3.6 an Bord, da das neuere X etliche ältere Grafikchips nicht mehr unterstützt.

Zum Schreiben von Texten und zur Tabellenkalkulation greift Deli auf Siag Office zurück, das aus der Textverarbeitung Pathetic Writer und der Tabellenkalkulation Siag Spreadsheet besteht. Leider ist der Funktionsumfang dieser Programme stark begrenzt, mehr als das Schreiben von Briefen und anderen einfachen Texten und das Erstellen simpler Tabellen ist damit nicht möglich. Als Browser stehen Dillo und Links bereit, zum Bearbeiten von E-Mail gibt es Sylpheed und Mutt. Zum Programmieren stehen Perl, Ruby, PHP und Tcl/Tk zur Verfügung.

Die Windowmanager von Deli Linux sind ebenfalls sehr schlank: Zur Wahl stehen Icewm und Fluxbox, die beide eine sehr geringen Resourcenverbrauch haben. Zusätzlich hat der Entwickler noch XD640, ein Desktop Environment für ältere Rechner dazugepackt. XD640 enthält einen Editor, ein PPP-Einwahlprogramm und eine einfache Textverarbeitung.

Deli Linux eignet sich sehr gut dazu, ältere Rechner zu nutzen. Durch die Verwendung von Slackware 7.1 als Basis steht eine große Zahl an Programmen zur Ergänzung zur Verfügung.

Abbildung 2: Deli eignet sich für ältere und leistungsschwächere Rechner.

Yoper aus Down-Under

Yoper ist eine Distribution aus Neuseeland. Yoper ist komplett neu aus den Quellen der einzelnen Programme gebaut und für Prozessoren ab Pentium 2 optimiert. Auf der Installations-CD findet sich ein Basissystem, das KDE 3.2 als Desktop benutzt. Die Installation gestaltet sich sehr einfach, es sind nur wenige Fragen zur Installationspartition, zur Sprache und zum Netzwerk zu beantworten, dann installiert das Setup-Programm ein sauberes System, das auf Wunsch gleich in ein grafisches System startet (Abbildung 3).

Als Desktop ist KDE 3.2 installiert. Zum Browsen steht neben Konqueror Mozilla 1.6 bereit, es gibt grafische Programme für Chat, FTP und E-Mail. Office-Programme sucht man vergebens, sie lassen sich jedoch über Apt-get problemlos nachinstallieren. Alle nötigen Bibliotheken und Header sind instlliert, so dass man die benötigten Programme schnell selbst übersetzen kann.

Unter http://www.yoper.de ist eine deutschsprachige Yoper-Seite erreichbar. Dort gibt es ein Forum für Fragen um die Distribution und eine deutsche Installationsanleitung.

Abbildung 3: Yoper ist schlank und schnell.

Linux für Amtsstuben

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) gibt zusammen mit der Firma Credativ eine Linux-Distribution zum Einsatz in Behörden herausgegeben, die auf den Namen ERPOSS3 hört.

Sie basiert auf Debian Woody, das um KDE 3.2.2, Mozilla 1.5 und OpenOffice 1.1.1 ergänzt wurde. Besonders ist die Möglichkeit, das Dateisystem bei einer Installation auf der Festplatte zu verschlüsseln und so vor unbefugtem Zugriff zu sichern. Eine Personal Firewall ist bereits konfiguriert und wird beim Systemstart aktiviert. Das BSI nennt als Systemvoraussetzungen einen Prozessor ab 486 und 128 MByte Arbeitsspeicher.

Es gibt drei Varianten der CD: Eine Installations-CD zum Einrichten des Systems auf der Festplatte, eine Live-CD zum Ausprobieren des Systems ohne Installation und zu guter Letzt die Quelltexte, für die allerdings zwei CDs nötig sind. Alle ISO-Images finden Sie zum Download auf der Projektseite des BSI.

Einfacher Dateiserver

NAS-Lite ist ein Network Attached Storage (NAS) Server-Betriebssystem, das einzig und allein dazu da ist, Festplattenplatz via Samba ins Netzwerk zu exportieren. Das ganze System findet auf einer Diskette Platz.

Nach dem ersten Booten gibt der Administrator menügeführt Server-Name, IP-Adresse des Servers und der Name der Arbeitsgruppe ein. Dann erfolgt, ebenfalls menügeführt, die Partitionierung der eingebauten Festplatten. Die maximal vier möglichen Partionen exportiert das System via Samba. Die Namen der Partitionen lassen sich nicht ändern.

Grundsätzlich haben alle Mitglieger eine Arbeitsgruppe uneingeschränkte Lese- und Schreibrechte auf die Partitionen. Die Administration des Servers geschieht über Telnet. Ein 1,72 MByte großes Disketten-Image steht auf der NAS-Lite-Homepage zum Download bereit.

Die Distribution ist interessant für diejenigen, die schnell einen Dateiserver aufbauen möchten, der Arbeitsgruppen einen gemeinsamen Zugriff auf Daten ermöglicht. Die Wartung des Servers über Telnet ist allerdings nicht besonders sicher. (Frank Wieduwilt/agr)

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