Der digitale Videorekorder VDR von Klaus Schmidinger entwickelt sich mit einer Geschwindigkeit weiter, die es Außenstehenden schwer macht, über die zahlreichen Neuerungen und Änderungen den Überblick zu behalten. Auch dieser Artikel muss sich auf die wichtigsten Aspekte von VDR 1.3.11 [1] beschränken, kleine Verbesserungen wie die Einblendung bereits vorhandener Timer in die Programmübersicht (Abbildung 3) oder das Caching der Aufzeichnungsliste können kaum mehr als eine Randnotiz erhalten.
Endlich VPS
Das von den Band-Videorekordern beliebte VPS ließ sich in den stabilen Versionen von VDR nicht benutzen. Klaus Schmidinger hat in der Entwicklerversion diese Funktionalität nachgebildet und treffenderweise als VPS bezeichnet, auch wenn im Hintergrund eine ganz andere Technik steckt. Der Band-Videorekorder wird einfach mit der Kanalnummer und der VPS-Zeit, meist der Sendezeit, programmiert, weitere Informationen sind nicht nötig.
VDR benötigt zusätzlich noch den elektronischen Programmführer (EPG), der für den jeweiligen Kanal neben den üblichen EPG-Daten das "Programme Identification Label" mit den VPS-Daten enthalten muss. VDR sucht nach dem Eintrag mit der passenden VPS-Zeit, schaltet einige Minuten vor dem im EPG genannten Sendetermin auf den Kanal und beobachtet das so genannte Running-Status-Flag des EPG. Dieses Flag hat einen der Werte "undefined", "not running", "starts in a few seconds", "pausing" oder "running" – VDR muss also lediglich warten, bis der Status auf "running" oder "starts in a few seconds" wechselt, und dann mit der Aufnahme beginnen.
Kein Allheilmittel
Soll sich ein Timer am VPS-Signal orientieren, muss seine Startzeit unbedingt die VPS-Zeit der Sendung sein, die üblichen fünf oder zehn Minuten Vorlauf sind nicht erlaubt. Die Aufnahme endet dann ebenfalls so, wie es das Running-Status-Flag signalisiert, so dass die Endzeit keine praktische Bedeutung hat. Findet VDR keine zur VPS-Zeit passende Sendung, etwa weil sich die VPS-Zeit nachträglich geändert hat oder das EPG ausfällt, wird gar nichts aufgenommen.
In der Praxis funktioniert VPS längst nicht auf allen Kanälen und schon gar nicht so zuverlässig, wie man es erwarten dürfte. So ist es bei Sendern der RTL-Gruppe gang und gäbe, das VPS-Signal statt um 20:15 Uhr schon um 20:09 Uhr von "unknown" auf "running" zu setzen und es pünktlich zum Showdown, einige Minuten vor Ende des Films, wieder abzuschalten. Man verpasst also zuverlässig das Ende und hat am Anfang noch fünf Minuten Werbung aufgenommen. Auf solchen Kanälen ist VPS praktisch unbrauchbar, genauso wie wenn gar kein EPG zur Verfügung steht. Hier helfen nur die Heuristik des Auto-Timers und ausreichend große Vor- und Nachlaufzeiten. Die besten Ergebnisse mit VPS erreicht man auf den öffentlich-rechtlichen Kanälen.



