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Sendezeit für Programme

deskTOPia: xvidcap

Vom Bild zum Video

Über den Menüpunkt FileMake Video wandeln Sie die Einzelbilder in einen Film um. Welches Kommando xvidcap dabei ausführt, liest es aus der Datei ~/.Xdefaults. Dort legen Sie Standardeinstellungen für grafische Programme fest. Das moderne gvidcap schert sich jedoch nicht um die Direktiven in ~/.Xdefaults, so dass das Konvertierungskommando nur für xvidcap gilt. Haben Sie beispielsweise Einzelbilder im PNG-Format mit Namen der Form bild%04d.png erstellt, die Sie mit ffmpeg in ein MPEG1-Video konvertieren wollen, sorgt die Zeile

xvidcap*mkVideoCommand:ffmpeg -i %s video.mpeg

in ~/.Xdefaults dafür, dass xvidcap bei Auswahl des Menüpunktes Make Video ffmpeg aufruft. Damit das gelingt, benötigen Sie das ffmpeg-Programm; die in xvidcap eingebettete Variante reicht nicht aus. xvidcap ersetzt das %s durch das Namensmuster der erzeugten Einzelbilder, im Beispiel durch bild%04d.png. Da ffmpeg diese Schreibweise geläufig ist, konvertiert es alle Dateien mit Namen der Form bild0000.png, bild0001.png usw. der Reihe nach und schreibt das Ergebnis in die Ausgabedatei video.mpeg im aktuellen Arbeitsverzeichnis.

Eine kleine Stolperfalle gibt es, wenn ffmpeg ein Video aus den einzelnen Aufnahmen erzeugen soll: Der Encoder kann mit den standardmäßig von xvidcap erzeugten xwd-Dateien nichts anfangen. An Grafikformaten kennt ffmpeg pnm, pam, pgmyuv, yuv, png, jpeg und gif. Eine gute Wahl für Screenshots in xvidcap ist das PNG-Format. Sie stellen es im Optionen-Menü von xvidcap im Feld File pattern als Dateiendung ein.

Die schnellsten Erfolge erzielen ambitionierte Hobby-Filmer, wenn sie in xvidcap direkt die Videoausgabe in Auftrag geben. Das Hantieren mit vielen Einzelbildern bietet sich für alle an, die mit "Videos von der Stange" nicht zufrieden sind und das Rohmaterial zuvor noch bearbeiten wollen.

Glossar

gtk-2

: Das Gimp Toolkit mit der Major-Version 2. Diese Grafikbibliothek bietet Programmierern fertige Elemente für die Oberfläche eines Programms, beispielsweise Radio-Buttons, Dialogboxen und Eingabefelder. Neben dem Gnome-Desktop ab Version 2.0 basiert unter anderem das neue Gimp auf gtk-2.

MPEG

Abkürzung für Motion Pictures Expert Group. Diese, aus Firmen und Universitäten bestehende Gruppe, standardisiert die Kompression von Videoformaten. Bei der MPEG-Kodierung versucht man, möglichst viele Bildteile nur durch ihre Differenz zum vorherigen Bild zu beschreiben und dadurch kleinere Dateien zu erhalten.

ImageMagick

Das Paket beinhaltet eine Tool-Sammlung zur Bildbearbeitung. Da es sich bei den meisten der fast zehn Anwendungen um Kommandozeilenprogramme handelt, eignet sich ImageMagick besonders gut, um viele Bilder skriptgesteuert umzuwandeln und zu bearbeiten.

~/.Xdefaults

In dieser Datei legen Benutzer bestimmte Vorgaben für grafische Anwendungen fest, wie z. B. die Hintergrundfarbe oder die zu verwendende Schriftart. Welche Anweisungen einzelne Programme kennen, steht in ihrer Manpage. Aktuelle KDE- und Gnome-Anwendungen beachten die Einstellungen in der ~/.Xdefaults gewöhnlich nicht.

Infos

[1] xvidcap: http://sourceforge.net/projects/xvidcap

[2] ffmpeg: http://ffmpeg.sourceforge.net/

[3] Martin Loschwitz: "Movie Theater", LinuxUser 08/2003, S. 31 ff.

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