Sendezeit für Programme
deskTOPia: xvidcap
Video oder Einzelbilder?
Im Feld File pattern fehlt noch der Name der Ausgabedatei. Belassen Sie es bei der Vorgabe frm-%04d.xwd, erzeugt xvidcap kein Video, sondern einzelne Dateien im xwd-Format (x window dump) in dem Verzeichnis, aus dem Sie es gestartet haben. Die Zeichenfolge %04d sorgt für fortlaufende Nummerierung der Bilder, so dass Sie Dateien von frm-0000.xwd bis frm-9999.xwd erhalten. Das Prozentzeichen leitet die Formatinformation ein, 04d (d für dezimal) legt die Anzahl der Stellen fest. Soll Ihr Werk mehr als 10000 Bilder umfassen, ändern Sie den Wert vor File pattern auf frm-%05d.xwd oder frm-%06d.xwd. Den Basisnamen (frm) dürfen Sie dabei ebenso frei anpassen wie das Ausgabeformat: xvidcap schreibt auch JPEG- oder PNG-Dateien. Einzelbilder sind dann praktisch, wenn Sie das Ergebnis noch bearbeiten wollen oder es auf einen Screenshot abgesehen haben, an den Sie mit einem Programm wie ksnapshot nicht herankommen, etwa weil Sie eine nur kurz aufblitzende Fehlermeldung erwischen wollen.
Um direkt ein Video zu erstellen, ändern Sie den Eintrag im Feld File pattern auf einen normalen Dateinamen mit der Endung mpeg, etwa programmdemo.mpeg. Damit Sie die Optionen nicht jedesmal erneut anpassen müssen, speichern Sie sie über die Schaltfläche Savexvidcap schreibt sie in die Datei .xvidcap.scf in Ihrem Home-Verzeichnis. Das gtk-2-Pendant gvidcap liest seine Defaults aus derselben Datei, so dass alles, was Sie in einem Programm ändern, auch für das jeweils andere gilt. Um zu den Default-Einstellungen zurückzukehren, reicht es aus, die ~/.xvidcap.scf zu löschen.
Klappe, die Erste
Über die Schaltfläche mit dem roten Punkt starten Sie die Aufnahme im rot umrahmten Desktop-Bereich. Haben Sie alles Zeigenswerte demonstriert, beendet ein Druck auf den Button mit dem schwarzen Quadrat die Aufnahme. So erzeugte Videos führen Sie Ihrem Publikum mit einem Abspielprogramm wie beispielsweise Mplayer [3] vor (Abbildung 4). Wer es einfach mag, greift auf den bei ffmpeg beiliegenden Kommandozeilen-Player ffplay zurück. Sie rufen das Tool in der Form
ffplay demovideo.mpeg
auf. Ein Druck auf [q] beendet die Vorführung.
Wenn Sie eine Bilderserie erstellt haben, können Sie über die Buttons mit dem nach links oder nach rechts zeigenden Dreieck durch die einzelnen Aufnahmen navigieren. Ein Klick auf die Schaltfläche ganz rechts mit dem Stift öffnet das aktuelle Bild in display: Der Betrachter, der zum ImageMagick-Paket gehört, öffnet bei einem Linksklick in das Bildfenster ein Menü, das einige Bildbearbeitungsfunktionen bietet (Abbildung 5), z. B. Farbanpassungen (Enhance), Größenänderungen und Spiegeln (Transform), sowie mehrere Effekte (Effects und F/X).
Auch der Knopf mit dem Filmstreifen greift auf ein Tool aus der ImageMagick-Programmsammlung zurück: Er startet animate, das aus allen Einzelbildern eine Animation erzeugt und abspielt. Die Option sollten Sie nur bei weniger als 400 Aufnahmen wählen – mit allzuviel Bildmaterial gefüttert, zwingt animate auch leistungsstarke Rechner in die Knie.



